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Bürgermeisterwahl in Oettingen

07.09.2019

Warum Thomas Heydecker ins Oettinger Rathaus will

Der designierte Oettinger SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Heydecker (Mitte), Ortsvereinsvorsitzende Martina Krommrei (links) und Fraktionsvorsitzender Robin Bhattacharyya (rechts) wollen den Chefsessel in Oettingen zurückerobern.
Bild: Robin Bhattacharyya

Die Sozialdemokraten stellen mit Thomas Heydecker einen Bewerber für die Bürgermeisterwahl. Neben diversen Projekten will er vor allem die Arbeit im Rathaus transparenter gestalten und mehr Öffentlichkeit.

In den vergangenen Wochen gab es viele Gerüchte in Oettingen, was potenzielle Bürgermeisterkandidaten betrifft. Spätestens dann, als in Nördlingen der OB-Wahlkampf startete.

War dieser unbekannte Mann an Robin Bhattacharyyas Seite, mit dem er vor einigen Wochen zunächst am Marktplatz vor der Krone und später am Freibad gesehen wurde, etwa der geheimnisvolle SPD-Kandidat? „Ich konnte nicht mal in Ruhe mit einem Freund einen Kaffee trinken gehen, ohne dass wieder ein Gerücht die Runde machte“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Oettinger Stadtrat auf RN-Nachfrage und nimmt es mit Humor. Es handelte sich schließlich nur um einen Freund, mit dem er in der Stadt einen Kaffee trinken wollte. Weil aber der bevorzugte Gastronom geschlossen hatte, seien sie ins Freibad ein Bier trinken gegangen, hätten über juristische Dinge gefachsimpelt. Nichts weiter.

SPD stellt Bürgermeisterkandidat für Kommunalwahl 2020 in Oettingen

Lachen kann er nun auch deshalb, weil er die Neugierde der Oettinger Bürger endlich stillen kann: Die SPD hat mit Thomas Heydecker einen Kandidaten gefunden. Er will die amtierende Rathauschefin Petra Wagner (CSU-FWG) herausfordern. Das hat die SPD am Donnerstagabend bei der nichtöffentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. Die Genossen folgten dem Vorschlag der Ortsvereinsvorsitzenden Martina Krommrei und des Fraktionsvorsitzenden Robin Bhattacharyya. Wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, sei Heydecker der „Wunschkandidat“ gewesen, um den Chefsessel im Rathaus zurückzuerobern, er sei ein „Kontrast“ zu Amtsinhaberin Petra Wagner.

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Der Kandidat der SPD in Oettingen ist 33 Jahre alt

Heydecker lebt seit fünf Jahren wieder mit seiner Ehefrau in Oettingen. Zuvor hat er Volks- und Betriebswirtschaftslehre in Würzburg studiert. Er war studentischer Mitarbeiter am Lehrstuhl eines ehemaligen Wirtschaftsweisen, von Professor Peter Bofinger. Nach den Abschlüssen als Diplom-Volkswirt und dem Master in Business-Management war Heydecker zunächst bei einem Unternehmen in Unterfranken beschäftigt. Inzwischen arbeitet der 33-Jährige bei einem mittelständischen, inhabergeführten Maschinenbau-Konzern in Crailsheim. Als Controller seien dort Zahlen, Daten und Fakten sein Metier, informiert der SPD-Ortsverband in einer Mitteilung. Neben Analysen für einzelne Fachbereiche wie Vertrieb, Fertigung und Montage verantworte Heydecker die kaufmännische Jahresplanung und Budgetierung sowie das monatliche Berichtswesen. Außerdem habe Heydecker schon mehrere Digitalisierungsprojekte in der Verwaltung geleitet. Seit einem Jahr ist er Mitglied der SPD. Durch seinen Vater Hermann Laznicka ist ihm Verwaltungsarbeit vertraut. Bis zur Pensionierung 2013 war der rund 26 Jahre geschäftsführender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen.

Altbürgermeister Dieter Paus will Heydecker unterstützen

Altbürgermeister Dieter Paus sagt dem jungen Oettinger seine uneingeschränkte Unterstützung zu: „Mit Thomas Heydecker haben wir den passenden Kandidaten gefunden und bieten dem Wähler zur Kommunalwahl am 15. März 2020 eine herausragende Alternative an.“ Ortsvereinsvorsitzende Martina Krommrei ist sich außerdem sicher: „Allein vom Alter und seiner Ausbildung her hebt sich Thomas Heydecker deutlich von der Amtsinhaberin ab.“ Thomas Heydecker freut sich auf den Wahlkampf und darauf, die Kommunalpolitik aktiv mitzugestalten. Er sagt aber auch: „Es fühlt sich ein bisschen komisch an, von der Privatperson zur öffentlichen Person Thomas Heydecker zu werden.“ Zudem gebe es in Oettingen einiges anzugehen. Und die öffentliche Debatte sei ihm ebenfalls wichtig: „Ich will mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit.“

Die Genossen versprechen einen engagierten Wahlkampf. „Der Chefsessel muss dringend neu besetzt werden, um Oettingen fit für die Zukunft zu machen. Denn die vom früheren Bürgermeister Matti Müller angestoßenen Projekte sind größtenteils abgearbeitet, sodass dringend neue Impulse von der Stadtspitze gesetzt werden müssten“, sagt Bhattacharyya und bringt eine Podiumsdiskussion ins Gespräch, bei der sich die Wähler ein konkretes Bild über die Bürgermeisterkandidaten machen können sollen. Heydecker ist sich seiner Sache sicher: „Herausforderungen scheue ich nicht. Erst im Sommer habe ich den Elbrus, den mit 5642 Metern Höhe höchsten Berg Europas, erklommen“, sagt er.

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