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22.11.2018

Sparkassen-Fusion: Alles ist weiterhin offen

Der Verhandlungspoker um die Sparkassen in Nordschwaben geht in die nächste Runde. Jetzt will Donauwörth den Nördlingern ein besseres Angebot machen.

Plus Donauwörth will das Angebot für Nördlingen nachbessern und damit eine landkreisweite Sparkasse erreichen. Für die Rieser hat eine andere Lösung Priorität.

Eigentlich sollte bis zum Ende des Monats eine Lösung gefunden sein. Zu lange schon hatten sich die Verantwortlichen darum bemüht, die Fusionsgespräche für eine Sparkasse Nordschwaben auf den Weg zu bringen. Wie bereits berichtet, waren die Vorverhandlungen bislang an einem Punkt gescheitert: dem juristischen Sitz der neuen Sparkasse. Den beanspruchen sowohl die Dillinger als auch die Donauwörther für sich.

In einer Sitzung des Verwaltungsrates und einer des Zweckverbandes der Sparkasse Donauwörth-Oettingen sollte nun am Mittwochabend eine endgültige Entscheidung fallen. Zwar gab es einen Beschluss – doch die Verantwortlichen haben, wenn man so will, den Ball in das Nördlinger Spielfeld gespielt. Und damit geht der Verhandlungspoker in die nächste Runde.

Wie Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung sagte, habe man am Mittwoch intensiv diskutiert. Im Verwaltungsrat sei ein einstimmiger Beschluss gefasst worden, der auch im Zweckverband begrüßt worden sei: Man wolle den Nördlingern „ein objektiv sehr gutes Angebot“ machen. Ihm sei es wichtig, so der Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Donauwörth-Oettingen, dass die Städte Nördlingen und Donauwörth in vielen Feldern stärker zusammenarbeiteten. Die Sparkasse sei da ein Beispiel. Die Nördlinger müssten sich jetzt mit dem Angebot auseinandersetzen – und dann werde man sehen. Auch Oettingens Bürgermeisterin Petra Wagner, die ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates ist, spricht von einem „attraktiven Angebot“. Jetzt warte man ab.

Verhandlungen sind in der Vergangenheit gescheitert

Es ist nicht die erste Offerte, die die Donauwörther den Nördlingern machen. Schon mehrfach hatte es Gespräche über Fusionen zwischen den beiden Sparkassen gegeben. Nach Informationen unserer Zeitung scheiterte eine Annäherung an der Besetzung des Verwaltungsrates – Nördlingen fühlte sich mit nur einem Sitz unterrepräsentiert. Auch in den aktuellen Sondierungsgesprächen gab es ein Angebot aus dem Süden. Doch das aus Dillingen soll laut Insidern bislang deutlich besser gewesen sein.

Dass die Donauwörther jetzt nachbessern wollen, überrascht Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul: „Eigentlich haben wir ja über Angebote in der Vergangenheit gesprochen.“ Und dass die Nördlinger jetzt sogar zwei Angebote auf dem Tisch haben – eines aus Dillingen und eines aus Donauwörth – mache die Entscheidung umso schwieriger. Zumal für Faul die Dreierlösung immer noch Priorität hat. Wie Insider unserer Zeitung mitgeteilt haben, haben die Nördlinger in der Vergangenheit ein Gutachten erarbeiten lassen. Darin wird die Frage untersucht, welche Sparkassen-Fusion die sinnvollste ist.

Sparkasse Nördlingen will alle Angebote prüfen

Das Ergebnis: die Dreierlösung. Faul, der auch Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Nördlingen ist, sagt, das Donauwörther Angebot beziehe sich ganz klar auf eine Zweierlösung im Landkreis Donau-Ries. Man werde das Schreiben genau prüfen und mit dem Angebot nicht leichtfertig umgehen. Allerdings verzögere die erneute Offerte den Entscheidungsprozess.

Und die Dillinger? Die schauen sich die ganze Sache aus der Ferne an. Landrat Leo Schrell lässt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilen: „Wir warten zunächst die Entscheidungen ab, die in den beiden Sparkassen Donauwörth-Oettingen und Nördlingen nun zur Frage des Eintritts in eventuelle Fusionsverhandlungen getroffen werden müssen.“

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