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Möttingen

16.06.2017

Steaks aus dem Automaten

Die zwei Automaten in der Hütte am Xander Hof in Möttingen.

Am Xander Hof in Möttingen steht neben dem Milchautomat nun auch ein Gerät mit Grillfleisch, Wurst und Spätzle.

Links neben der Einfahrt des Xander Hofs in Möttingen steht eine kleine Holzhütte. Darin füllt sich Margret Spielberger einen Liter Milch aus einem blau-weißen Automaten ab. Gleich daneben steht ein weiteres Kühlgerät mit Speck, Steaks oder Brotaufstrichen. „Ich bin begeistert. Zu jeder Zeit kann man sich was holen“, sagt sie.

Die Eheleute Marlene und Werner Meyer haben im vergangenen Dezember den Milchautomaten auf ihrem Hof aufgestellt. „Im Grunde war das ein Versuch“, sagt der Landwirt. Seine Frau sei skeptisch gewesen. Da der Milchautomat gut angenommen worden ist, wurde Mitte März das zweite Gerät installiert. Marinierte Steaks, Spätzle in 500-Gramm-Packungen und Wurstgläser werden angeboten. „Je größer das Angebot ist, umso mehr kommen vorbei“, sagt Werner Meyer. An Fronleichnam sei bis 17 Uhr der Großteil weg gewesen.

Die Fleischprodukte stammen von der Metzgerei Finsterer bei Bissingen, die wiederum ihr Tiere zum Schlachten vom Xander Hof bekommt. Die Holzhütte ist Tag und Nacht offen, die Automaten können rund um die Uhr genutzt werden. Durch die Kühlaggregate wird es ziemlich heiß in dem Häuschen, deswegen soll noch ein Loch in die Rückseite gemacht werden. „Früher haben wir die Produkte einfach auf einem Tisch angeboten, aber im Sommer müssen die Lebensmittel kühl bleiben“, erzählt Marlene Meyer. Alle zwei Wochen backt sie Brot, das dann zusätzlich in der Hütte verkauft wird.

Im Schnitt würden täglich 25 Liter Milch ausgegeben, bei den anderen Produkten variiere der Verkauf stärker. Zum Wochenende hin wird mehr verkauft, sagt der Landwirt. „Man stand auch mal Schlange“, sagt die Anwohnerin Margret Spielberger. Wirklich für die Automaten geworben, haben die Eheleute Meyer nicht – nur ein paar Flyer am Frühjahrsmarkt in Möttingen ausgelegt und ein Beitrag bei Facebook veröffentlicht.

Auf einem kleinen Tisch werden noch Eier von einem Bauern aus Grosselfingen verkauft. Daneben liegt ein Gästebuch mit einigen Einträgen. Anwohner bedanken sich für die 24-Stunden-Versorgung. Falls mal etwas übrig bleibt, verarbeitet Familie Meyer die Reste oder es wird an die Tiere verfüttert. „Weggeworfen wird nichts“, sagt Marlene Meyer. Sie empfiehlt, die Milch im Glas zu lagern, dann würde sie besser schmecken. Zwei Tage könne sie im Kühlschrank aufgehoben werden. Am Milchautomaten steht, dass man die Milch vor dem Verzehr abkochen soll. „Ich bin verpflichtet, das hinzuschreiben, selber halte ich davon nichts“, sagt Werner Meyer. Rohmilch stärke in geringen Mengen die Abwehrkräfte.

Margret Spielberger hat einen Liter für einen Euro gekauft und sagt: „So einfach wie das geht, kann jetzt sogar mein Mann mal Milch holen.“

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