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09.11.2019

Was der neue Mess’-Festwirt bieten will

Mehr als 50 Jahre lang war die Familie Papert Festwirt auf der Nördlinger Mess’. Der Stadtrat entschied sich am Donnerstagabend nun dafür, ein anderes Unternehmen zuzulassen.
Bild: Sven Daam

Plus In einer nicht-öffentlichen Sitzung entscheidet sich der Nördlinger Stadtrat dafür, dass die Familie Papert nach mehr als 50 Jahren nicht mehr zum Zug kommt.

Nach mehr als 50 Jahren wird es auf der Nördlinger Mess’ im kommenden Jahr einen neuen Festwirt geben. Der Stadtrat entschied am Donnerstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dass das Unternehmen Festhalle Bayernland aus München zur Bewirtschaftung des Festzeltes zugelassen wird. Das teilte die Stadtverwaltung am Freitagmorgen in einer Email mit. Wie unsere Zeitung aus gut unterrichteten Quellen erfuhr, war die Entscheidung eindeutig aber nicht einstimmig.

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Bislang hatte die Familie Papert die Aufgabe des Mess’-Festwirtes übernommen. Und zwar 55 Jahre lang, wie Jürgen Papert im Telefongespräch mit unserer Zeitung betont. Dass man jetzt „so abgeschoben“ werde, sei nicht nachvollziehbar, schimpft er. Zumal man ja auch in Nördlingen Gewerbesteuer bezahlt habe. Ja man habe zuletzt sogar angeboten, einen größeren Anteil der Steuer im Ries zu lassen. „Wir haben ein vorzügliches Zelt.“ Jetzt werde man erst einmal das Stabenfest machen, dann sehe man weiter. Ordnungsamtschef Jürgen Landgraf bestätigte gestern: Für das Stabenfest bleibe Papert der Festwirt, lediglich bei der Mess’ gebe es einen Wechsel.

Mess: Hendl, Schweinsbraten aber auch Vegetarisches auf der Speisekarte des Festwirtes

Peter Schöniger ist Geschäftsführer des Unternehmens Festhalle Bayernland und begeistert über die Entscheidung des Stadtrates: „Uns freut das unwahrscheinlich.“ Man werde das Beste geben, um die Besucher der Nördlinger Mess’ zufrieden zu stellen. Schöniger selbst war bereits zu Besuch auf dem Volksfest im Ries. Und er weiß auch um die Bedeutung der Nördlinger Messwürste: Die dürften die Besucher selbstverständlich auch weiter in seinem Zelt essen. Doch man biete auch eine sehr gute Küche, eine Musterspeisekarte sei bereits erstellt. Darauf stünden unter anderem bayerische Brotzeiten, eine Mess’-Breze, Obazda, Hähnchen, Schweinsbraten, Haxen – und vieles mehr. Man wolle auch vegetarische und vegane Speisen anbieten, etwa eine Knödeltrilogie oder Spinat-Maultaschen.

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Oberbürgermeister Hermann Faul sagte gestern, man wolle der Familie Papert keine schlechte Arbeit oder schlechte Leistungen unterstellen. Doch man sei der Meinung gewesen, dass ein neuer Festwirt auch neue Impulse mitbringe. Die Mess’ sei ein attraktiver Festplatz, man habe unter mehreren Bewerbungen aussuchen müssen.

Picobello sauber und schön geschmückt war das Zelt auf dem Gillamoos

Jörg Schwarzer (CSU) teilt mit: „Das erste Mal seit Jahren sind mehrere Bewerbungen für das Festzelt vorgelegen. Aus diesen Bewerbern hat man nach bestimmten Kriterien eine Auswahl getroffen. Wir hoffen, dass mit dem neuen Festzelt die Nördlinger Mess’ als Nordschwabens größtes und schönstes Volksfest weiterhin ein attraktives Angebot bietet.“ Thomas Mittring (Stadtteilliste) hat sich das Zelt der Familie Schöniger bereits auf dem Gillamoos in Abensberg angesehen. Das habe einen sehr guten Eindruck hinterlassen: „Das war picobello sauber und schön geschmückt.“ Die Bedienungen seien auf Zack gewesen und geschmeckt habe es auch.

Alexander Deffner (PWG) sagt, man habe sich zum Wohl der Stadt entscheiden müssen. Und unter den drei Bewerbern habe die Familie Schöniger eben am besten abgeschnitten. Deshalb schließe man ja auch immer nur einjährige Verträge ab, um immer wieder die Möglichkeit zu haben, neu zu entscheiden. Wolfgang Goschenhofer (Grüne/Frauenliste) schreibt in einer Email: „Unsere Nördlinger Mess’ genießt bayernweit einen exzellenten Ruf und eine sehr hohe Attraktivität.“ Auf Basis der Auswahlkriterien der Stadtverwaltung habe sich nach mehr als 50 Jahren mit dem Festzeltbetrieb Sony-Boy Papert nun die Festwirtsfamilie Schöniger durchsetzen können. „Wir alle dürfen sehr gespannt sein, was uns zur ,Neuen Mess’ 2020’ erwartet.“ Rita Ortler (SPD) meint: „Wir haben uns das nicht leicht gemacht. Aber ich denke, es ist das Beste für Nördlingen.“ Auch ihr Fraktionskollege Erich Geike habe am Besuch auf dem Gillamoos teilgenommen – und sei begeistert gewesen.

Den Kommentar von RN-Redaktionsleiterin Martina Bachmann lesen Sie hier: Wo sind die Stadtrats-Kandidaten?

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