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Marktoffingen

18.08.2020

Strecken-Betreiber äußert sich nach tödlichem Motocross-Unfall in Minderoffingen

Seit 1976 sind Motorsportbegeisterte auf dieser Renn-Strecke am Windsberg bei Minderoffingen unterwegs. Am Samstag ist dort ein Fahrer tödlich verunglückt.
Bild: Verena Mörzl

Plus Ein 28-jährigen Motocross-Fahrer stirbt in Minderoffingen nach einem Sturz. Noch sind nicht alle Details des Unglücks geklärt. Wie es jetzt mit der Strecke weitergeht.

Der Motor dröhnt, Dreck peitscht auf. Der Weg schlängelt sich den Hang hinauf und wieder hinab; links, rechts, in engen Kurven und Kehrtwenden. Wer zur Motocross-Strecke des MC Windsberg in Minderoffingen kommt, liebt die Geschwindigkeit. Am vergangenen Samstagnachmittag stand dort jedoch alles still. Ein 28-jähriger Fahrer war tödlich verunglückt. „Wir sind tief betroffen und fassungslos“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Was bleibt, sind Trauer und die Frage, wie es zu einem solchen Unglück kommen konnte.

Der Motocross-Sport ist ein gefährlicher. „Es ist kein Kindergeburtstag, Fehler können jederzeit passieren“, sagt Vereinsvorsitzender Rolf Röttinger auf Nachfrage unserer Redaktion. Der MC Windsberg habe deshalb Verhaltensregeln für alle Fahrer aufgestellt. Darunter fallen Strecken- und Sicherheitseinweisungen, eine Helm-, Brustpanzer- und Knieschützerpflicht oder eine Einweisung vor Betreten der Strecke. „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, ein Restrisiko bleibt immer“, betont Röttinger.

Polizei Nördlingen: Wohl niemand anderes beteiligt

Laut Mitteilung der Polizei vom Sonntag war der 28-Jährige vermutlich gestürzt und hatte dabei schwerste innere Verletzungen erlitten. Ein Notarzt konnte den Motorradfahrer nicht mehr retten, der Mann starb am Samstag noch an der Unfallstelle. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass sich der 28-Jährige allein auf dem Streckenabschnitt befand, als er stürzte. „Es war wohl niemand anderes beteiligt“, sagt Walter Beck, Leiter der Nördlinger Polizei auf RN-Nachfrage.

Dem Vereinsvorsitzenden Röttinger zufolge sei der 28-Jährige zur Zeit des Unfalls auf dem sogenannten „Hohlweg“ unterwegs gewesen, einem etwa 100 Meter langen, geraden Streckenabschnitt ohne große Hindernisse und Sprungschanzen.

Letzter großer Unfall im Jahr 2012

Die Minderoffinger Motocross-Strecke besteht bereits seit vielen Jahren. Das Gelände wurde erstmals im Jahr 1976 von Motorsportfans genutzt. „Uns gibt es jetzt schon länger als 43 Jahre. Wir hatten in dieser Zeit noch nie einen Toten zu beklagen“, sagt Röttinger. Die Strecke sei vom Deutschen Motorsportbund (DMSB) abgenommen und es gebe eine Genehmigung vom Landratsamt.

Ein größerer Unfall auf der Strecke ereignete sich zuletzt im Jahr 2012. Ein 23-jähriger Gastfahrer war damals wegen eines Fahrfehlers verunglückt; er erlitt mehrere Knochenbrüche und musste mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Röttinger sagt: „Der Unfall am Samstag ist ein Schock für uns. Wir trauern.“ Die Rennstrecke bleibe aus Respekt vor dem Toten bis auf Weiteres geschlossen.

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