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Stellvertreterwahl in Nördlingen mit den falschen Kandidaten

Stellvertreterwahl in Nördlingen mit den falschen Kandidaten
Kommentar Von Martina Bachmann
08.05.2020

Plus Warum haben die Christsozialen nicht auf ihren bisherigen Zweiten Bürgermeister gesetzt? Was sich hinter den Kulissen abgespielt hat.

Den Verantwortlichen in der CSU scheint das Händchen abhanden gekommen zu sein, neue geeignete Kandidaten für führende Posten auszuwählen. Bei den Kommunalwahlen am 15. März fuhr Joachim Fackler in Donauwörth ein blamables Ergebnis von 15,9 Prozent ein, Bernd Spielberger erreichte in Harburg gar nur 12,5 Prozent. Mit Claudia Marb in Rain und Steffen Höhn in Nördlingen schafften es zwar zwei Bewerber in die Stichwahl – verloren am Ende aber doch. Und jetzt scheiterte die Bewerberin der CSU für den Posten des Zweiten Nördlinger Bürgermeisters in der ersten Sitzung des Nördlinger Stadtrates auch noch krachend.

Maximiliane Böckh wurde nicht einmal von allen Mitgliedern ihrer eigenen Fraktion gewählt. Die Christsozialen stehen somit in Nördlingen mit leeren Händen da. Und so mancher fragt sich: Warum setzte die Fraktion nicht einfach wieder auf Markus Landenberger-Schneider, ihren bisherigen Zweiten Bürgermeister?

Die Antwort darauf verstehen wohl nur CSU-Parteimitglieder: Landenberger-Schneider, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, habe sich dem bisherigen Oberbürgermeister Hermann Faul von der PWG gegenüber zu loyal verhalten. Doch ist das nicht die Aufgabe eines Zweiten Bürgermeisters, den OB loyal zu vertreten, selbst wenn der aus einer anderen Partei kommt? Zudem soll Landenberger-Schneider CSU-OB-Kandidat Steffen Höhn im Wahlkampf nicht genügend unterstützt haben. Was nachvollziehbar wäre, würde das Gerücht stimmen, dass Landenberger-Schneider einst selbst Ambitionen hegte, Nördlingens neuer OB zu werden. Man stelle sich eine Wahl David Wittner gegen Markus Landenberger-Schneider einmal vor… Wer da wohl am Ende die Nase vorn gehabt hätte?

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Sehenden Auges in die Niederlage?

Besonders bitter wäre es, wenn es stimmt, was verlässliche Quellen behaupten: Dass die Christsozialen Böckh sehenden Auges in die Niederlage geschickt haben. Bei Gesprächen in der vergangenen Woche habe man den CSU-Vertretern – allen voran dem neuen Fraktionsvorsitzenden Steffen Höhn – klargemacht, dass man Landenberger-Schneider wählen werde, Böckh dagegen nicht. Dennoch ersparte es Höhn seiner Parteifreundin nicht, bei der Wahl anzutreten. Und Landenberger-Schneider wagte es nicht, gegen den Willen der CSU zu kandidieren. Stattdessen hörte er mit hochrotem Kopf in der Stadtratssitzung zu, wie sein neuer Fraktionsvorsitzender ihn für seine bisherige Arbeit lobte.

Höhn hat im Rat Gegner, die wissen, wie man Mehrheiten organisiert: PWG-Fraktionsvorsitzender bleibt Helmut Beyschlag, Wolfgang Goschenhofer führt die Grünen/Frauenliste. Und Gabriele Fograscher, die neue SPD-Fraktionsvorsitzende, kennt das Geschäft Politik wahrlich zur Genüge, um zu wissen, was die Stimmen ihrer Genossen wert sind. Wer wie die CSU acht von 30 Sitzen im Rat hat, hat noch lange keine Mehrheit.

Lesen Sie dazu den Hintergrund:

Kampfabstimmung im neuen Stadtrat

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