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Nördlingen

09.12.2020

Warum der Hightech-Mülleimer in Nördlingen weg ist

Vor dem Fotohaus Hirsch stand im Sommer für einige Monate ein Presshai. Mittlerweile ist er wieder abgebaut.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus Im Sommer stand vor dem Fotohaus Hirsch in Nördlingen ein moderner Abfalleimer, der aber wieder abgebaut wurde. Die Stadt Nördlingen plant außerdem eine Strafe für Umweltsünder.

Mehrfach fällt in der Sitzung des Bau-, Verwaltungs- und Umweltausschusses das Wort „Hai“. Nun plant die Stadt Nördlingen aber nicht die Einrichtung eines Zoos samt Unterwasserwelt, nein es geht um Mülleimer, einen sogenannten Presshai. Ein solcher stand im Juli, August und September in der Fußgängerzone vor dem Fotohaus Hirsch. Irgendwann war der Behälter weg, nur noch ein heller Abdruck auf dem Boden blieb.

Grund für den Abbau ist, dass der Presshai zunächst nur gemietet war. Doch eine dauerhafte Anschaffung ist durchaus denkbar, denn in der Sitzung stellt Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel eine Bilanz des modernen Geräts auf.

Was der Presshai für Funktionen hat

Der Presshai hat ein Volumen von 700 Litern. Dadurch, dass dieser Mülleimer den Abfall zusammenpresst, muss der Behälter lediglich drei Mal im Monat geleert werden. Bei den üblichen Mülleimern aus Draht seien 1,5 Leerungen pro Tag nötig. Das heißt, die Kosten für Anfahrt und Arbeitszeit der Bauhofmitarbeiter sind deutlich höher als beim Presshai – der kostet dafür in der Anschaffung rund 12000 Euro und ist somit nicht gerade billig.

Ein Vorteil sei die Flexibilität, da die Geräte über Solarstrom funktionieren und somit auch flexibel in der Altstadt aufstellbar seien. Denn Mülleimer mit Containern im Untergrund seien wegen der Leitungen im Boden häufig nur schwer einsetzbar. Der Presshai informiert zudem per App über seinen Füllstand und schließt seine Klappe automatisch, sollte er voll sein. Sigel sagt, dass sich der Presshai bewährt habe und schlägt vor, eine Anschaffung in den Haushalt mitaufzunehmen.

So sah der Mülleimer aus.
Bild: Kaiser, dpa

David Wittner spricht von einem „sehr leistungsfähigen Müllschlucker“. Der Oberbürgermeister schlägt vor, dass die Stadt vielleicht sogar drei Geräte anschaffen und aufstellen solle: eines im Bereich Kriegerbrunnen, bei Bücher Lehmann sowie zwischen Sparkasse und Müller. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt Wittner: „Wir haben hier ein paar neuralgische Punkte, das zeigt sich vor allem im Sommer massiv.“ Kaffee- und Eisbecher, aber auch Verpackungsmüll von Fast-Food-Geschäften seien ein Problem.

Oberbürgermeister David Wittner überlegt, eine Strafe für Umweltsünder einzuführen

„Die Mülleimer quellen regelmäßig über“, sagt Wittner und kritisiert, dass viele Menschen auch einfach ihren Müll neben einen vollen Mülleimer werfen, anstatt ihn bis zum nächsten Behälter mitzunehmen. Am besten sei es natürlich, wenn der Müll gar nicht erst entstehe, aber dort, wo es sich nicht vermeiden lasse, müsse man mit diesem bestmöglich umgehen. Und da habe der Presshai große Vorteile, auch wenn dieser nicht ganz billig sei.

Doch unabhängig davon will der Oberbürgermeister gegen Umweltverschmutzer vorgehen. Derzeit werde geprüft, ob und wie eine Strafe für Leute aussehen könnte, die ihren Müll einfach in der Umwelt oder neben Abfalleimern entsorgen. „Das ist ein Zustand, den wir nicht tolerieren wollen“, sagt Wittner.

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