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Nördlingen

23.09.2020

Warum das Konzert „Rhapsody In Blue“ in St. Georg in Nördlingen so gelungen war

Spielte das Konzert Rhapsodie in Blue: Olaf Kordes (von links), Udo Knauer, Jürgen Sonnentheil, Wolfgang Tetzlaff und Karl Godejohann.
Bild: Peter Urban

Plus George Gershwins Rhapsodie wurde in Blue in einer völlig neuen Fassung präsentiert.

Das hätte sich die prächtige Hauptorgel in der St. Georgskirche nicht träumen lassen, dass sie einmal nur orchestrales Beiwerk sein würde. Und wohl auch George Gershwin hätte sich verwundert die Ohren gerieben, wäre er bei diesem genialen Abend dabei gewesen: Seine 1924 uraufgeführte „Rhapsody In Blue“ in einer Fassung für Orgel und Jazztrio, die wohl seinem damaligen Plan, Jazz und konzertante Sinfonik zu einem neuen Kompositionsstil zu verschmelzen, hautnah gekommen ist.

Das Konzert war nicht notengetreu, sondern in jazztypischen Rhythmen moduliert

In St. Georg ersetzte die „Beiwerk-„Orgel von der Empore herab ein komplettes Orchester, feinfühlig geleitet vom Organisten Jürgen Sonnentheil. Das Jazztrio Kordes-Tetzlaff-Godejohann spielten den Besuchern eine dynamische Rhapsodie vor, in der die Themen nicht nur notengetreu präsentiert, sondern in jazztypischen Rhythmen moduliert, mit Blue-Notes und jazzigen Artikulationen verziert wurden. Olaf Kordes am Flügel personifizierte George Gershwin geradezu, changierte vom fast lautlosen Streichler zum tobenden „Tastengott“, während Wolfgang Tetzlaff am Kontrabass ihn mit gelassener Würde und großem Können mit Schlagzeuger Karl Godejohann verband, der allerdings seinerseits auf der einen Seite genauso feinfühlig, fast unhörbar, bei den leisen Passagen das „Orgel-Orchester“ unterstützte, um gleich darauf in einem Schlagzeugsolo sogar die Säulen der Georgskirche mit einzubeziehen.

Jürgen Sonnentheil begleitete mit der Orgel

Über allem thronte Jürgen Sonnentheil am Orgelpult, er geleitete durch die Komposition und fing die Solisten behutsam wieder ein. Ein Hörgenuss, der um so bemerkenswerter ist, dass die besondere Akustik der Kirche und die weite Entfernung der Instrumente von allen Beteiligten höchste Konzentration erforderte. Und das, obwohl während der Proben das Klavier mehrere Male hochgestimmt werden musste, weil die Orgel auf die hohen Außentemperaturen reagiert hatte. Dass das Kordes-Tetzlaff-Godejohann-Trio, immer wieder in Nördlingen auftritt, ist den guten Kontakten von Kirchenmusikdirektor Udo Knauer zu verdanken.

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Das Konzert bot zwei Premieren: für das Trio der erste Auftritt in diesem Jahr und das erste „große“ Konzert in St. Georg. Das Konzert verging wie im Flug: Vor und nach dem Hauptwerk waren zwei Solo-Orgelstücke zu hören, das Trio spielte ihre bekannten Stücke „Milonga für Herrn L“ und den „Song for Peace“.

Als das Publikum mit einer Zugabe, als „Schlaflied“ mit einem Teil aus der Rhapsodie, verabschiedet wurde, war wohl jeder und jedem bewusst, einen besonderen Abend – mit eben dieser besonderen Rhapsodie – erlebt zu haben.

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