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Safer Internet Day

08.02.2015

So bewegen Sie sich sicher im Internet

Wichtiger als Verbote sind Kinder und Jugendliche erzieherische Maßnahmen, die den richtigen Umgang mit PC, Tablet und Smartphone zum Inhalt haben.
Bild: Symbolbild/Patrick Pleul (dpa)

Der Wirtschaftsinformatiker und IT-Berufsausbilder Peter Wolfinger erklärt, worauf es beim sicheren Umgang mit dem Internet ankommt. Vor allem Kinder brauchen besonderen Schutz.

Überall dort, wo man sich vor Krankheiten und gesundheitlichen Störungen schützt, spricht man von Hygiene. Heutzutage wäscht man sich automatisch vor dem Essen die Hände. Und man denkt gar nicht mehr darüber nach, dass man mit schmutzigen Händen keine Lebensmittel anfasst oder verarbeitet. Auch für den Umgang mit dem Internet ist eine solche automatische Hygiene gefragt: schließlich wimmelt es auch dort nur so vor Viren und Würmern, vor denen man sich schützen muss.

Der von der Europäischen Kommission ausgerufene „Safer Internet Day“ soll dazu beitragen, dass die Internet-Nutzer sich eine solche „Schutzhaltung“ im Umgang mit dem World Wide Web aneignen. Dieser Tag findet am 10. Februar statt und steht heuer unter dem Motto „Gemeinsam für ein besseres Internet“.

"Safer Internet Day": Darauf müssen Sie im Netz achten

Wie eine mögliche „Internet-Hygiene“ aussehen kann, darüber sprachen die Rieser Nachrichten mit dem Wirtschaftsinformatiker Peter Wolfinger aus Oettingen. Er ist seit 25 Jahren in der Software-Entwicklung tätig und Berufsausbilder für den IT-Nachwuchs bei der Firma Hama in Monheim. Sozusagen zur täglichen Internet-Hygiene sollte es laut Wolfinger zum Beispiel gehören, darauf zu achten, dass die Software auf dem eigenen PC aktuell ist. „Aktualisieren Sie Ihr Betriebssystem regelmäßig“ so sein Rat. Ebenfalls sollte für die Antivirus- und Antispysoftware immer eine aktuelle Virendefinitionsdatei installiert sein. Eine Firewall ist ebenfalls Pflicht.

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Um seinen PC vor unnötigen „Infektionen“ zu schützen, gelte es zudem nur von vertrauenswürdigen Quellen Updates herunter zu laden. Ebenso sorgsam sollten Dateien mit anderen Benutzern ausgetauscht werden. Überhaupt, so Wolfinger sei Misstrauen in der virtuellen Welt wichtig: „Wenn man zum Beispiel über ein Pop-Up-Fenster zum Download von Software aufgefordert wird.“ Selbstverständlich sollte auch sein, E-Mails mit Anhang sofort zu löschen, wenn man den Absender nicht kennt. In den Papierkorb damit. Und natürlich: „Speichern Sie keine sensiblen Daten auf Ihrem PC, wie zum Beispiel Passwörter, Pins oder Tans“. Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen sei man schon einmal ganz gut vor der so genannten „Schadsoftware“ (Malware) wie Viren, Würmern, Trojanern, Spyware oder vor dem Phishing geschützt.

Experte: Kinder brauchen besonderen Schutz im Internet

Ganz besonderen Schutz im Internet brauchen Kinder und Jugendliche. „Bei Kindern unter 13 Jahren empfehle ich, ein Kinderschutzprogramm, wie zum Beispiel „Kinder-Server“ oder „Parents-Friend“ einzusetzen. Bei Jugendlichen sollte ein Filter installiert werden, der mit zunehmendem Alter des Jugendlichen „entschärft“ werden kann“. Mit diesen rein technischen Maßnahmen allerdings seien Kinder im Internet noch nicht wirklich sicher. Vielmehr müsse man erzieherisch einwirken, wenn es darum gehe, Kids und Jugendlichen den richtigen Umgang und vor allem das richtige Maß im Umgang mit PC und Internet beizubringen. Denn: „Bei Online-, beziehungsweise Computerspielen im Allgemeinen geht ein überdurchschnittlicher Konsum häufig mit der Verschlechterung der Schulnoten durch mangelnde Zeit für Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen einher“, beobachtet der Informatiker. Zudem fehle den Jugendlichen die Zeit, um Freunde zu sehen und soziale Kontakte zu pflegen. „In einigen Fällen führt das zu Einsamkeit, Kommunikationsstörungen und Depressionen“.

Ganz wichtig sei zudem, so Wolfinger, die Kinder und Jugendlichen zu einem „sorgsamen Umgang mit den eigenen Daten“ anzuhalten. Dies gelte vor allem in den so genannten sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. „Was zu Hause vor dem Computer entsteht, kann schließlich die ganze Welt lesen. Allzu Persönliches hat daher in den sozialen Netzwerken nichts verloren“. Vielen sei beim Schreiben schlichtweg nicht bewusst, dass alles auch von den Lehrern, den Chefs, Kollegen oder Mitschülern gelesen werden könne. Und: „Das Netz vergisst nichts. Es ist schwer, einmal veröffentlichte Informationen wieder zu löschen.“

Eltern müssen Kindern Regeln zum Umgang mit dem Computer geben

Aber auch von anderer Seite drohe Gefahr: „Rechtliche Grundlagen gelten auch im Netz“. So dürften Bilder zum Beispiel nicht ohne Genehmigung des Abgebildeten veröffentlicht werden. Zudem seien Beleidigungen oder Verleumdungen natürlich strafbar. Grundsätzlich gelte auch beim Chatten in sozialen Netzwerken, dass zu viel Zeit in der virtuellen Welt verbracht, der persönlichen Entwicklung schade. Hier seien die Eltern gefragt, durch Regeln dabei zu helfen, das richtige Maß zu finden: „Als Grundsatz könnte gelten, dass sich der Zeitaufwand für Computerspiel oder soziales Netzwerk, schulische Hausarbeiten und das Engagement in einer sozialen Gruppe, zum Beispiel in Sport- oder Musikvereinen, mindestens die Waage halten soll“.

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