Newsticker
Bericht: Merkel lässt sich am Freitag mit AstraZeneca impfen
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Vorsicht vor Wildtieren: Tipps für Autofahrer bei Wildunfällen

Landkreis

21.11.2019

Vorsicht vor Wildtieren: Tipps für Autofahrer bei Wildunfällen

Bei Wildwechsel sollten Autofahrer langsamer fahren.
Foto: Wolfgang Widemann

Die Rieser Fahrlehrer erklären, was bei einem Wildunfall zu tun ist und wie er vermieden werden kann.

Frühmorgens und am späten Abend ist es besonders gefährlich. Dann passieren die meisten Wildunfälle. Diesen Monat ist das bereits mehrmals in der Region passiert. In unserer Serie geben die Rieser Fahrlehrer Tipps, wie Unfälle vermeidbar sind und was im Falle eines Zusammenstoßes zu tun ist.

Vorsichtig fahren: Grundsätzlich gilt: Mit dem plötzlichen Auftauchen von Wildtieren ist immer zu rechnen, nicht nur beim Gefahrenzeichen Wildwechsel. Das gilt den Fahrlehrern zufolge besonders in der Dämmerung, nachts, in Waldgebieten, an Waldgrenzen und Wiesen. Autofahrer müssen immer damit rechnen, dass mehrere Tiere auf einmal auftauchen. Das gilt besonders bei Rehen, Wildschweinen und Hirschen.

Tier neben der Straße: Wenn man ein Tier in der Nähe der Straße entdeckt, sofort die Geschwindigkeit reduzieren und abblenden, sagen die Fahrlehrer. Manchmal helfe auch Hupen. Verkehrsteilnehmer müssen außerdem unbedingt die Straßenränder und das angrenzende Gelände beiderseits der Straße beobachten.

Tier auf der Straße: Betritt ein Tier die Straße, gilt folgendes: Sofort eine Vollbremsung (Gefahrenbremsung) machen, das Lenkrad festhalten. Das Fahrzeug soll gerade gehalten werden, Autofahrer sollen auf keinen Fall versuchen auszuweichen, sagen die Rieser Fahrlehrer.

Zusammenstoß: Kommt es dennoch zu einem Zusammenstoß, muss die Unfallstelle abgesichert werden. Wenn möglich das tote Tier an den Straßenrand schaffen (Aids-Handschuhe aus dem Verbandskasten benutzen). Lebt das Tier jedoch noch, gilt: auf keinen Fall anfassen. Außerdem muss die Polizei und – wenn bekannt – der Jagdpächter verständigt werden. Lebt das Tier noch oder flüchtet ein verletztes Tier, ebenfalls Polizei oder Jagdpächter verständigen, damit das Tier nicht unnötig leiden muss. Ein totes Tier darf niemals mitgenommen werden.

Kaskoversicherung: Hat der Autofahrer einen Kaskoversicherung muss noch folgendes beachtet werden: Es muss ein Wildschadensbericht erstellt werden, dann wird der Schaden von der Versicherung ersetzt. Das Formular dazu ist bei der Polizei oder dem Jagdpächter erhältlich.

Präventive Maßnahmen: Wann immer mit Wild zu rechnen ist, ist es ratsam, bereits im Vorfeld die Geschwindigkeit zu reduzieren. Schon 80 km/h können viel zu schnell sein, sagen die Rieser Fahrlehrer. Ein Beispiel: Bei 50 km/h beträgt die Aufprallstärke das 25-fache des Körpergewichts. Das kann bei einem Reh 625 Kilogramm, bei einem Wildschwein drei Tonnen ausmachen. Je höher die Geschwindigkeit, desto stärker natürlich der Aufprall. Je langsamer gefahren wird, desto breiter kann zudem das Sehfeld werden. Autofahrer sollen zudem auf reflektierende Augen achten.

Info: Um Wildunfälle zu vermeiden empfehlen die Rieser Fahrlehrer außerdem die App „Wuidi“. Sie warnt vor gefährlichen Wildwechselstellen. Partner der App sind unter anderem die bayerische Polizei, der bayerische Jagdverband und die Landesverkehrswacht Bayern.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren