Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Vorzeigeprojekt aus dem Ries für die Expo in Dubai

Wirtschaft

24.01.2019

Vorzeigeprojekt aus dem Ries für die Expo in Dubai

Geschäftsführer Martin Osswald neben einer Form, um die Kohlefaser gewickelt werden.
Bild: Anja Ringel

Eine Wallersteiner Firma fertigt die unterschiedlichsten Bauwerke aus Carbon. Das kommt so gut an, dass sich das Unternehmen vergrößern will.

Noch liegen sie unscheinbar nebeneinander in einer Halle in Wallerstein: Schwarze Kohlefaserelemente mit Gitterstrukturen. Im kommenden Jahr werden sie ihren großen Auftritt in Dubai haben. Denn bis 2020 entstehen aus den Einzelteilen drei Eingangsportale für die Weltausstellung Expo. Die Bauwerke sollen dann außerdem mit einer Höhe und Breite von jeweils 21 Metern die weltgrößten aus Kohlefaser sein. Gefertigt werden die Portale von der Wallersteiner Firma Ha-Co Carbon. Wie die Bauwerke genau aussehen werden, das darf Geschäftsführer Martin Osswald noch nicht verraten. Die Verantwortlichen in Dubai möchten das noch geheim halten, erklärt er.

Ha-Co Carbon hat sich auf die Verarbeitung von Carbonfasern spezialisiert. Osswald hat die Firma 2016 vom Augsburger Laborarzt Bernd Schottdorf übernommen, der sie unter dem Namen Carbon Großbauteile GmbH (CGB) gründete. Schottdorf verstarb im vergangenen Jahr. Osswald sagt, dass die Firma zu Beginn eher eine Hobbywerkstatt Schottdorfs und nicht gewinnorientiert gewesen sei. Schottdorf habe jedoch in die modernsten Maschinen investiert.

Die Firma hat zum Beispiel die größten Wickelmaschinen der Welt. Laut Osswald können so Kohlefaserelemente mit einer Länge von bis zu 45 Metern und einem Durchmesser von bis zu 4,50 Meter hergestellt werden. Später habe CGB dann Projekte mit Hochschulen durchgeführt und Aufträge angenommen. Einer der bekanntesten sei das Kunstwerk Mae West am Münchner Effnerplatz: Ein 52 Meter hohes Bauwerk, das aus Rohren angefertigt wurde.

Die Firma stellt unter anderem Bauteile für die Medizintechnik her

Osswald selbst arbeitet seit 25 Jahren in der Kohlefaserindustrie. Der 48-Jährige Wallersteiner sagt, er habe sich schon früh mit dem Material auseinandergesetzt, da es für ihn der Markt der Zukunft sei. Die Wickelbranche, auf die sich Ha–Co spezialisiert hat, sei eine noch junge Sparte. Es sei jedoch die günstigste und schnellste Variante, Kohlefaserelemente herzustellen. Osswald erklärt, dass dabei Kohlefaser auf Spulen gewickelt und durch ein Tauchbad aus Harz benetzt werden. Anschließend werden sie auf eine Form beziehungsweise einen Kern aufgetragen und in einem Ofen ausgehärtet.

Zudem hat Ha-Co eine Fräsmaschine, mit der die Firma große Formen fertigt und laminiert – zum Beispiel Flugzeugrümpfe. Neben den Eingangsportalen für die Weltausstellung in Dubai stellt die Firma laut Osswald unter anderem Bauteile für die Medizintechnik und Antriebswellen für Schiffe her.

Martin Osswald, Geschäftsführer von Ha-Co Carbon (links) und Architekt Asif Khan auf einem der Prototypen für die Eingangsportale zur Expo 2020.
Bild: Ha-Co Carbon


Die Maschinen sind ausgelastet und es fehlt Personal

Seitdem der 48-Jährige das Unternehmen vor zwei Jahren übernommen hat, sei die Firma stark gewachsen, sagt Osswald. Die Auftragslage sei so gut, dass er Anfragen ablehnen müsse. Der Grund: Die Maschinen seien ausgelastet und es fehle Personal. 30 Mitarbeiter hat Ha-Co momentan, man suche aber händeringend nach weiteren Fachkräften. Außerdem will der Geschäftsführer eine weitere Halle in Wallerstein bauen, die viermal so groß sein soll, wie die bisherige.

Die Firma will außerdem im Brückenbau Fuß fassen. Man wolle es schaffen, dass Kohlefaser statt Stahl für Brücken verwendet wird, sagt Osswald. Der Vorteil sei, dass Kohlefaser im Vergleich zu Stahl das dreißigfache an Kraft aushalte. Dadurch könne Material gespart werden. Zudem halten Kohlefasern ewig, Stahl dagegen roste. In nächster Zeit stehen für Osswald jedoch erst einmal wieder Aufenthalte in Dubai an, um die Lieferung der Kohlefaserelemente zu überwachen. Denn im Februar 2020 müssen die drei Eingangsportale fertig sein.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren