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Mikrozensus

24.01.2015

Startschuss für die kleine Volkszählung

Die „kleine Volkszählung“, der Mikrozensus findet jährlich statt.
Bild: dpa/oh

In diesem Jahr werden Fragen zur Kranken- und Sozialversicherung gestellt. Für die ausgewählten Haushalte besteht Auskunftspflicht

Das Thema Volkszählung weckt bei jedem ganz unterschiedliche Assoziationen. Von der Weihnachtsgeschichte bis zur Angst vor dem gläsernen Bürger ist hier alles dabei. Der kleine Bruder der Volkszählung ist der sogenannte Mikrozensus. In Deutschland wird diese „kleine Volkszählung“ jedes Jahr durchgeführt.

Statt aller Haushalte wird hier nur ein Prozent der Bürger befragt, die wiederum nach einem Zufallsverfahren ausgesucht werden. In Bayern sind dies 60000 Haushalte - im Landkreis werden vom Mikrozensus an die 1300 Menschen betroffen sein. Die Befragung ist jetzt im Januar offiziell gestartet, das teilte das Bayerische Landesamt für Statistik mit.

Aufgrund der im Vergleich zur Volkszählung weitaus geringeren Anzahl an Befragungen ist der Mikrozensus verhältnismäßig kostengünstig und hält auch die Belastung der Bürger in Grenzen. Die Volkszählung des Jahres 2011 hatte immerhin über 700 Millionen Euro verschluckt.

Während der Zensus des Kaisers Augustus auf den Aufbau einer effektiven Adressdatei abzielte, die das Eintreiben der Steuern erleichtern sollte, ist die Volkszählung beziehungsweise der Mikrozensus der Bundesrepublik eine rein statistische Erhebung.

Ihr Ziel ist es, eine bessere Informations- und Datengrundlage für die politische Entscheidungsfindung zu schaffen. In Deutschland werden seit dem Jahr 1957 über den Mikrozensus laufend aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bürgerinnen und Bürger ermittelt. Die Auswahl der befragten Haushalte bei dieser kleinen Volkszählung erfolgt per Zufallsverfahren. „Ein in die Stichprobe aufgenommener Haushalt verbleibt dort für vier aufeinander folgende Jahre“ erklärt dazu Gunnar Loibl, Pressesprecher des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Jedes Jahr würden circa 25 Prozent der Haushalte aus der Stichprobe rutschen und durch neue ersetzt. Auf diese Weise sei der Turnus nach vier Jahren beendet. Ein Großteil der Fragen werde jährlich identisch gestellt, ein kleiner Teil nur alle vier Jahre. Konkret bedeute dies also, dass diese „Zusatzfragen“ nur einmal pro Haushalt beantwortet würden. In diesem Jahr seien dies Fragen zur Sozial-, Renten- oder Krankversicherung. Grundsätzlich gilt, dass jeder zur Auskunft verpflichtet ist: „Es besteht generell Auskunftspflicht. Eine Befreiung ist nur in sehr außergewöhnlichen Belastungs- und Ausnahmefällen denkbar, zum Beispiel dauerhafte schwere Krankheit ohne die Möglichkeit, dass ein Angehöriger die Fragen beantwortet“, so Loibl weiter.

Die Mikrozensusbefragungen würden ganzjährig, von Januar bis Dezember, stattfinden. Wann genau der Landkreis Donau-Ries mit der Befragung an der Reihe sei, das könne er nicht sagen.

Tatsächlich aber würden die Haushalte in der Regel zwei Wochen zuvor benachrichtigt. Anstelle des persönlichen Interviews mit den so genannten „Erhebungsbeauftragten“ sei es möglich, sich den Fragebogen zuschicken zu lassen, ihn selbst auszufüllen und per Post an das Landesamt in München zurück zu senden. Wobei der Ausdruck „Fragebogen“ für den 64 Seiten umfassenden Fragenkatalog von immerhin 178 Fragen reichlich untertrieben ist.

Bei aller staatlichen Neugier aber brauche man den „Gläsernen Menschen“ nicht zu fürchten: „Tatsächlich sind Datenschutz und Geheimhaltung, wie bei allen Erhebungen der amtlichen Statistik, umfassend gewährleistet“, versichert der Pressesprecher des Landesamtes. Die „Interviewer“ würden sich schriftlich ankündigen und mit einem Ausweis legitimieren. Und: „Sie sind zur strickten Verschwiegenheit verpflichtet.“

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