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Politik

17.05.2019

So viel Europa steckt in Nördlingen

An unterschiedlichen Orten in der Nördlinger Innenstadt – wie hier beim Klösterle – erklärte der Europaabgeordnete Markus Ferber gestern, wo Europa sichtbar ist.
Bild: Anja Ringel

Von der Stadtbibliothek bis zur Feuerwehr: Der schwäbische Europaabgeordnete Markus Ferber zeigt, wie europäisch die Stadt ist und verrät, was ihn mit dem Ries verbindet.

Sein Spaziergang über Europa hätte nicht besser starten können: Während der schwäbische Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) die rund 25 Teilnehmer am Kriegerbrunnen begrüßte, telefonierte hinter ihm eine Eisverkäuferin auf italienisch. „Wir haben quasi Europa hinter uns“, sagte Ferber. Gerade in der Gastronomie komme Europa zusammen. Inzwischen sei es selbstverständlich, dass es zum Beispiel italienisches Eis in Deutschland gebe.

Kurz vor der Europawahl am 26. Mai wollte Ferber mit seinem Spaziergang zeigen, wo die Nördlinger Bürger die Europäische Union direkt spüren. Der Kriegerbrunnen sei dafür der perfekte Start, da der Brunnen an den Deutsch-Französischen Krieg erinnere, sagte der CSU-Ortsvorsitzende Steffen Höhn. Die Aussöhnung Frankreichs und Deutschlands sei die Geburtsstunde der Europäischen Union (EU) gewesen, ergänzte Ferber.

Vom Kriegerbrunnen aus ging der Spaziergang zur Alten Schranne. Ferber und Höhn zeigten an dem Gebäude auf, wie die Europäische Union den Handel veränderte: Nördlingen sei früher ein großes Handelszentrum Europas gewesen, sagte Ferber. Die Alte Schranne sei ein tolles Beispiel, wie der Handel in Europa früher war. Auf dem Weg zur Nördlinger Mess’ mussten die Kaufleute Stapelrechte zahlen, um über Grenzen fahren zu dürfen, erklärte Höhn. Das sei heute durch die offenen Landesgrenzen nicht mehr so.

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Einen direkten europäischen Einfluss konnten die Teilnehmer bei einem der nächsten Stopps sehen: Die Stadtbibliothek sei von der Europäischen Union durch EU–Mittel mitfinanziert worden, sagte Ferber. In einem anderen Punkt sei Nördlingen sogar ein Schwerpunkt für Europa, erklärte der Politiker. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten entscheide für das nördliche Schwaben, wer durch das europäische LEADER-Programm gefördert werde. Dadurch erhalten Projekte im ländlichen Raum Zuschüsse.

Trinkwasserqualität ist sichergestellt

Um das Thema Trinkwasser ging es vor dem Brunnen am Tändelmarkt. Dort stehe zwar: „Kein Trinkwasser“. Deutschland habe jedoch im europäischen Vergleich die höchste Versorgungssicherheit. Die Trinkwasserqualität sei durch dezentrale Einrichtungen sichergestellt. Dass die Trägerschaft in kommunaler Hand bleibt, sei ein harter Kampf im Europäischen Parlament gewesen, erinnert sich der CSU-Politiker.

Vor dem Feuerwehrhaus im Spitalhof erklärt der Europaabgeordnete, dass auch die Schutzanzüge der Feuerwehr etwas mit der Europäischen Union zu tun haben. Diese seien europaweit einheitlich. Doch nicht nur bei der Feuerwehr verweist Ferber auf die Einheitlichkeit. Im Gesundheitswesen werden zum Beispiel die Medikamente auf europäischer Ebene zugelassen.

Die Städtepartnerschaften, die Nördlingen hat, sollen den Bürgern Ferber zufolge außerdem zeigen, was die Länder miteinander verbindet und was sie gemeinsam haben. Im europäischen Ausland sind die Partnerstädte Riom in Frankreich und Olomouc in Tschechien.

Am Ende des Spaziergangs erklärte der Politiker noch, was ihn mit dem Ries verbindet: Er habe Verwandtschaft im Landkreis und erinnere sich noch, wie er bei seinem ersten Besuch in Nördlingen auf den Daniel gestiegen ist. Es sei für ihn das größte gewesen, dass er danach in eine Gaststätte durfte. Das sei mit fünf Geschwistern nicht selbstverständlich gewesen.

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