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Debatte

25.11.2018

Vollzeit-Bürgermeister für Reimlingen?

Jürgen Leberle ist Bürgermeister der Gemeinde Reimlingen.
Bild: René Lauer (Archiv)

Bei der Bürgerversammlung spricht sich die Mehrheit der Besucher dafür aus, dass es künftig einen hauptamtlichen Rathauschef gibt. Was Amtsinhaber Jürgen Leberle dazu sagt.

Ginge es nach der Mehrheit der Reimlinger, die zur diesjährigen Bürgerversammlung ins Gasthaus Braun gekommen waren, gäbe es nach der nächsten Kommunalwahl einen hauptamtlichen Bürgermeister in ihrer Gemeinde. Wenngleich sie darauf keinerlei Einfluss haben, brachten sie dies in diversen Wortbeiträgen mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck. Entscheiden muss darüber allein der Gemeinderat, der in dieser Frage gespalten ist.

Bürgermeister Jürgen Leberle, bekanntlich nebenher noch bei der Stadt Nördlingen beschäftigt, drängt auf ein zeitnahes Votum. Er brauche Planungssicherheit für sich und seine Familie und müsse wissen, was 2020 auf ihn zukomme, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Dass er hauptamtlicher Bürgermeister werden will, daraus macht er kein Hehl. Auf die Frage, ob er wieder antreten werde, sollte der Gemeinderat mehrheitlich weiterhin auf einen nebenamtlichen Rathauschef setzen, meinte Leberle: „Das weiß ich noch nicht. Darüber muss ich zu gegebener Zeit nachdenken.“

Die Befürworter eines hauptamtlichen Bürgermeisters unter den Gemeinderäten machten in der Versammlung deutlich, dass eine Kommune wie Reimlingen wegen der gestiegenen Anforderungen, der Komplexität der Aufgaben und des hohen Zeitaufwandes nicht mehr nebenberuflich geführt werden könne. Auch der langjährige Gemeinderat und Reimlinger Ehrenbürger, Dr. Diethard Pfeiffer, hielt ein nachdrückliches Plädoyer in diese Richtung. Das Bürgermeisteramt sei ein „Fulltime-Job“, meinte er.

Für die Skeptiker stellt sich die Frage, ob sich neben den finanziellen Auswirkungen (rund 50000 Euro mehr pro Jahr für das Salär des Bürgermeisters) auch ein Mehrwert für die Gemeinde ergebe. Dies müsse vor einer Entscheidung berücksichtigt und diskutiert werden.

Zuvor hatte Bürgermeister Jürgen Leberle die finanzielle Situation der Gemeinde ausführlich dargelegt und die wichtigsten Investitionen erläutert. Reimlingen sei nahezu schuldenfrei und für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Als ein bedeutende Vorhaben nannte er das neue Baugebiet „Am Fleckle“, das derzeit entstehe und 18 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser zu einem Quadratmeterpreis von 97 Euro für Bauinteressenten aus Reimlingen biete. Auswärtige müssten 112 Euro bezahlen.

Zudem werde im kommenden Jahr die Hauptstraße vom Gasthaus Braun bis zur Einmündung in die Staatsstraße 2212 saniert. Nach Angaben von Friedrich Eckmeier vom Planungsbüro Eckmeier und Geyer wird die Straße 5,80 Meter breit mit einem Gehweg von 1,50 Meter. Auch Kanalarbeiten seien erforderlich.

Beim Breitbandausbau strebt Rathauschef Leberle einen Masterplan an, der vom Bund zu 100 Prozent bezuschusst wird. Dieser erfasse den Ausbauzustand und zeige auf, wo Nachholbedarf bestehe. Derzeit gebe es im Ort eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 30 M/Bits, so Leberle.

24 von 44 Kommunen im Landkreis werden noch ehrenamtlich geführt. Das könnte sich nach der nächsten Kommunalwahl ändern, schreibt René Lauer: Reimlingen: Rathauschef als Vollzeitjob?

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