Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Wann kommt der Destilla-Neubau?

Kleinerdlingen

27.03.2015

Wann kommt der Destilla-Neubau?

Die Destilla-Zentrale in Kleinerdlingen: Das Familienunternehmen möchte den Bau langfristig aufgeben und in ein neues Gebäude im Industriegebiet "Am Steinernen Mann - Ost" ziehen, das noch entstehen soll.
Bild: Archivbild: Jim Benninger

Der Aromen-Hersteller investiert 25 Millionen Euro in einen neuen Firmensitz. Der Plan steht seit 2012, doch bislang wurde noch nicht gebaut. Wann es nun losgehen soll.

Manchmal dauert es etwas, bis die Zukunft da ist. „Eine zukunftsweisende Entscheidung“, so steht es auf der Homepage des Aromen-Herstellers Destilla aus Kleinerdlingen. Die Meldung stammt von September 2012. Damals kündigte das Unternehmen an, zu expandieren: Es hatte zuvor im Industriegebiet am östlichen Stadtrands Nördlingens ein 32000 Quadratmeter großes Areal erworben, um dort den neuen Unternehmenssitz hinzubauen. Destilla plant, dafür 25 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, eine stolze Summe für einen Mittelständler.

Passiert ist seitdem allerdings nicht viel. Gebaut wurde noch nicht, das große Eckgrundstück am Kreisverkehr, um das es geht, ist nach wie vor eine leere Fläche. Die Zukunft lässt auf sich warten.

Nun allerdings könnte es nicht mehr lange dauern, bis die Bagger rollen. Das Unternehmen hat im Dezember 2014 auch die letzten erforderlichen Bauanträge bei der Stadt Nördlingen eingereicht, das Genehmigungsverfahren läuft. Doch derzeit stockt es, wie Juniorchef Matthias Thienel bei der Bürgerversammlung in Kleinerdlingen erklärte. Ein Teilnehmer der Versammlung hatte gefragt, wie der Stand in Sachen Neubau eigentlich sei. Thienel antwortete, das Verfahren hänge im Landratsamt fest. „Wir wollen bauen, wir müssen auch bauen, wir dürfen nur noch nicht“, sagte er.

Im Landratsamt Donau-Ries ist man etwas einsilbig, was das Thema betrifft. Die Zuständigkeit liege bei der Stadt Nördlingen, heißt es knapp. Das stimmt formell, ist zugleich aber nur die halbe Wahrheit. „Wir erteilen die Baugenehmigung, das ist in dem Sinne völlig richtig“, erklärt der Nördlinger Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel. Aber natürlich müsse die Stadt auch andere Behörden beteiligen, darunter das Landratsamt. Sigel betont, es sei nicht ungewöhnlich, dass das Bauverfahren sich so ziehe. „Bei einem so umfangreichen Projekt ist der Aufwand einfach größer als bei einem Einfamilienhaus.“ Es gehe etwa um Fragen des Emissionsschutzes. Das Verfahren laufe aber nach Plan, alles sei „im Fluss“. Das bestätigt auch Destilla-Juniorchef Thienel. „Es geht um einen Haufen Genehmigungen“, sagt er. „Das braucht einfach Zeit. Mehr Zeit, als wir am Anfang dachten.“ Er rechnet damit, dass im April alle Genehmigungen erteilt sind und ab Mai gebaut wird. Der Neubau sei notwendig. „Wir sind in den letzten Jahren einfach so schnell gewachsen, dass wir neue Produktionskapazitäten brauchen.“

Der bisherige Standort in Kleinerdlingen, der vor der Entscheidung 2012 bereits erweitert wurde, sei mittlerweile zu klein. Er wird in den kommenden Jahren aufgegeben. Nicht auf einen Schlag, wie Thienel erläutert, sondern Stück für Stück. Für 112 Mitarbeiter von Destilla, die bislang in Kleinerdlingen beschäftig waren, bedeutet das, dass sich ihr Arbeitsort ins Nördlinger Industriegebiet verlagern wird. Zudem werden sie voraussichtlich neue Kollegen bekommen. Wie viele, steht noch nicht fest. „Aber mit der Expansion sollen neue Arbeitsplätze entstehen“, sagt Thienel.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren