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Region

11.02.2015

Stromtrassen: Betriebe zurückhaltend

Die IHK hält Stromtrassen in der Region für unumgänglich. Gerade energieintensive Betriebe seien nach Abschalten der Atomkraftwerke darauf angewiesen, weil es noch keine industrietauglichen Alternativlösungen bis dahin gebe.
Bild: dpa

Während sich die IHK positioniert hat, wollen Unternehmen erst einmal abwarten

Die Diskussion um die Notwendigkeit von Stromtrassen ist nach wie vor in vollem Gange. Die Bevölkerung begehrt gegen die Planungen der Netzbetreiber auf, wie jüngst bei einer Kundgebung in Oettingen. Der Energiedialog des Bayerischen Wirtschaftsministeriums brachte noch keine klaren Ergebnisse. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben, die die Interessen der Unternehmen vertritt, hingegen positioniert sich eindeutig für Trassen.

IHK-Vize-Präsident Hartmut Wurster vertritt die Auffassung, eine sichere und wettbewerbsfähige Stromversorgung für die Region Bayerisch-Schwaben mit vielen Betrieben im Bereich der Produktion sei ohne eine Stromtrasse nicht möglich.

Den Vorschlag, statt der Trasse neue Gaskraftwerke zu bauen, sehe die schwäbische Industrie jedoch kritisch. Solche Anlagen könnten zwar den Spitzenbedarf zu bestimmten Tageszeiten ausgleichen, sagt Vizepräsident Wurster. Aber für die Erzeugung von Grundlaststrom könnten Gaskraftwerke aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht genutzt werden. Strom aus Gas sei zu teuer. Eine Alternative sieht Wurster in der Speicherung von Wind- und Sonnenstrom. Allerdings seien industrietaugliche Lösungen für große Strommengen bis zum Abschalten der bayerischen Atomkraftwerke 2022 nicht machbar. Große Unternehmen in der Region halten sich im Gegensatz zur IHK noch zurück mit einer Festlegung. Das Weltunternehmen Hama in Monheim erklärte, dass eine ausreichende Stromversorgung von entscheidender Bedeutung sei. Welche Lösung in der Stromtrassendiskussion die Vernünftigste wäre, könne aus heutiger Sicht nicht gesagt werden, betonte Prokurist Christian Seel-Mayer auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch bei der Südzucker AG in Rain wird die Debatte mit Gelassenheit verfolgt. Von der Pressestelle des Unternehmens in Mannheim hieß es, Südzucker erzeuge den benötigten Strom größtenteils selbst in eigenen Kraftwerken. Deshalb sei man von der Diskussion nicht direkt betroffen.

Hermann Rieger, Geschäftsführer der Ohnhäuser GmbH in Wallerstein, sagte, im Moment sei es schwierig, die Situation zu beurteilen. Dies liege vor allem daran, dass sein Unternehmen als Verbraucher keine verlässlichen Informationen hinsichtlich des regionalen Stromnetzes und dessen aktueller Belastung habe.

Sollte allerdings durch die geplante Abschaltung der Atomkraftwerke eines Tages nicht mehr genügend Strom aus der Region kommen, würde die Wahrscheinlichkeit für eine Stromtrasse von Nord nach Süd steigen.

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