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Tiere

28.06.2017

Warnung im Landkreis: Gefährliches Virus im Pferdestall

Im Landkreis wurden mehrere Fälle eines für Pferde gefährlichen Virus entdeckt.

In einem Betrieb im Landkreis werden drei Fälle einer seltenen Infektionskrankheit entdeckt. Um die betroffene Anlage in Tagmersheim wird eine Sperrzone errichtet.

In Tagmersheim ist in einem Betrieb, in dem Pferde gehalten werden, eine für die Tiere gefährliche Krankheit ausgebrochen. Das Veterinäramt des Landkreises stellte am Mittwoch fest, dass drei Pferde von der Equinen infektiösen Anämie (EIA) betroffen sind.

Der Betrieb wird der Behörde zufolge entsprechend den Vorgaben der Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut der Einhufer für drei Monate gesperrt. Im Umkreis von einem Kilometer wird ein Sperrbezirk errichtet. In diesem müssen alle Pferdehalter ihre Tiere aufstallen und sich beim Veterinäramt melden. Die Pferde müssen klinisch und blutserologisch (Coggins-Test) untersucht werden.

Die Folgen können drastisch sein: „Positiv getestete Pferde werden eingeschläfert“, heißt es in der Pressemitteilung des Veterinäramts. Grund hierfür sei, dass weder eine Impfung noch eine antivirale Therapie verfügbar beziehungsweise erlaubt sind und somit eine Ansteckung weiterer Pferde über Stechinsekten möglich ist. Die übrigen Tiere müssen laut Veterinäramt nach drei Monaten noch einmal nachgetestet werden: „Erst wenn alle Pferde in der Restriktionszone wiederholt negativ sind, kann die Sperrung aufgehoben werden.“

Bei der ansteckenden Blutarmut der Einhufer, handelt es sich um eine Viruserkrankung, die ausschließlich Einhufer wie Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Maulesel betrifft. „Der Mensch ist nicht gefährdet“, stellt das Amt in der Mitteilung klar.

Übertragen werde das Virus hauptsächlich über Stechinsekten (zum Beispiel Bremsen und Stechfliegen). Als vorbeugende Schutzmaßnahmen werden entsprechende Fliegendecken wie auch Mückenschutzmittel empfohlen. Eine direkte Übertragung von Pferd zu Pferd ist nach Angaben der Behörde zwar grundsätzlich möglich, spielt aber nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine eher untergeordnete Rolle im Infektionsgeschehen.

Die Krankheit weist meist einen anfallsweisen Verlauf von zwei bis vier Tagen auf. Je nach Schweregrad unterscheidet man vier Formen des Krankheitsverlaufes:

l Plötzlicher Todesfall ohne klinische Symptome (perakute Erkrankung).

l Hohes Fieber und Muskelschwäche. Gelegentlich werden punktförmige Blutungen im Bereich der Lidbindehäute und der Zungenunterseite festgestellt. Todesfälle sind, wenn auch selten, möglich (akute Erkrankung).

l Müdigkeit, Leistungsdepression, Abmagerung und Blutarmut (chronische Erkrankung).

l Keine klinischen Symptome. Durch Stressfaktoren bedingt können vorübergehend Symptome auftreten.

Einmal infizierte Tiere beherbergen das Virus lebenslang und bilden somit ein dauerhaftes Virusreservoir.

Auch außerhalb des Sperrbezirkes sind alle privaten und gewerblichen Pferdehalter im Landkreis Donau-Ries angehalten, ihre Tiere beim Veterinäramt Donau-Ries (Telefon 0906/74-422) anzumelden und gegebenenfalls Auffälligkeiten an ihren Pferden, welche auf eine Infektion mit dem EIA-Virus schließen lassen, mitzuteilen. (pm)

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