Newsticker

Mecklenburg-Vorpommern erwägt Abschaffung der Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Streifzug durch die Welt des Chorals

Konzert

30.11.2019

Streifzug durch die Welt des Chorals

Die Musikkapelle Reimlingen spielte in der Pfarrkirche St. Georg.
Bild: Jürgen Groß

Die Musikkapelle Reimlingen überzeugt ihr Publikum beim 13. Kirchenkonzert

In ihrem alljährlichen Kirchenkonzert hat die Musikkapelle Reimlingen unter der Leitung ihres Dirigenten Karsten Sell die Zuhörer in der Pfarrkirche St. Georg mit sentimentalen und erhabenen Klängen in ihren Bann gezogen und stimmte die Besucher mit einfühlsam vorgetragenen Werken auf die beginnende Adventszeit ein. Den Grundstein des Konzerts legte die „Jupiter Hymn“ des englischen Komponisten Gustav Holst aus dem vierten Satz seiner Orchestersuite „Die Planeten“. Monumentale Klangeffekte und ein Reichtum an Klangfarben unterstrichen die spürbare Würde dieses spätromantischen Werks.

Es folgte ein musikalischer Streifzug durch die Welt des Chorals. Hier standen drei Werke verschiedener Epochen im Vergleich. Mit „Vergiss mein nicht, mein allerliebster Gott“ von Johann Sebastian Bach (1675 – 1750) aus dem Jahr 1735 wurde ein typischer barocker Choral vorgestellt. Demgegenüber stand der 1890 komponierte Choral „An mein Land“ aus der dritten Sinfonie „Für mein Vaterland“ des Niederländers Bernard Zweers (1854 – 1924). Die dem Zeitgeist entsprechenden patriotischen Tendenzen wurden am Konzertabend in Reimlingen durch das Zusammenspiel von Orchester und Orgel in einem großen Spannungsbogen bestens herausgearbeitet. Den Reigen schloss der zeitgenössische Choral „Elysium“ aus dem Jahr 1999. Robert Finn benutzt in seinem Werk zwar alle musikalischen Bausteine eines klassischen Chorals, doch hebt er sich durch moderne Kompositionsformen deutlich von den vorherigen ab.

Als Hauptwerk des Abends stand die Tondichtung „Imagasy“ von Thiemo Kraas auf dem Programm. „Imagasy“, ein Neologismus aus den Worten „Imagination“ und „Fantasy“, zu Deutsch Vorstellungskraft und Fantasie, ist gezeichnet von einer sehr emotionalen Tonsprache. Durch instrumentale Vielseitigkeit mit mehreren solistischen Abschnitten, die treffend und klangklar vorgetragen wurden, untermalte das Orchester dieses Werk. Filigrane Zartheit quer durch alle Register wechselte mit voluminösen Passagen, in denen die Gefühlswelt der Zuhörer angesprochen wurde: Empfindsamkeit, Versunkenheit und Pathos.

Streifzug durch die Welt des Chorals

Vier Werke aus dem Bereich Film- beziehungsweise Rock/Popmusik folgten im Anschluss. „Gabriellas Sång“ von Stefan Nilsson aus dem schwedischen Kinofilm „Wie im Himmel“ und „Gabriel’s Oboe“, das Hauptthema des amerikanischen Films „The Mission“. In letzterem zeigte Solistin Stefanie Mielich (Alt-Saxophon) gekonnt in einer einfühlsamen Art und Weise auf, dass Komponist Ennio Morricone nicht nur das Genre des Italowesterns bedient, sondern mittels seiner Musik auch reichlich mit Herz zu überzeugen weiß. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ heißt es im Gedicht des Theologen und NS-Regimegegners Dietrich Bonhoeffer, das Jahre später vertont und somit zu einem der schönsten und bekanntesten geistlichen Lieder unserer Zeit wurde. Mit dem neuen Arrangement von Martin Scharnagl verabschiedete sich die Musikkapelle Reimlingen von ihrem Publikum, ehe zusammen „Macht hoch die Tür“ angestimmt wurde und somit schließlich adventliche Töne einkehrten. (pm)

Das Konzert wird am Sonntag, 1. Dezember, um 18.30 Uhr noch einmal in St. Alban in Wallerstein aufgeführt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren