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14.03.2009

Waldkindergarten sucht einen neuen Träger

Nördlingen (heja) - Der "Natur- und Waldkindergarten Nördlingen" sucht einen Träger. Durch das Ausscheiden der bisherigen Erzieherin zum Sommer 2009 ist der Fortbestand dieser Einrichtung, die seit 2006 besteht und aus einer privaten Initiative hervorgegangen ist, nicht mehr gesichert. Die bisher allein von Elternbeiträgen getragene Einrichtung soll deshalb auf ein neues Fundament gestellt werden.

Das erklärten in einem Gespräch mit unserer Zeitung für die Eltern des Waldkindergartens, Ingrid Burgmeier, Andrea Böckh, Manuela Eger und Jutta Brenner. Das bisherige "Domizil" des Naturkindergartens ist der Wald um die Alte Bürg. Dort tummeln sich in der Regel täglich von 8 bis 14 Uhr die kleinen Waldschrate.

Elf Kinder sind angemeldet

Mit seinen sieben Kindern, die ihn derzeit besuchen, ist der Nördlinger Waldkindergarten zwar zahlenmäßig keine große Nummer, aber er steht für die Vielfalt der Nördlinger Kindergartenlandschaft. Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul würde es "sehr begrüßen", wenn der Waldkindergarten fortgeführt werden könnte. Nicht zuletzt, so sagte er gegenüber den RN, entscheide die Nachfrage über den Fortbestand. Darüber machen sich die Eltern keine allzu großen Sorgen: Für September 2009 seien bereits elf Kinder angemeldet, und das "ohne Werbung". Ziel ist laut Andrea Böckh eine Gruppenstärke von 15 Kindern.

Waldkindergarten sucht einen neuen Träger

Als mögliche Träger brachte OB Faul die beiden Kirchen in Nördlingen ins Spiel. Da von katholischer Seite aus, wegen organisatorischer Gründe, eine Trägerschaft eher nicht infrage käme, verbleibe die evangelische Kirchengemeinde. Auf RN-Nachfrage bestätigte Dekan Gerhard Wolfermann, dass die Stadt in dieser Frage an ihn herangetreten sei: "Wir werden die Möglichkeit einer Trägerschaft für den Waldkindergarten Nördlingen ernsthaft prüfen und die Gremien werden entscheiden, ob wir ergebnisoffene Beratungen eingehen. Es ist aber alles noch im Fluss."

Der Waldkindergarten, so meinen die Eltern, habe einiges zu bieten: neben einer überaus engagierten Elternschaft auch ein pädagogisches Konzept, das auf der Verbundenheit der Kinder zur Natur und dem Respekt vor der Schöpfung aufbaut (Waldpädagogik). Dabei stehen die Bewegung im Freien, das Spielen mit natürlichen und veränderbaren Materialien sowie das Lernen in und von der Natur im Mittelpunkt. Es würden Spuren von Tieren gesucht, Pflanzen und Bäume wahrgenommen und im Lauf der Jahreszeiten beobachtet, die Geräusche des Waldes und die Stille erfahren. Wie im Regelkindergarten auch werde hier gebastelt und gemalt, Geschichten erzählt und das Zuhören gelernt. "Die Kinder werden auch im Waldkindergarten zur Schulreife geführt", betonte Andrea Böckh. "Sie sind viel weniger krank als andere Kindergartenkinder", nennt Manuela Eger einen wichtigen Aspekt: "Es ist unglaublich, was die Kinder alles wissen über Pflanzen, Waldtiere und Bäume." Ausdauernd und ausgeglichen seien die kleinen Naturfreunde und geübte Läufer. Außerdem: Ohne Mülltüte gehe mittlerweile keine Waldkindergartenfamilie mehr in den Wald oder in die Natur: "Herumliegenden Dreck heben die Kinder automatisch auf." Wie von selbst klappe es mit dem ökologischen Bewusstsein, wenn man jeden Tag im Freien ist. Und das sind die Kinder bei wirklich jedem Wind und jedem Wetter: sogar als es so bitterkalt war, wie in diesem Winter: Man bekomme sehr schnell heraus, was die richtige Kleidung sei, erzählen die Mütter.

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