1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Stimmungsvoll und poetisch

Veranstaltung

03.05.2016

Stimmungsvoll und poetisch

Die Rieser Musikschule wählte für ihr Frühjahrskonzert mit ihren Chören und einem Orchester als Aufführungsort die Klosterkirche Mönchsdeggingen.
Bild: Ernst Mayer

Chorkonzert der Rieser Musikschule in der Klosterkirche Mönchsdeggingen

Die Rieser Musikschule wählte sich für das Frühjahrskonzert diesmal die Klosterkirche Mönchsdeggingen aus und fand damit einen idealen Ort für die tief greifenden geistlichen Vokalwerke Felix Mendelssohns, Max Regers und Gabriel Faurés. In einer Projektphase hatte sich in der Musikschule aus Mitgliedern des Kammerchors und weiteren Interessenten unter dem Titel „Vokalisando“ ein Chorensemble zu drei Probenphasen zusammengefunden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Thorsten Roth, der Leiter der Musikschule, erarbeitete mit den Choristen die Interpretation der unterschiedlichen musikalischen und inhaltlichen Aussagen der romantischen Choralwerke. In Max Regers Choralmotette „Und unsrer lieben Frauen“ wurde dessen religiöse Ergriffenheit nach einem exzessiven Leben ausgedrückt, in dem von Chromatik und Polyphonie geprägtem Satz. Während Reger als „katholisch bis in die Fingerspitzen“ galt, war Felix Mendelssohn-Bartholdy ein jüdischer Konvertit zum evangelischen Glauben.

Die beiden von „vokalisando“ gesungenen Chorwerke sind Beispiele dafür, dass Mendelssohn neben der Erweckung der Bach-Passionen die Romantik in der protestantischen Kirche etablierte. Mit einem kräftigen „Jauchzet dem Herrn alle Welt!“ leitete der Chor diese den Psalm 100 ausdrückende Motette ein, um in der Folge den Jubel in einem leisen Lob die Dankbarkeit über die Aufnahme in die Vorhöfe des Himmels verwandelte. „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ begannen die Sopranstimmen sehr verhalten, „dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“, so gelang ein hochromantisch komponiertes Gebet dem Chor in berückender Intensität und Klarheit.

Das Hauptwerk des Konzerts war dem Kammerchor der Rieser Musikschule vorbehalten mit Solisten aus den eigenen Reihen und einem kleinen Orchester aus Mitgliedern des Musikschul-Sinfonieorchesters: das „Requiem“ von Gabriel Fauré. Dirigent Thorsten Roth verzichtete, ganz im Sinne von Fauré, mit Ausnahme der „Dies irae“ (Tage des Zorns) auf allzu starke Dramatisierung, dessen Komposition eher ein friedvolles Bild des Todes abgibt, das insgesamt sehr stimmungsvoll und poetisch dargestellt wurde und inhaltlich tröstlich das Himmelreich erahnen ließ. Ein sehr inniges „Pie Jesu“ sang die Sopransolistin Isabel Graumann, die besänftigende Güte Jesu beschwörend. Ernst Mayer übernahm das Rezitativ im Offertorium und die Arie „Libera me“, die Bitte um Befreiung vor den Schrecken des letzten Gerichtes. Nach den letzten Worten „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken“ spendeten die Zuhörer den Akteuren einen langen Beifall. (rms)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren