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03.03.2009

Wege zu einem gesunden Schlaf ohne Tabletten

Oettingen (heja) - Seit einem Jahr gibt es an der Donau-Ries-Klinik Oettingen ein Schlaflabor. Hier suchen Menschen mit Schlafstörungen Hilfe. Die Rieser Nachrichten sprachen mit dem Leiter des Schlaflabors, Dr. Horst Wittstruck. In einer Serie werden seine Auskünfte zu unterschiedlichen Schwerpunkten veröffentlicht. Im heutigen Teil geht es um Maßnahmen, die man selbst ergreifen kann, um besser schlafen zu können. Außerdem fragen wir nach dem richtigen Umgang mit Schlafmitteln.

RN: Als Somnologe und aus Ihrer langjährigen Erfahrung mit Schlafstörungen heraus: Was sollte man unbedingt für einen gesunden Schlaf tun?

Wittstruck: Für einen gesunden Schlaf ist die Einhaltung sogenannter schlafhygienischer Maßnahmen sinnvoll. Hierzu gehört zum Beispiel die Einhaltung regelmäßiger Zubettgehzeiten oder das Meiden von opulenten Mahlzeiten am Abend.

RN: Mit einem knurrenden Magen schläft es sich aber auch nicht besonders gut, oder?

Wege zu einem gesunden Schlaf ohne Tabletten

Wittstruck: Richtig, denn umgekehrt gilt, dass auch ein leerer Bauch etwa bei einer strengen Diät, zu Schlafstörungen führen kann. Zudem sollte Alkoholgenuss vermieden oder nur maßvoll betrieben werden. Alkohol ist letztlich kein Schlafmittel, sondern kann in höheren Dosen auch zur Störung der natürlichen Schlafarchitektur führen. Auch Rauchen kann durch das Nikotin zu einer Verstellung der "inneren Uhr" führen und somit den Schlafrhythmus negativ beeinflussen. Ein entspannendes Bad am Abend oder ein Spaziergang können sich hingegen positiv auf den Schlaf auswirken. Auf der anderen Seite aber kann ausgiebige sportliche Betätigung unmittelbar vor dem Einschlafen zur Schlafstörung führen. Letztlich sind alle Maßnahmen, die einer gesunden Lebensführung dienen, auch für den Schlaf förderlich.

RN: Wie ist Ihre Haltung zu Schlafmitteln?

Wittstruck: Prinzipiell kann es in bestimmten Situationen zum Beispiel bei schwerem Stress, starkem Leidensdruck der Betroffenen (beispielsweise nach dem Tod von Angehörigen) notwendig sein, Schlafmittel zu verordnen. Die Einnahme von Schlafmitteln soll jedoch grundsätzlich zeitlich begrenzt sein. Eine Einnahme über längere Zeit, wie Wochen oder Monate, sollte in jedem Falle vermieden werden.

RN: Weil man sonst süchtig danach werden kann?

Wittstruck: Das Suchtpotential ist zwar durch die Einführung neuer Schlafmittel, wie den sogenannten Benzodiazepinagonisten (zum Beispiel Stilnox), verringert worden, trotzdem ist bei langfristiger Anwendung Vorsicht geboten. Grundsätzlich sollte die Einnahme von Schlafmitteln in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Die unkontrollierte Einnahme frei verkäuflicher Schlafmittel ist in jedem Falle zu vermeiden. Gegen die Einnahme von Schlafmitteln auf pflanzlicher Basis wie etwa Baldrian, bestehen grundsätzlich keine Bedenken. Wichtig ist, dass Patienten, die über sehr lange Zeit Schlafmittel einnehmen, diese nicht plötzlich absetzen sollen. Dies sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Das plötzliche Absetzen von Schlafmitteln kann zu Entzugserscheinungen und wiederum zu schweren Schlafstörungen führen.

Bevor man aber zum Schlafmittel greift, sollte man es mit nicht medikamentösen Maßnahmen ausprobieren. Hierzu zählen unter anderem Entspannungstechniken wie autogenes Training. Yoga kann ebenfalls geeignet sein.

Wann wird eine Schlafstörung zur Krankheit? Um diese Frage geht es in dem nächsten Bericht unserer Reihe zum Thema Schlaf.

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