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Bayern wählt

17.09.2018

Was die Landwirte ärgert

Auf Einladung des Bauernverbandes diskutierten die Donau-Rieser Kandidaten für die Bayerische Landtagswahl auf dem Anwesen der Familie Löfflad in Enkingen über aktuelle landwirtschaftliche Themen. <b>Foto: Bernd Schied</b>
Bild: Bernd Schied

Die Kandidaten der Parteien für die Landtagswahl treffen sich auf dem Hof der Familie Löfflad in Enkingen

Enkingen Flächenfraß, leer stehende Anwesen, Ferkelkastration, zu viel Bürokratie – alles Reizthemen für die Landwirtschaft, die auch im Landkreis für Ärger und mitunter Frustration sorgen. Der Kreisobmann des Bauernverbandes, Karlheinz Götz, hatte im Vorfeld der Landtagswahlen die Kandidaten der Parteien auf den Hof der Familie Löfflad nach Enkingen eingeladen, um mit ihnen darüber zu diskutieren.

Götz wies eingangs auf den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis hin. Dieser betrage derzeit 15 bis 18 Hektar pro Tag inklusive der Ausgleichflächen durch neue Bau- und Gewerbegebiete oder sonstige Infrastrukturprojekte, wie beispielsweise neue Straßen. Freilich trage auch die Landwirtschaft selbst zum Flächenverbrauch durch privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich hin. Aber: „Will die Bevölkerung wirklich große Ställe in den Ortskernen haben mit all den Problemen, die sich daraus ergeben?“ Die Grünen-Kandidaten Eva Lettenbauer hat dafür eine Lösung parat: Nur noch fünf Hektar an Flächen sollten pro Tag versiegelt werden. Dabei dürften die Kommunen eine festgelegte Obergrenze nicht überschreiten.

SPD-Kandidat Georg Wiedemann wies darauf hin, dass die einzelnen Gemeinden derzeit untereinander um die Flächen konkurrierten. Er sehe eine Alternative in Zusammenschlüssen von Kommunen, um durch gemeinsame Bemühungen zu versuchen, den Flächenverbrauch so gering wie möglich zu halten.

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CSU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler meinte, in Bayern seien 90 Prozent der Flächen Natur. Dass Flächen versiegelt würden, liege auch am Wachstum. Die Bevölkerung nehme zu. Dadurch seien Grundstücke für den Wohnungsbau erforderlich. Und weil die Wirtschaft gut laufe, benötige sie Gewerbeflächen. Freilich gelte es, mit Grund und Boden behutsam umzugehen, auch in Wachstumszeiten. Beim Flächenverbrauch mit Verboten zu arbeiten, halte er jedoch nicht für zielführend. „Sagen Sie doch mal einem Discounter, er soll in der Innenstadt einen neuen Markt bauen. Das macht der sicher nicht, schon allein wegen der fehlenden Parkmöglichkeiten.“ AfD-Bewerber Ulrich Singer sprach sich in dem Zusammenhang gegen Flutpolder aus. Dadurch würde den Landwirten Flächen entzogen, die sie nicht mehr bewirtschaften könnten. Grundsätzlich teile er die Auffassung, dass in Bayern der Flächenverbrauch viel zu hoch sei. Einig waren sich alle Kandidaten in der Auffassung, dass die Landwirtschaft mit zu vielen Vorschriften überzogen werde. Man brauche nicht für alles Bestimmungen aus Europa. Es mache keinen Sinn, wenn Brüssel alle fünf Jahre neue Regelungen für den Bau von Ställen erlasse. Günter Löfflad meinte: „Wir als Landwirte kommen mit den ständig neuen Bestimmungen nicht mehr mit.“

Kreisobmann Götz forderte in der Gesprächsrunde eine baldige einvernehmliche Lösung für die Ferkelkastration. Der Bauernverband könne sich diese mit lokalen Betäubungsspritzen vorstellen, wie es andere europäische Länder praktizierten. Nach einer Änderung des Tierschutzgesetzes dürfen ab 2019 Kastrationen nur noch unter Vollnarkose vorgenommen werden. (bs)

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