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Heiligabend

23.12.2017

Turmweihnacht mit Wendelstein

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2 Bilder
Horst Lenner verbringt mit Turmkatze Wendelstein und Freunden den Weihnachtsabend auf dem Nördlinger Daniel. Unterhalb des obersten Kranzes hat der Haupttürmer auch den Christbaum geschmückt. Für Wendelstein ein Vergnügen.

Heiligabend feiert Türmer Horst Lenner mit dem besten Ausblick über Nördlingen. Neben den üblichen Besuchern schauen Freunde vorbei. Über das etwas andere Weihnachtsfest.

Als Türmer hat Horst Lenner an Weihnachten nicht frei. Ab 22 Uhr wird er den Wächterruf in alle Himmelsrichtungen abgeben. 20 mal bis Mitternacht. Außer „die Piesacker“ verteilen sich wieder rund um den Turm und antworten ihm auf sein „So, G’sell, so“. Dann muss er wieder rufen. Diesen Scherz erlauben sich, wie er vergnügt erzählt, seine engen Freunde des Öfteren. Während er inzwischen nur noch einmal zurückruft, musste er früher permanent antworten, was schon einige Zeit in Anspruch nehmen konnte. An Weihnachten werden es sich Horst Lenners Freunde vermutlich nicht mit ihm verscherzen. Denn einige von ihnen sind eingeladen, nach oben in die Türmerstube zu kommen und ein besonderes Weihnachtsfest zu feiern.

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Auch wenn der Türmer fast ein halbes Jahr auf dem Daniel verbringt, ist an Heiligabend bis auf die Besucherzahlen vieles anders. Der Weihnachtstag ist beliebt für einen Aufstieg in rund 90 Meter Höhe, sei es nun als Zeitvertreib oder Verdauungsspaziergang. Türmer Horst Lenner hat über die Jahre beobachtet, dass meist nur ein Elternteil mit dem Nachwuchs den Verdauungsspaziergang auf den Turm unternimmt. „Wer daheim bleibt, egal ob Vater oder Mutter, der richtet bestimmt noch alles für Weihnachten her. Einer hat mir das mal bestätigt“, sagt Horst Lenner. Die Besucher würden sogar Plätzchen oder anderes Weihnachtsgebäck mitbringen. Manchmal duftet es auch nach Kinderpunsch oder Glühwein, den Besucher in Thermoskannen nach oben tragen. Die Mieze geht auch nicht leer aus. „Die Leute bringen Katzenfutter für Wendelstein mit. Immer wieder kommen sie nur dafür überhaupt auf den Turm.“ Dabei ist sie bei den Türmern gut versorgt. Vier Schälchen stehen in der Stube: Eine für Schmankerl, eine mit laktosefreier Milch, in einer liegt Trockenfutter und aus der vierten schleckt sie Wasser.

Was macht die Turmweihnacht nun aber so besonders? Horst Lenner hat die Antwort: „Es ist wunderschön hier oben zu feiern“, sagt der Nördlinger. Der Ausblick, die Ruhe und trotzdem mitten im Geschehen sein. Dort oben haben die Türmer schon mit 16 Leuten zusammengesessen und gefeiert. Auch an Silvester.

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Die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Turm sieht man bis zum Riesrand leuchten. Der mit weißen Kugeln geschmückte Weihnachtsbaum im Inneren bleibt dabei das Vergnügen der Besucher, der Türmer und vor allem von Katze Wendelstein. Beim Aufbinden des Schmucks und der bunt blickenden Lichterkette tollte die dreifarbige Mieze um Horst Lenners Beine. So ein Weihnachtsbaum ist eben besonders für eine verspielte Katze ein Vergnügen.

Noch etwas hat der Nördlinger über die Jahre beobachtet. An Weihnachten seien die Besucher ruhiger und freundlicher. Nur die Kinder machen Rabatz, die meist viel früher als die Eltern oben angekommen sind. Für ihn als Türmer hat der Winter seinen besonderen Charme. Sobald Schnee liege, sei alles viel heller. Er schätzt abends aber vor allem die Ruhe über der Stadt. Vor allem, wenn die Schneeflocken auf die Dächer rieseln, hat seine Arbeit „etwas sehr Besinnliches“. Untertags übernimmt einer der vier Nebentürmer seinen Posten. Ralf Kluge wird ebenfalls Besuch bekommen, während Horst Lenner das Essen bei der Familie genießt. Eines könnte dem Türmer aber in diesem Jahr verwehrt bleiben. Weil das Wetter etwas milder werden soll, gibt es am 24. Dezember keinen Blick auf die adventlich beleuchtete Altstadt, während langsam die Schneeflocken auf die Dächer herunterrieseln.

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