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06.07.2010

Stasi-Lampe und Sandmännchen

München/Oettingen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eröffnete gestern im Bayerischen Kultusministerium in München die Ausstellung "20 Jahre Mauerfall". Diese hatten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 des Albrecht-Ernst-Gymnasiums Oettingen erarbeitet. Sie wird bis Ende Juli im Kultusministerium gezeigt.

Mit dem Jugendbuch "Lilly unter den Linden" von Anne C. Voohoeve hatte der Deutschlehrer Günther Schmalisch die Kinder dazu motiviert, sich mit der Situation der Menschen in beiden deutschen Staaten, der Fluchtbewegung, dem Bau der Mauer als Reaktion der SED-Führung darauf, dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung intensiv zu beschäftigen. Dabei standen die Fragen der Kinder und mögliche Antworten im Mittelpunkt.

Inhaltlich stehen dabei Kindheit und Jugend, Einkaufen und Essen sowie Schule und Arbeit in der DDR im Mittelpunkt, aber auch das Herrschaftssystem der SED mit Staatssicherheitsdienst, Mauerbau und Nationaler Volksarmee werden dargestellt mit den Gründen, warum Menschen in großer Zahl die DDR verlassen hatten. Allein bis 1961, zum Bau der Mauer, waren über 2,6 Millionen Bürger aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland geflüchtet, auf der Suche nach Freiheit und der Möglichkeit, sich zu entfalten. Neben Zahlen und Fakten konfrontieren die Schülerinnen und Schüler die Betrachter der Ausstellung auch mit Gegenständen aus dem Alltag der Menschen in der DDR. Eine Verhörlampe der Staatssicherheit gehört ebenso dazu wie Exemplare des "Neuen Deutschland", ein Modell des "Trabis" wie auch das Sandmännchen und ein Stein aus der Berliner Mauer. Die Besucher werden von einem "Volkspolizisten" (Vopo) begrüßt.

Minister Spaenle hat die Schüler eingeladen, die Ausstellung im Kultusministerium zu zeigen. "Der Mauerfall am 9. November 1989 brachte rund 17 Millionen Menschen die Freiheit", betonte der Minister im Vorfeld der Ausstellungseröffnung. "Er machte für die Menschen beiderseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs den Weg frei zur staatlichen Einheit im Oktober 1990." Für den Minister steht die Ausstellung in engem Zusammenhang mit der umfassenden und erfolgreichen Arbeit an Bayerns Schulen, den jungen Leuten Kenntnisse über den Alltag in der DDR zu vermitteln. In der Vergleichsstudie "Soziales Paradies oder Stasi-Staat?" hatten Dr. Monika Deutz-Schroeder und Prof. Dr. Klaus Schroeder herausgefunden, dass bayerische Schüler deutlich mehr über den Alltag in der DDR wussten als gleichaltrige Schüler in anderen Ländern.

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Spaenle begrüßt es nachdrücklich, dass sich Schülerinnen und Schüler sehr intensiv mit der deutschen und der bayerischen Geschichte auseinandersetzen.

Er selbst hatte Anfang 2009 eine entsprechende Initiative zur Landesgeschichte gestartet. (RN)

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