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Konferenz

18.11.2019

Treffen aller Cittaslow-Städte in Nördlingen

Die geballte Präsenz der deutschen Cittaslow-Städte am Cittaslow-Zeichen bei der Nördlinger Georgskirche.
Foto: Stadt Nördlingen

Zur Veranstaltung im Rathaus kommen 21 Mitgliedskommunen. Diese Projekte führen die Städte durch.

Die alljährliche Herbsttagung der deutschen Cittaslow-Städte hat heuer in der Bundesstube des Nördlinger Rathauses stattgefunden. Oberbürgermeister Hermann Faul empfing rund 30 Teilnehmer aus 21 Cittaslow-Städten. Dabei wurden verschiedene Themen angesprochen: von einem Positionspapier, das die Rolle von Cittaslow im Weltgefüge definierte bis hin zu realistischen Maßnahmen vor Ort, in denen der einzelne Bürger seine Aufgabe finden soll. Im Aktionspapier sieht man die Aufgaben der großen Politik im Beenden von Kriegen, Aufrüstung, Vertreibung und Handelskonflikten.

Themen mit spürbar direktem Bezug auf die Bürger vor Ort wie Klima- und Artenschutz, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit oder Lebensqualität schlechthin will sich Cittaslow auf die Fahnen schreiben. Manfred Dörr, Präsident von Cittaslow Deutschland und Bürgermeister von Deidesheim, sagte in einem Pressegespräch: „Klima- und Artenschutz soll kein Aktionismus sein, sondern bewusstes Vorgehen in spürbaren Projekten.“ So sei der tiefere Sinn der großen Treffen, die zweimal im Jahr stattfinden, der Austausch von Praxisbeispielen.

In Deidesheim beispielsweise schaffe man durch Nachverdichtung Parkraum. Daraus erwachsen auch Überlegungen, beispielsweise wie ein Parkhaus harmonisch in die Umgebung platziert werden kann. David Wittner, Chef der Tourist-Information, führte das Beispiel „Lebenswerte Kitas“ in Bad Essen bei Osnabrück an, wo gesunde Ernährung und Bewegung forciert werden. Nachverdichtung findet hier statt in Form von „Tiny houses“, also Kleinsthäusern.

Eine Stadtführung durch Nördlingen

Längst haben Cittaslow-Maßnahmen den Rahmen von Einzelaktionen gesprengt: Der stellvertretende Präsident und Bürgermeister von Bad Schussenried Achim Deinert beschrieb, wie sie in Bebauungsplänen Niederschlag fanden, wo Blühstreifen und Staudenflächen im großen Stil einfließen, Gewässerentwicklung bis hin zur Biotopvernetzung weitergetrieben wird. Seine Heimatgemeinde will eine stillgelegte Bahnlinie aufkaufen die den Fluss Schussen als Gewässerbett aufnehmen und durch die Stadt führen soll. Ein Beispiel für eine überregionale Ausweitung von Cittaslow soll laut Manfred Dörr die Zertifizierung der Deutschen Weinstraße zur Nachhaltigkeitsregion sein.

Den Schritt zur Internationalität schließlich wolle man durch eine Zertifizierung über die Grenzen des Dreiländerecks Deutschland-Belgien-Niederlande hinweg vollziehen. „Das wird auch ein Signal für Europa“, stellt Achim Deinert das Cittaslow-Licht nicht unter den Scheffel. Als neue Cittaslow-Kommunen wurden Bad Wimpfen und Schwetzingen begrüßt, womit das Netz jetzt 21 „lebenswerte Kleinstädte“ umfasst, wie es laut Satzung heißt.

Nördlingen wurde vor genau zehn Jahren zur achten Cittaslow. Die Stadt präsentierte sich durch Vorträge von Philipp Wettemann vom Bauamt und Stadtarchivar Wilfried Sponsel. Auf dem Programm standen auch eine Geoparkführung zum Biotop Lindle und natürlich eine Stadtführung durch Nördlingen.

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