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Nördlingen

13.06.2017

Von Robotern und Maschinen

Unternehmer und Student Jens Ueckert (links) und Professor Nik Klever testen, was die Studenten des Studiengangs „Systems Engineering“ dem „Nao“ beigebracht haben. Der programmierbare Roboter ist eines von vielen Projekten, mit dem sich die zukünftigen Ingenieure beschäftigen.
Bild: René Lauer

Seit vergangenem Jahr kann in Nördlingen studiert werden. Wie das Modell „Digital und Regional“ im Landkreis ankommt und wie das Angebot erweitert werden soll.

Als bei Jens Ueckert das Telefon klingelte, sollte er eigentlich Partner werden. Eines der Unternehmen, das Studenten in Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg ermöglicht, in Nördlingen einen Bachelor-Abschluss zu machen. Ein ganz normaler Prozess: Projektmanagerin Dories Rieder vom Hochschulzentrum Donau-Ries kontaktiert Firmen in der Region, in denen die Studenten arbeiten können, während sie im Modell „Digital und Regional“ in Nördlingen in Teilzeit ihren Abschluss in „Systems Engineering“ machen. So auch Ueckerts kleines Unternehmen.

In Hüssingen, wenige Kilometer von Oettingen entfernt hinter der mittelfränkischen Grenze, kümmert sich der Betrieb beispielsweise um elektronische Sicherheit von Gebäuden. Als der 37-Jährige davon hörte, in der Region studieren zu können, sei er „sofort begeistert“ gewesen. Also sagte er Doris Rieder zu – allerdings nicht nur als Unternehmenspartner, sondern gleich noch als Student.

Jens Ueckert war einer von 21 Studenten, die sich zu Semesterbeginn im Herbst 2016 in Nördlingen in den neuen Teilzeit-Studiengang „Systems Engineering“ einschrieben, 19 davon sind bis heute dabei geblieben. In der Regel sind die künftigen Ingenieure zwei Tage die Woche am Hochschulzentrum in Nördlingen, drei Tage die Woche arbeiten sie in einer Firma in der Region. „Das ist für beide Seiten von Vorteil“, findet Ueckert.

Nördlingen: Knapp 80 Prozent der Studenten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung

Unternehmen würden nicht für Monate eine Arbeitskraft verlieren, wie es beim Dualen Studium der Fall sei, und Studenten könnten die Theorie zeitnah in die Praxis umsetzen. In den Kursen pauken Ueckert und seine Kommilitonen Informatik, Mathematik oder Robotik. Fast 80 Prozent der Studenten in Nördlingen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung – etwa als Elektrotechniker – hinter sich und nutzen das Modell „Digital und Regional“ zur Weiterbildung. „Wir haben aber auch Studenten, die frisch von der Schule kommen und nebenbei eine Ausbildung machen“, erklärt Doris Rieder. Welche Tätigkeit die Studenten in ihrem Unternehmen ausführen, überlasse die Hochschule den Firmen selbst.

Die Kurse im Hochschulzentrum finden über eine Art Video-Konferenz statt, damit die Professoren wie Nik Klever, Wissenschaftlicher Leiter des Projekts Digital und Regional, für die Studenten in Nördlingen und Memmingen, wo das Projekt parallel läuft, gleichzeitig eine Vorlesung halten können. Mit der Entwicklung des Studiengangs sei man zufrieden, sagt Klever. „Wir haben uns im ersten Jahr das Ziel von 30 Studenten gesetzt. Das haben wir fast erreicht.“ Mit dem Standort Memmingen waren es zu Beginn 27.

Die Rückmeldung der Firmen sei positiv. Man habe sogar darüber nachgedacht, einen zusätzlichen wirtschaftlichen Studiengang in Nördlingen zu etablieren, die Pläne jedoch „aus Kapazitätsgründen“ verworfen. Stattdessen will man den Studenten ermöglichen, sich im Verlauf des neun Semester langen Studiums zu spezialisieren. Klever hofft, dass sich bis zum Wintersemester wieder genügend Interessenten für ein Studium finden, bis Mitte Juli läuft die Einschreibung. Auf fünf Jahre ist die Förderung für das Modell zunächst gesichert.

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