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Trauung im Ries

13.07.2014

Über 300 Schaulustige bei Adelshochzeit in Oettingen

Prinzessin Teresa von Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg heiratete Carl-Christian Oetker.
Bild: Szilvia Izsó

Prinzessin Teresa zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg gab am Samstag Carl Christian Oetker in Oettingen das Jawort. Ein Trauzeuge überraschte mit einer lustigen Fürbitte.

Wer braucht die Westminster Abbey, wenn er die Oettinger St. Jakobskirche hat, wer den Buckingham Palace, wenn das Residenzschloss Oettingen vor der Tür liegt - und wer braucht Kate und William für eine Traumhochzeit, wenn er Prinzessin Teresa zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg zur Nachbarin hat, die am vergangenen Samstag in der St. Jakobskirche ihrem „Charly“ - Carl Christian Oetker - das Ja-Wort gab?

Mehr als 300 Schaulustige vor Ort

Ähnlich mochten die zwischen 300 und 400 Schaulustigen - überwiegend aus Oettingen und dem Nordries, gedacht haben, die sich am Samstagvormittag ab elf Uhr hinter der Absperrung auf dem Schlossplatz scharten. Aus Schaulust, Neugier auf einen Hauch von der großen weiten Welt, aber auch aus heimatverbundener und herzlicher Anteilnahme heraus wollten sie die Oettinger Variante einer „Traumhochzeit“ live erleben. Und sie wurden nicht enttäuscht: halsbrecherisch hoch waren die Absätze der Damen, umso kürzer dafür ihre Kleider, extravagant die Hutkreationen, mitunter gewagt die eine oder andere Farbkombination und so ein Cut, na klar, der macht schon was her.

Gäste spenden Hochzeitsgeschenk an den  Weißen Ring

Mehr als 600 Gäste, so die offizielle Information, habe die Fürstliche Familie Oettingen zur kirchlichen Trauung mit anschließendem Empfang eingeladen. Anstelle von Hochzeitsgeschenken bat das Paar um Spenden für den Weißen Ring. Die Kirche war vollständig gefüllt: hier waren die Vorstände der Oettinger Vereine, Personen des öffentlichen Lebens der Stadt, die Lokalpolitik, Politiker aus dem Landkreis und darüber hinaus eingeladen. Darunter - neben Bürgermeister, Landrat sowie Bundes- und Landtagsabgeordneten auch UN Sonderbotschafter Präsident Gerd Sonnleitner und Georg Schmid. Ansonsten aber: vor allem Familie, Freunde und Bekannte des Brautpaars. Auf jeden Fall und trotz anders lautender hartnäckiger Gerüchte: kein Mitglied der britischen Königsfamilie - wie die Oettinger Zaungäste etwas enttäuscht feststellen mussten.

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In London kennengelernt

Bereits eine Woche zuvor wurde das Paar standesamtlich von der Oettinger Bürgermeisterin Petra Wagner getraut. Beim Studium in London haben sich die beiden kennen gelernt: Sie, die heute 30-jährige Prinzessin hat dort Politikwissenschaften studiert, Christian Oetker (32 Jahre alt) Betriebwirtschaft. Beide haben ihr Studium mit dem Master abgeschlossen. Sie ist in der Film-, er in der Finanzbranche tätig. Wie es sich für eine filmreife Traumhochzeit gehört, fuhr die Braut zusammen mit ihrem Vater, Albrecht Fürst zu Oettingen-Spielberg, als Letzte vor. Nicht aus der Kutsche, sondern aus einem petrolblauen Benz-Oldtimer stiegen sie vor dem Kirchenportal aus - das von Fahnenabordnungen der Oettinger Vereine gesäumt war. Mit spontanem Applaus wurde Teresa begrüßt. Lächelnd winkte sie in die Menge. Die Oettinger Prinzessin trug den Schleier, unter dem schon die Großmutter des Fürsten geheiratet hatte. Das fiel auf, denn das Familienstück war reinweiß und ihr Brautkleid cremeweiß.

Die ökumenische Trauung zelebrierten Oettingens früherer Stadtpfarrer Franz Xaver Neher und Pastor Ulrich Rüß aus Hamburg. Rüß hatte Carl Christian Oetker konfirmiert und verriet der Braut, dass ihr Gatte niemals „ein aufsässiger Konfirmand“ gewesen sei. Einer der Trauzeugen, Clemens von Veltheim, brachte die Kirche zum lachen, als er in einer Fürbitte für das Paar auch um himmlischen Beistand für die deutsche Nationalmannschaft bat. Mehr als zwei Stunden dauerte die Trauung, die mit viel Musik und Gesang - vor allem Mozart, und ein Stück von Vivaldi - gestaltet wurde. Vor der Kirche harrten währenddessen die Schaulustigen geduldig aus: „Schade, dass man von der Musik hier draußen nichts hört“, wurde bedauert und eine Oettingerin verriet, warum das Paar auf jeden Fall glücklich werde: „Es hat während der Trauung ein wenig geregnet, der Storch hat geklappert und die Sonne kam heraus: Wasser, Storch und Sonne - alles Zeichen, die Glück bringen“.

Feier wurde zum Oettinger Ereignis

Als dann das junge Brautpaar aus der Kirche schritt - wurde es mit Applaus und der Musik der Oettinger Stadtkapelle empfangen. Danach ging es zum Empfang, in den Schlosshof - das Wetter hielt, obwohl der Himmel sich immer wieder zuzog. Das eigentliche Hochzeitsfest schließlich fand am Abend im Freundes- und Familienkreis im Schloss statt.

Obwohl die Familie des Bräutigams sehr viel Wert darauf gelegt hat, dass das Fest möglichst privat bleibt, hat die Fürstliche Familie ein Oettinger Ereignis daraus gemacht: so halfen beim Catering überwiegend Einheimische mit. Auch bei den Festvorbereitungen war die Stadt- und Landbevölkerung mit eingebunden: beim Herrichten des prächtigen Blumenschmucks zum Beispiel. Und weil die Oettinger das Feiern so lieben, macht schon ein neues Gerücht die Runde: Im nächsten Jahr, davon sind die Oettinger überzeugt, heiratet der Erbprinz!

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