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Sozialdienst

24.07.2018

Vier Pfarrer aus 40 Jahren

Der Gottesdienst im voll besetzten Festzelt geriet sehr schwung- und stimmungsvoll; rechts die Deininger Pfarrer aus den vergangenen vierzig Jahren.
Bild: Hummel

Festzelt-Gottesdienst zum Auftakt des 40. Diakoniefestes in Deiningen

Es war alles andere als ein steifer Festakt: Alle vier Pfarrer der vergangenen 40 Jahre waren zusammengekommen, um das Jubiläum des Deininger Diakonievereins Mittleres Ries im Festzelt des Pfarrgartens zu feiern. Die rund 500 Besucher verbargen ihre Wiedersehensfreude nicht. Die Pfarrer gestalteten den Gottesdienst mit dem Deininger Posaunenchor unter Leitung von Julia Gehring gemeinsam; das vorgegebene Thema waren Vorbilder der Diakonie.

Dekan Hermann Seißler, der vor 40 Jahren Diakonieverein und -station initiierte und von 1978 bis 1985 dem Verein vorstand, nannte in seiner Predigt seine Eltern, die in der Rummelsberger Diakonie aktiv waren, seine persönlichen Vorbilder, die ihn in den diakonischen Gedanken hinein gleiten ließen. In der Nachkriegszeit habe er erfahren, wie sie allen bis hin zu Flüchtlingen und Behinderten auf gleicher Augenhöhe begegneten.

Für Pfarrer Rainer Kroninger, Vereinsvorstand von 1985 bis 1998, sind die Vorbilder im Alltag zu suchen. So gingen die ersten Diakone in der Apostelgeschichte aus der alltäglichen Nachbarschaftshilfe hervor und genau diese sei heute wieder die Lösung, die Diakonie bei wachsenden Aufgaben zu unterstützen. Pfarrer Rainer Caesperlein, seit nunmehr 20 Jahren Vereinsvorstand, sah in einer Schwester, die seine Urgroßmutter pflegte, die vorbildliche Kraft, nüchtern zu bleiben und sich nicht enttäuscht abzuwenden, wenn sich Pflegebedürftige auch spröde oder gar aggressiv zeigten.

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Für Johannes Beck, Pflegedienstleiter des Diakonischen Werks Donau-Ries, hegt jeder Christ vorbildhafte Visionen in Form der Hoffnung, die Gesellschaft verändern zu können. Dazu gehöre auch, dass die Arbeit der Pflegekräfte bald adäquat zu anderen Berufen entlohnt werde. Pfarrer Heiko Seeburgs persönliches Vorbild war seine Urgroßmutter, die ihren Pflegekräften herzliche Dankbarkeit entgegenbrachte. Denn Pflege habe schließlich zwei Seiten: „Helfen und sich helfen lassen.“ Die Diakonie selbst, also die Hilfe am Nächsten, wertet Seeburg als Grundtugend des christlichen Glaubens.

Bürgermeister Wilhelm Rehklau würdigte in seiner Ansprache den Mut, der seinerzeit dazu gehörte, eine professionelle Pflegehilfe zu etablieren. Wären die Probleme von heute bekannt gewesen, hätte man die Entscheidung womöglich beiseite geschoben, aber so habe sie sich ausgezahlt. Rehklau hob die Einzelspende einer Frau aus Alerheim hervor, die „Weitblick und unglaubliche menschliche Größe“ zeigte, den Neubau der Diakoniestation ermöglichte und damit die Entwicklung unter dem Motto „Zuhause in guten Händen“ voran trieb. Rehklau persönlich überreichte eine private Geldspende von sich und seinen Kindern.

Heinrich Weng, bis Ende 2017 noch Geschäftsführer der Deininger Diakonie, brachte resümierend den Aspekt ein, dass man wirtschaftliche Zwänge mit der sozialen Aufgabe verbinden müsse, keine Planungssicherheit von Bedarf und nötigen Pflegekräften habe und deshalb immer auf die Flexibilität der Kräfte und deren Mentalität der gegenseitigen Hilfe bauen müsse. Auch die Bündelung aller Kräfte in der Neuformierung der Diakonie Donau-Ries funktioniere gut. Johannes Beck ehrte Pflegedienst-Leiterin Claudia Holzmeier zusammen mit ihrem Stellvertreter Adrian Wörle, der gerade sein Fernstudium zur Pflegedienstleitung erfolgreich bestanden hat. Für zehn Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Erika Rommel, Martina Staudacker und Martha Strehle geehrt.

Nach dem Gottesdienst fand ein großes Mittagessen aller Festbesucher statt; nachmittags spielten die Pfarrerband „Gut drauf“ sowie die Deininger Jugendkapelle.

Im Diakoniegebäude lief eine Diaschau zu 40 Jahren Diakonie-Geschichte.

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