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RN-Serie

16.05.2015

So haben Sie Ihre Ausgaben im Griff

Unsere Expertin erklärt, wie man nicht in die roten Zahlen rutscht

Für die „erfolgreiche Leitung eines kleinen Familienunternehmens“ gilt das gleiche, wie für eine große Firma: Die Ausgaben dürfen die Einnahmen nicht überschreiten. Sonst droht Konkurs. Mit dem Einkommen auszukommen ist nicht leicht. Die Ansprüche steigen. Kredite für den Privatkonsum sind leicht zu haben. Die Posten summieren sich jedoch schnell zu hohen monatlichen Belastungen. Laut Statistik leben rund zehn Prozent aller Haushalte über ihre Verhältnisse. Viele Tipps für besseres „hauswirtschaften“ hat heute Hauswirtschaftsdirektorin Irmgard Zäh vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Und so sieht ihre Strategie aus: „Die erste Frage lautet, wie viel Geld steht mir für meinen privaten Konsum zur Verfügung?“ Unsere Expertin rät: Machen Sie eine Bestandsaufnahme aller Einnahmen und ziehen Sie die laufenden Ausgaben ab. Im nächsten Schritt stellen Sie fest, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Hilfreich ist ein Haushaltsbuch. Führen Sie mindestens ein Vierteljahr Buch. „Das ist total spannend. Ich bin sicher, dabei kann jeder Einsparpotential entdecken“, sagt Zäh. Haushaltsbücher gibt es als kostenlose Vordrucke bei vielen Kreditinstituten, oder zum Downloaden im Internet. Im Netz gibt es auch die Möglichkeit, beim Statistischen Bundesamt oder bei den Verbraucherzentralen die eigenen Ausgaben mit den Durchschnittswerten vergleichbarer Haushalte zu vergleichen.

Was das Budget angeht, so sind laut Statistik „Wohnung und Energie“ die größten Ausgabenposten. Hier sieht Irmgard Zäh jedoch nur begrenztes Einsparpotential, etwa durch den Wechsel des Anbieters. Anders sieht es schon beim nächsten Posten „Verkehr“ aus. Hier gilt es, alte Gewohnheiten sehr kritisch zu hinterfragen. Braucht es wirklich das zweite Auto? Oder gibt es innerhalb der Familie die Möglichkeit, sich ein Auto zu teilen, oder lohnt der Umstieg auf ein anderes, günstigeres Fahrzeug, etwa einen Roller?

An dritter Stelle der Ausgaben steht das Essen. Für Lebensmittel geben die Deutschen im Schnitt zwischen 13 und 14 Prozent ihres Einkommens aus. „Dieser Anteil ist eigentlich viel zu gering, und drückt eine geringe Wertschätzung gegenüber den Lebensmitteln aus“, sagt Zäh. Wer sich gut ernähren möchte und trotzdem nicht allzu viel Geld dafür ausgeben kann, der muss seine Einkäufe planen. „Machen Sie am Anfang der Woche einen Speiseplan. Kaufen Sie gezielt ein, saisonal und nicht zu viel, verwerten Sie auch die Reste. Heute werden viel zu viele Lebensmittel weggeworfen.“ Günstiger ist es oft auch, direkt beim Erzeuger einzukaufen. Auch eine vernünftige Vorratshaltung macht Sinn, dann muss man nicht wegen jeder Kleinigkeit extra zum Einkaufen fahren.

Sparen, ohne dass die Lebensqualität leidet

Einsparmöglichkeiten sieht Zäh auch im Bereich „Freizeit/Unterhaltung/Kultur“. Hier gebe es Möglichkeiten, ohne dass die Lebensqualität leide, zum Beispiel bei der Gestaltung von Familienausflügen. Wie oft muss es der teure Besuch eines Freizeitparks sein? Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einer gemeinsam Wanderung mit Picknick? Einsparpotential gibt es auch bei der Kleidung. Hier rät Zäh auf gute Qualität und leichte Pflege achten, und auch mal zum Flickzeug greifen. Bei Kinderkleidung sind die zahlreichen Basare die beste Möglichkeit, den Geldbeutel zu schonen. Lohnend ist es auch, seine Versicherungen zu überprüfen. „Viele sind überversichert.“ Informationen zu den wirklich wichtigen Versicherungen gibt es im Internet. Andere Versicherungen schnellst möglich kündigen. Letzte Frage: Braucht man Rücklagen? Hier kommt von der Expertin ein klares „Ja. Ein Polster für Neuanschaffungen oder größere Reparaturrechnungen sollte jeder haben.“ Verschaffen sie sich einen Überblick über ihren Hausgerätebestand. Die Geräte haben heute eine durchschnittliche Lebensdauer von zehn Jahren. Was kann da in nächster Zeit kommen? Wer für die Bezahlung der Autoreparatur oder für eine neue Waschmaschine das Konto überziehen und hohe Dispozinsen zahlen muss, rutscht schnell in eine finanzielle Schieflage.

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