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Weihnachten

30.11.2019

Was ein Schulprojekt mit einer Krippe zu tun hat

Jede Kleinigkeit in und an der Krippe hat seine Bedeutung. Sogar das Hintergrundbild muss so angepasst werden, dass der Farbverlauf stimmt. Irmi Mebert erklärt die Besonderheiten der Krippe, die sie zusammen mit Lars Stolz gebaut hat.
Bild: Huber

Lars Stolz und Irmi Mebert erklären, wie die Krippe für die Oettinger Mittelschule entstanden ist und welche Bedeutung die einzelnen Figuren und Bestandteile haben

Die meisten Menschen verbringen die heißen Sommermonate draußen am See oder im Freibad. Nicht hingegen Irmi Mebert und Lars Stolz – die beiden waren in Gedanken schon in der Weihnachtszeit. In Meberts Werkstatt in Hainsfarth bauten sie eine Schulkrippe für die Mittelschule Oettingen.

Je länger man die Krippe betrachtet, desto mehr Einzelheiten fallen auf. Ein Fuchs, der eine Henne im Maul hat, oder eine Ziege, die an einem Ast knabbert. „Jede Figur in der Krippe hat eine Bedeutung“, sagt Mebert. Die Ziege stehe für Genügsamkeit und Eigensinnigkeit. Die Schafe, meist in einer größeren Herde, sollen die Menschheit symbolisieren. „Außerdem gibt es noch die drei Urhirten, die für die Lebensalter von Jung bis Alt stehen“, so die Krippenbaumeisterin. Der sogenannte innere Kreis bestehe bei jeder Krippe aus der heiligen Familie sowie Ochs und Esel, den Hirten und den Heiligen Drei Königen. Eine Brücke sei außerdem unverzichtbar, denn die soll für die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament stehen. „Die Symbolik ist unerschöpflich“, sagt Mebert.

Die Krippe entstand im Rahmen des Projekts „Schüler arbeitet mit Meister“, das von der Regierung Schwaben gefördert wird. In dieser Woche wurde die Krippe für die traditionelle Krippenausstellung der Meberts in der Alten Schranne aufgebaut. „Die Krippe ist fast 1,90 auf einen Meter groß“, sagt Mebert. Zu zweit haben sie die Krippe in den ersten Stock getragen. „Der Entwurf dafür entstand in Gesprächen mit Lars, den Lehrern und der Schulleiterin“, erzählt Mebert. Anfang Februar haben sie dann mit dem Bau begonnen. Wie viele Arbeitsstunden sie letztlich in ihr Projekt steckten, ließe sich nur schwer schätzen. Im Oktober sei die Krippe fertig gewesen.

Was ein Schulprojekt mit einer Krippe zu tun hat

Neben dem Stall haben Mebert und Stolz unter anderem ein Backhaus, ein Mühlenhaus und eine Brücke errichtet. „Am liebsten mach’ ich das Gelände“, sagt der 15-Jährige, der bereits für sich und seine Schwester Krippen gebaut hat. Aber auch bei den Kleinigkeiten beweist der Schüler viel Konzentration und Ausdauer. Er habe sich auch um die Elektrik, also die Beleuchtung von Ofen oder Feuerstelle gekümmert. „Er hat viele gute Ideen“, sagt Mebert, die nicht zum ersten Mal mit Lars zusammenarbeitet. Dieses Mal spielen aber auch die Wünsche der Schule eine Rolle, da die Krippe nach der Ausstellung in Nördlingen in der Aula in Oettingen ausgestellt werden soll. „Wichtig war den Lehrern und der Schulleitung auch, dass wir junge Figuren mit einbeziehen“, sagt Mebert. So sieht man zum Beispiel zwei Buben, die auf den Steinen am Fluss herumklettern.

Der Hintergrund für die Krippe wurde von einem spezialisierten Tiroler Krippenmaler angefertigt. „Die Tiroler malen gern Hochgebirge“, sagt Mebert, „für diese Krippe wurde das Bild aber an die Landschaft bei uns angepasst.“ Als Mebert und Stolz in Tirol waren, haben sie dem Maler sogar die Proben von den Materialien mitgebracht, sodass beispielsweise die Farbe des Mooses in der Krippe genau mit dem Grün im Bild abgestimmt ist.

Bis zum 8. Dezember ist die Krippe zusammen mit vielen weiteren Krippen in der Ausstellung in der Alten Schranne in Nördlingen zu sehen. Anschließend wird sie an die Oettinger Mittelschule geliefert und nach Tiroler Tradition geweiht.

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