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Nördlingen

22.04.2015

Stiftungswald wirft Profit ab

Forstdirektor Werner Vonhoff konnte für den Nördlinger Stiftungswald Erfolge vermelden.

Forstdirektor Wener Vonhoff weist 95000 Euro Reingewinn für 2014 aus. Dass es zuvor mehr waren, lag an einem Sturm.

Die Stadt Nördlingen sieht ihren Stiftungswald nicht in erster Linie als Einnahmequelle, sondern als Quell von Naherholung und Naturpflege. Dennoch freute sich Bopfingens Forstdirektor Werner Vonhoff, dem Hege und Pflege des gesamten Stiftungswaldes unterstehen, bei seinem diesjährigen Bericht vor dem Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates wieder schwarze Zahlen präsentieren zu können. 95000 Euro betrug der Reingewinn für 2014, obwohl 25 Prozent weniger Holz verkauft werden konnte als 2013. Damals hatte der Reingewinn bei der Rekordsumme von 217000 Euro gelegen. Die Stürme hatten deutlich mehr Sturmholz als der Orkan ’Niklas’ in diesem Monat geliefert.

Thomas Mittring (Stadtteilliste) erkundigte sich, ob sich Sturmschäden durch Vergrößerung des Angebots negativ auf den Holzpreis ausgewirkt hätten. Vonhoff erklärte, die Marktlage sei eher vom milden Winter und dem verbilligten Heizöl geprägt. Trotzdem habe man noch einen sehr guten Durchschnittspreis von 67 Euro pro Festmeter Brennholz erzielen können. Vonhoff berichtete von einem aktuellen Beschluss des Bundeskartellamtes, der ihn regelrecht aus der Fassung gebracht habe: Das Amt wolle staatlichen Stellen wie seinem Forstamt künftig verbieten, Stammholz zu verkaufen. Der Grund: Forstämter hätten eine zu große Vormachtstellung gegenüber anderen Holzanbietern. Damit fiele künftig die Wertholzsubmission nahe Aufhausen ins Wasser. Oberbürgermeister Hermann Faul zeigte sich relativ ungerührt von derartigen Entwicklungen: „Wir werden schon Wege finden, um unser Holz an den Mann zu bringen.“ Tatsächlich sagte Vonhoff, er könne sich vorstellen, dass die Stadt ihr Holz in Aalen über nicht-amtliche Händler verkaufe.

200 Hektar Wald habe man 2014 durchforstet und mit 400000 Jungpflanzen besetzt; zum größten Teil Nadelhölzer, die sich langfristig im Vergleich zu Laubhölzern als wertvoller erweisen. Dennoch bestreiten Laubhölzer rund 40 bis 50 Prozent des Stiftungswald-Bestandes; vor allem auf der Marienhöhe wolle man gezielt den Parkcharakter mit schönen Fremdhölzern pflegen. Auf die Nachfrage von Markus Landenberger-Schneider ( CSU), warum Laubhölzer so stark vertreten seien, obwohl vorzugsweise Nadelhölzer nachgezogen werden, erläuterte er, Laubholz wachse ohne Zutun von selbst nach. Daran ändere auch der Wildverbiss nichts. Thomas Mittring (Stadtteilliste) erkundigte sich generell, wer Abschussquoten festlege und den Verbiss damit regeln könne. In Baden-Württemberg sei es das jeweilige Kreisjagdamt, in Bayern das Landratsamt, so Vonhoff. Gegebenfalls bilde man einen Mittelwert.

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Gezielter Verbiss, beispielsweise die Beweidung von Ziegen am Hexenfelsen auf der Marienhöhe, sei nicht nur ein ökologisch sinnvolles Vorgehen, sondern auch eine Attraktion für Familien. Auf Nachfrage von Johannes Ziegelmeir (PWG) bedauerte der Forstdirektor, dass es über den Einsatz von Steinböcken im Holheimer Geotop Lindle noch keine Neuigkeiten gebe. Oberbürgermeister Faul unterstrich, er habe dieses Vorhaben noch lange nicht aufgegeben.

Dorothea Gaudernack (CSU) erkundigte sich nach der Entwicklung der Eichenprozessionsspinner. Vonhoff ließ keinen Zweifel daran, dass sie mittlerweile überall im Stiftungswald normaler Bestandteil der Natur seien, sich aber generell im Wald nicht so verbreiten wie auf frei stehenden Dorfeichen.

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