1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Verteidiger: Mutmaßlicher Mord soll Unfall gewesen sein

Justiz

18.04.2019

Verteidiger: Mutmaßlicher Mord soll Unfall gewesen sein

Am Montag erhobt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Landwirt aus dem Ries. Jetzt äußerten sich die Verteidiger ausführlicher.

Die Anwälte des Birkhausener Landwirts, der unter Mordverdacht steht, kritisieren die Staatsanwaltschaft und sprechen von einer „abenteuerlichen Theorie“. Was ist in dem Wallersteiner Ortsteil wirklich passiert?

Der mutmaßliche Mord eines Landwirts aus dem Wallersteiner Ortsteil Birkhausen an seiner Ehefrau sorgt schon vor dem Prozess für heftigen Streit zwischen Staatsanwälten und Verteidigern. Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen den Bauer Mordanklage erhoben, weil dieser angeblich seine Frau mit Gülle umgebracht haben soll. Die drei Verteidiger sprechen von einer „abenteuerlichen“ Theorie. „Unser Mandant bestreitet den erhobenen Tatvorwurf vehement“, teilte Nico Werning, der Münchner Rechtsanwalt des 54 Jahre alten Landwirts, am Mittwoch mit.

Die Leiche der Frau aus Birkhausen war im September 2018 in der Nähe einer Güllegrube entdeckt worden. Bei der Obduktion war Gülle im Körper festgestellt worden, zudem soll das Opfer Schläge gegen den Kopf erhalten haben.

Ist die Tote nahe der Güllegrube bei einem Unfall umgekommen?

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Nach Ansicht der Ermittler sollen die Trennungspläne der 51-jährigen Frau das Motiv gewesen sein. Der Bauer soll befürchtet haben, das Vermögen des Paares von mehr als 130000 Euro nicht für sich alleine behalten zu können.

Dabei unterschlage die Staatsanwaltschaft entlastende Ermittlungsergebnisse, sagen die Rechtsanwälte. „Die Verteidigung geht vielmehr von einem tragischen Unfallgeschehen aus, an dem unser Mandant in keiner Weise beteiligt war.“ Die Frau sei vermutlich selbst in die Güllegrube gestiegen. Als der Bauer die 51-Jährige leblos fand, habe er sofort den Notarzt gerufen.

Martina Sulzberger, die Pflichtverteidigerin des Birkhausener Landwirts, betonte auch am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung, dass ihr Mandant weder etwas mit den Schlägen noch mit der Tatsache zu tun habe, dass die Frau Gülle im Körper hatte. „Er hat beides nicht gemacht“, sagte Sulzberger. Auf Nachfrage, wie dieser Unfall konkret ausgesehen haben soll, äußerte sich die Juristin nicht.

Einen Termin für einen Prozess vor dem Landgericht Augsburg gibt es noch nicht. Die zuständige Strafkammer muss zunächst entscheiden, ob die Mordanklage zur Verhandlung zugelassen wird. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. (dpa/vmö)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren