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22.06.2009

Therapie vor Ort für Suchtkranke

Nördlingen (pm) - Vor fast genau zwei Jahren startete die Nördlinger Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Diakonie ein neues Angebot: die sogenannte "Ambulante Reha Sucht", kurz ARS genannt. Im Rahmen der Suchtwoche, die bundesweit auf die Gefahren von Suchtmittelkonsum und -missbrauch hinweisen will, stellt die Nördlinger Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Diakonie diese Form der Behandlung von Abhängigkeit als eine Alternative zur stationären Behandlung in einer Suchtfachklinik noch einmal besonders heraus.

"Bestens bewährt"

Die Dipl.-Sozialpädagogin und Suchttherapeutin Petra Bieneck-Ratzka und die Dipl.-Psychologin Beate Vogt sind in der Nördlinger Beratungsstelle zuständig für die "Ambulante Reha Sucht". "Das zusätzliche Angebot vor Ort hat sich bestens bewährt", können die beiden Diakonie-Mitarbeiter nach zwei Jahren feststellen. Zurzeit nehmen dreizehn Personen an dieser Therapie teil. "Die im nördlichen Teil des Landkreises tätige Suchtberatungsstelle bietet die ARS Menschen an, die stark gefährdet sind, eine Suchtmittelabhängigkeit zu entwickeln oder bei denen bereits eine Suchtmittelabhängigkeit besteht", beschreibt Dipl.-Psychologin Beate Vogt die Zielgruppe.

Nur für bestimmten Personenkreis geeignet

Therapie vor Ort für Suchtkranke

"Die zweijährige Erfahrung hat noch einmal untermauert, dass die ambulante Therapie nur für einen bestimmten Personenkreis geeignet ist", berichten die beiden Diakonie-Mitarbeiterinnen. Die Klienten sollten sozial und beruflich gut integriert und nach einer Entgiftungsphase in der Lage sein, abstinent zu bleiben. Die Familien und Partner sollten die Behandlung akzeptieren und auch aktiv unterstützen. Einmal wöchentlich sollte etwa zwei Stunden an einer Therapiegruppe teilgenommen werden, regelmäßig sollten die ergänzenden Einzel-, Paar- und Familientermine wahrnehmen werden.

Dieses Angebot, eine Alternative zur stationären Langzeittherapie oder zu einer Kurztherapie mit einer anschließenden ambulanten Weiterbehandlung, sei insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer interessant, für die der Erhalt ihres Arbeitsplatzes bei einer stationären Langzeittherapie gefährdet wäre.

Die ambulante Suchttherapie findet überwiegend in Gruppentherapie statt. Wöchentlich einmal trifft sich die Gruppe von 18 bis 20 Uhr. Zusätzlich gibt es Einzel-, Paar- und Familiengespräche, je nach Bedarf. Ein weiterer Schwerpunkt sei bereits zu diesem Zeitpunkt eine individuelle Rückfallanalyse und damit verbunden auch Rückfallprophylaxe, "denn gerade am Beginn einer Suchtbehandlung ist die Rückfallgefahr besonders hoch".

Die Ambulante Rehabilitation Sucht ist eine Maßnahme, die vom Rentenversicherungsträger bzw. der Krankenkasse bei entsprechender Beantragung - hier unterstützen die Therapeutinnen der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle - finanziert wird.

Nähere Auskünfte und Informationen zur ARS und zu den weiteren Angeboten der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Diakonie sind erhältlich bei der Diakonie in der Bürgermeister-Reiger-Straße 38, Telefon 09081/2907030 oder im Internet unter www.diakonie-donauries.de

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