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Landkreis Donau-Ries

15.11.2019

Sind die E-Ladestationen im Landkreis ein Renner?

Eine Ladestation für E-Autos.
Foto: Andreas Dengler

Plus Fahrer können ihre Elektroautos an mehr als 30 Standorten im Landkreis aufladen. Das sagen Landrat Stefan Rößle und ein Berater für Elektromobilität zur Situation in der Region.

Egal ob in Nördlingen am Marktplatz, vor dem Landratsamt in Donauwörth oder auf dem Münsterplatz in Kaisheim: In der Region gibt es immer mehr Ladestationen für Elektroautos. Wenn es nach Matthias Schwarz geht, dann ist das nicht genug. Seiner Meinung nach sollte es in jedem Parkhaus und an mehr öffentlichen Stellen die Möglichkeit zum Aufladen des Autos geben. Schwarz fährt seit acht Jahren ein E-Auto. Er hat sich von der Handwerkskammer München zum Berater für Elektromobilität ausbilden lassen und ist einer der Initiatoren der Interessengemeinschaft E-Mobilität Donau-Ries.

Er habe sich in erster Linie aus Klimaschutzgründen ein Elektrofahrzeug gekauft, sagt er. Sein Wagen ist eines von 290 zugelassenen E-Autos im Landkreis. Zum Vergleich: Nach Zahlen des Landratsamtes sind insgesamt 148160 Fahrzeuge zugelassen (Stand: 14. November). 2016 gab es nur 62 zugelassene E-Autos im Landkreis, 2017 waren es 126, Ende vergangenen Jahres 194.

Viele Menschen zeigen mittlerweile Interesse an E-Mobilität

Das Interesse an Elektromobilität steigt, hat Schwarz bemerkt. In den vergangenen Jahren habe sich die Einstellung der Menschen geändert, sagt er. Als Berater ist er auch bei Tagen der offenen Tür von Autohäusern tätig. Vor einigen Jahren sei er fast nur mit Kritik zu dem Thema konfrontiert worden, erinnert er sich. Nun zeigten viele Menschen echtes Interesse, wollten wissen, welche Kosten auf sie zukommen.

Der Landkreis bietet seit einigen Jahren eine kostenlose Beratung zur Elektromobilität an. Diese sei 2015 zunächst versuchsweise für ein Jahr eingerichtet worden, sagt Landrat Stefan Rößle. Aufgrund der positiven Resonanz werde die Beratung nun unbefristet fortgeführt. In der Arbeitsgruppe „Mobilität der Zukunft“ beschäftigt sich der Landkreis mit der Elektromobilität in der Region. Rößle berichtet, dass bei der ersten Sitzung im Oktober Ideen gesammelt wurden. Dabei sei unter anderem über Sharing-Angebote auch für E-Bikes gesprochen worden. 2017 hat die Stabsstelle Kreisentwicklung zudem ein Konzept für Ladesäulen erstellt, sagt der Landrat. Als Folge habe das Landratsamt sowohl am Landratsamtsparkplatz als auch an den Kliniken Ladesäulenstationen errichtet. Auf andere Aufladestandorte habe der Landkreis keinen direkten Einfluss, sagt Rößle. Diese liegen in den Zuständigkeiten der Kommunen oder der Grundstückseigentümer.

Ladestationen werden immer besser angenommen

Im Landkreis gibt es mehr als 30 Ladestationen (siehe Grafik). Drei weitere sind in Möttingen, Auhausen und Harburg geplant. Die Anbieter sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Und die berichten über unterschiedliche Resonanz. Erdgas Schwaben sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass ihre Ladestationen sehr gut angenommen und immer stärker frequentiert werden.

Bei den Lechwerken (LEW) berichtet Pressesprecherin Luisa Rauenbusch, dass vor allem die Gleichstrom-Schnellladesäulen oft genutzt werden. Sie werden Rauenbusch zufolge rund fünf Mal täglich genutzt. Bei den normalen Ladepunkten komme es auf den Standort an, sagt die LEW-Pressesprecherin. Einige Stationen werden täglich genutzt, andere dagegen nur ein paar Mal pro Woche. Der mittelfränkische Strom-anbieter N-Ergie hat auch eine Ladesäule im Landkreis und zwar in Oettingen. Die Station werde bisher noch mäßig genutzt, sagt das Unternehmen. Bisher seien es nur wenige Ladungen im Monat. Die EnBW ODR betreibt unter anderem die Ladestation an der Nördlinger Tourist-Info. Diese sei besonders frequentiert, so das Unternehmen.

Die Ladestationen werden sukzessive besser angenommen. Sie stellen oft die einzige Lademöglichkeit im ländlichen Raum dar, sagt EnBW. Deshalb wolle das Unternehmen Stück für Stück eine flächendeckende Ladeinfrastruktur bauen.

Geht es nach dem Berater Schwarz, sollten überall , wo Autos parken, Ladestationen vorhanden sein, auch beim Arbeitgeber. Denn: Die Reichweite mit E-Autos ist kürzer als mit kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen. Die Parksituation müsse man ausnutzen.

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