Newsticker

Zahl der Antikörper sinkt schnell: Studie dämpft Hoffnungen auf Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Viel Applaus für vier Ausnahmekünstler

Musik

29.11.2019

Viel Applaus für vier Ausnahmekünstler

Begeisterten das Publikum im Konzertstadl (von links): Jan Eschke, Harald Scharf, Stephan Staudt, Norisha Campbell und Michael Vochezer.
Bild: Dieter Mack

Norisha und Band überzeugen das Publikum im Reimlinger Konzertstadl mit Eigenkompositionen. Besonders die Sängerin beeindruckt

Da hat sich das Nördlinger Kulturforum mal was richtig Schönes zum Abschluss des Jahres gegönnt. Norisha & Band brachten den ausverkauften Konzertstadl beinahe an den Rand eines Tollhauses. Standing Ovations und zwei Zugaben waren der Lohn für die vier Ausnahmemusiker um ihre charismatische Sängerin Norisha Campbell.

Die Musiker dürfen zuerst auf die Bühne und beginnen das Konzert mit einem kleinen aber feinen Drumsolo von Stephan Staudt. Nach und nach setzen die anderen Instrumente ein, bis ein unüberhörbares Raunen durch den Stadl geht. Norisha läuft durch das Publikum in Richtung Bühne. Doch was heißt hier Laufen, sie schwebt förmlich durch den Raum – barfuß, ohne Schuhe.

Da kann es einem schon mal den Atem verschlagen ob der Erscheinung, die sich hier auf der Bühne präsentiert. Ganz in Rot, 1,90 Meter groß, aus Florida, Ex-Profivolleyballerin und ja, sie ist nicht die Schwester von Naomi Campbell. Aber auch nicht weit davon entfernt – mit einem Lächeln, dem man sich einfach nicht entziehen kann.

Viel Applaus für vier Ausnahmekünstler

Und sie singt. Und wie: Ihre Stimme hat alle Facetten von luftig weich bis hin zur kraftvollen Röhre im Stile einer Tina Turner und fühlt sich sichtlich wohl in den Eigenkompositionen des Bassisten Harald Scharf. Er schreibt die Musik und sie die Texte. Ihr ganzes Herzblut steckt in den Texten und Titeln der jeweiligen Songs. Selten erlebt man eine Sängerin, die sich mit so viel Hingabe in ihre Musik hineinleben kann wie Norisha. Und doch kommt die Musik aus der Tiefe ihrer Seele. Dazu bewegt sie ihren Körper grazil mit einer nicht nachzuahmenden Leichtigkeit und vereint Stimme und Bewegung zu einer einzigartigen Symbiose, von der man nicht genug kriegen kann. Ein Genuss, nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen. Ihre musikalischen Wurzeln liegen in den Gospels, die sie schon als Kind in der Kirche sang. So erzählt sie, dass sie schon als kleines Mädchen viel Beifall erhielt, vielleicht weil sie so schön singen konnte oder weil sie so süß war. Egal – heute ist sie beides.

Norisha hat vier begnadete Musiker dabei. Und sie weiß deren Wert zu schätzen. Jan Eschke an den Keyboards beherrscht vertrackte Jazzakkorde und unglaublich schnelle Läufe gleichermaßen und manchmal hat man das Gefühl, er hätte die Bach’sche Fuge weiterentwickelt. Da driften linke und rechte Hand melodisch weit auseinander, gleiten schon fast ins Chaos ab, um sich wieder im Thema zu finden. Das ist feine Klaviermusik auf allerhöchstem Niveau.

In Sachen Melodie steht ihm der Gitarrist Michael Vochezer in nichts nach. Seine Soli gehen stilistisch durch alle Epochen moderner Gitarrenmusik. Von „folkähnlichen“ Arpeggien über Rocksoli im Stile der „Allmond Brothers“ bis hin zu funkigen Jazz-Einlagen hat er alles im Repertoire. Und das sieht alles bei ihm so lässig und cool aus.

Für den guten Groove sorgt der Drummer Stephan Staudt. Er ist ein erfahrener Jazz-Schlagzeuger mit einer unglaublichen Exaktheit. Er spielt alles auf den Punkt genau, seien es rasante Wirbel oder trickreiche „fill ins“. Ihm zur Seite steht der Bassist Harald Scharf. Neben seinen Fähigkeiten am Bass – er lässt immer wieder mal schöne Soli auch in der schwierigen Daumenlage einfließen – ist er der „Spiritus Rektor“ der Band. Alle Songs des Abends und somit auch von der CD „Standing for Love“ sind Kompositionen aus seiner Feder. Und die sind alle an Genialität kaum zu überbieten. Kommt noch die wundervolle Stimme von Norisha dazu, wird daraus ein spritziger Cocktail aus Funk, Soul und Gospel. Zwei Zugaben runden einen perfekten Konzertabend ab und dann bleibt nur noch ein kleines „Dankeschön“ an das Nördlinger Kulturforum, ohne das es vielleicht solch schöne Dinge hier nicht gäbe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren