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Verkehr

08.11.2019

So sehen die Folgen des Bahnsteig-Umbaus in Nördlingen aus

Die Bahnsteige in Nördlingen werden verkürzt. Dadurch können dort keine Fernzüge mehr halten.
Bild: Szilvia Izsó

Plus CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange hatte einst einen Fernverkehrshalt am Nördlinger Bahnhof im Blick. Doch jetzt will die Bahn die Bahnsteige verkürzen.

Es war der frühere Bahnchef Rüdiger Grube, der den Anstoß für den barrierefreien Umbau der Gleisanlagen am Nördlinger Bahnhof gab. Im Herbst 2016 kam er auf Einladung des CSU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange ins Ries, um über bessere Zugverbindungen zwischen Aalen und München zu sprechen. Grube ließ sich allerdings auch den Nördlinger Bahnhof zeigen. Was er dort sah, gefiel ihm ganz und gar nicht. Das müsse sich ändern, sagte er seinerzeit.

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Bauarbeiten sollen 2021 beginnen

Mittlerweile laufen laut Bahn die Planungen für die Umbauarbeiten auf Hochtouren. Nach derzeitigem Stand wird 2021 begonnen. Im September 2022 soll alles fertig sein. Wie berichtet, ist vorgesehen, die Bahnsteighöhe der Gleise 4 und 5 auf 76 Zentimeter anzuheben, um den Fahrgästen das Einsteigen in die Züge zu erleichtern. Der Mittelbahnsteig erhält durch zwei Aufzüge einen barrierefreien Zugang.

Gleichzeitig sollen beide Bahnsteige von jetzt rund 300 Metern Länge auf 140 Meter verkürzt werden, was bedeutet, dass kein Fernverkehrszug in Nördlingen halten kann. 2016 hatte Ulrich Lange einen Fernverkehrshalt im Ries noch im Blick. Daraus wurde letztlich nichts. Dies lag Lange zufolge hauptsächlich daran, dass sich eine Fernverkehrsverbindung zwischen Aalen und München nach Überzeugung der Bahn wirtschaftlich nicht gerechnet hätte, was die Voraussetzung für den Einsatz beispielsweise eines Intercitys gewesen wäre.

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Bahnhof Nördlingen: Kein Fernzughalt geplant

Ein Lokführer aus dem Ries, der seit vielen Jahren den Fugger-Express zwischen Aalen und Donauwörth fährt, sagt gegenüber unserer Zeitung, mit einer Verkürzung der Bahnsteige würde auch für die Zukunft „zementiert“, dass Nördlingen kein Fernzughalt werde. Theoretisch wäre es zwar möglich, die Bahnsteige wieder entsprechend umzugestalten. In der Praxis sei dies seiner Ansicht nach jedoch unrealistisch. Seitens der Bahn heißt es dazu nur, eine Bahnsteiglänge von 210 Metern werde „planerisch“ berücksichtigt für den Fall, dass ein späterer Bedarf bestehe.

Im Nachhinein bedauert Ulrich Lange dies. Dennoch sei der Schienenverkehr in der Region durch die inzwischen deutlich attraktiveren Bahnverbindungen Richtung Aalen/Stuttgart und Donauwörth/Augsburg/München von Nördlingen aus aufgewertet geworden, so der Verkehrspolitiker. Wenn er sich am Sonntagabend oder Montagfrüh auf den Weg nach Berlin mache, seien die Nahverkehrszüge nach Donauwörth sehr gut besetzt. Für ihn ein Zeichen, dass die Verbesserungen von der Bevölkerung gut angenommen würden, auch ohne Fernverkehrshalt.

Mit Blick auf den Betreiberwechsel in der Region von der Deutschen Bahn zum privaten Eisenbahnunternehmen Go-Ahead ab 2022 (wir berichteten) sieht Ulrich Lange Möglichkeiten für weitere Optimierungen bei den Bahnverbindungen. Er stehe dazu seit geraumer Zeit in engem Kontakt mit dem Deutschland-Chef von Go-Ahead, Stefan Krispin. Ziel der Gespräche sei es, künftig noch mehr umsteigefreie Fahrten von Stuttgart über Aalen und Nördlingen nach München und zurück anzubieten.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob dann ein Fernverkehr in Betracht komme, betonte Lange: „Nach derzeitigem Stand denkt Go-Ahead wohl an einen Regionalexpress, der zumindest in den größeren Kommunen hält.“ Nähere Details dazu lägen ihm allerdings noch nicht vor.

Fördermittel für die Reaktivierung?

Gefragt, ob die in dieser Woche vom Bundeskabinett beschlossene deutliche Erhöhung der Fördermittel für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), beispielsweise für die Reaktivierung der Bahnlinien Nördlingen-Wassertrüdingen und Nördlingen-Dombühl von potenziellen Betreibern der Strecken in Anspruch genommen werden könnten, meinte Lange: „Grundsätzlich ja. Ein Betreiber muss allerdings im Vorfeld nachweisen, diese Linien auch wirtschaftlich betreiben zu können.“ Ob sich ein solcher finde, müsse man sehen.

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