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Nördlingen

27.10.2020

Weihnachtsmarkt fällt aus: Was in Nördlingen stattdessen geboten ist

Die Nördlinger Altstadt soll auch dieses Jahr leuchten, auch wenn der Weihnachtsmarkt ausfällt. Händler können trotzdem beim „Adventszauber“ Waren in ihren Ständen verkaufen.
Bild: Heidi Källner (Archiv)

Plus Es soll in Nördlingen eine Alternative geben. Die hell erleuchtete Nördlinger Altstadt soll in der dunklen Zeit Zuversicht verbreiten.

Der Romantische Weihnachtsmarkt stand von Anfang an auf wackligen Beinen. Jetzt hat Oberbürgermeister David Wittner Konsequenzen aus den steigenden Fallzahlen gezogen. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen. „Aber der Weihnachtsmarkt ist so nicht durchzuführen“, sagte er in der jüngsten Finanzausschusssitzung. Die Beschicker müssten in Vorleistung gehen, deshalb sei eine Festlegung nötig. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Landkreis in ein oder zwei Wochen wieder auf „Grün“ stehe. Deshalb werde der Nördlinger Weihnachtsmarkt nicht stattfinden.

„Der Weihnachtsmarkt ist eine Großveranstaltung“, betonte Wittner. Er sei auch geprägt von Geselligkeit und Treffen mit Arbeitskollegen, seinem Verein oder Freunden. Das sei unter den aktuellen Bedingungen nicht zu verantworten. Gerade Situationen wie das Anstehen in einer Schlange am Glühweinstand seien problematisch. „Wir wollen trotzdem die gewohnte Beleuchtung in der Stadt aufhängen, um Licht in diese dunkle Zeit zu bringen, im wörtlichen und im übertragenen Sinne.“

Die Stadt versuche in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein zu verhindern, dass die Rieser für ihre Weihnachtseinkäufe zum Onlinehandel abwandern. Deshalb wolle man auch ermöglichen, dass Beschicker des Weihnachtsmarkts ihre Waren wie Gewürze, Bücher oder Töpferwaren verkaufen können – auch wenn das Besucheraufkommen ohne Weihnachtsmarkt nicht mit dem üblichen Maß zu vergleichen sei.

Daniel Wizinger, Veranstaltungsleiter der Stadt Nördlingen, betont, man habe nicht mehr länger auf eine grundsätzliche Entscheidung der Staatsregierung warten können. Deshalb solle der Romantische Weihnachtsmarkt heuer durch einen „Adventszauber in der Stadt mit Nördlinger Lichterglanz“ ersetzt werden, wie er sagt. Dieser umfasse grob das Angebot des Weihnachtsmarkts ohne Gastronomie. Er habe am Montag alle beteiligten Gastronomen angerufen, um ihnen die schlechte Nachricht persönlich mitzuteilen. „Für viele von ihnen bricht dadurch oftmals die letzte Einnahmequelle des Jahres weg – und in manchen Fällen auch die erste. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Von den Händlern hätten bereits einige zugesagt, Absagen gebe es noch keine. Ob am Ende alle wie beim Weihnachtsmarkt geplant teilnehmen, sei noch nicht abzuschätzen. In jedem Fall werde während des Adventszaubers eine Maskenpflicht gelten. Derzeit sei das alleine schon wegen der Allgemeinverfügung des Landratsamts in dem entsprechenden Gebiet der Fall. Weitere Schutzmaßnahmen würden derzeit noch geprüft und dann mithilfe der Expertise des Gesundheitsamts umgesetzt. Das Einbahnstraßenprinzip sei angesichts der Dauer von vier Wochen im Vergleich zum Herbstmarkt schwierig vorstellbar.

Die Stadt, auch der Oberbürgermeister persönlich, habe mehrmals versucht, eine Handlungsempfehlung von der Staatsregierung einzuholen. „Leider haben wir von dieser Seite keine Unterstützung erfahren“, sagt Wizinger. Der Freistaat arbeite wohl an einem Konzept für Weihnachtsmärkte. Die Stadt wisse aber nicht einmal, welches Ministerium dafür zuständig sei.

Susanne Vierkorn, Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, betont, wie wichtig Zuversicht und Sicherheit angesichts all der Schwierigkeiten seien. „Deshalb freue ich mich sehr auf den Lichterglanz, die Beleuchtung der Innenstadt und Weihnachtsbäume, die es wie jedes Jahr geben soll.“ Die Beleuchtung und die Bäume sollen in der zweiten Novemberhälfte montiert werden. Ab dem 27. November sollen sie wie gewohnt die Altstadt erhellen.

Dass der Weihnachtsmarkt nicht stattfinde, sei ein massiver Einschnitt, gerade für die Gastronomen. Es sei gut, dass die übrigen Händler beim Adventszauber ihre Ware anbieten könnten. „Für sie ist der Weihnachtsmarkt ein notwendiger Teil ihres Einkommens“, so Vierkorn. Jeder Einzelne solle sich bewusst machen, dass der florierende Einzelhandel in Nördlingen keine Selbstverständlichkeit sei. Das Weihnachtsgeschäft sei eine wichtige Zeit für sie. „Es geht in diesem Jahr nicht mehr darum, Gewinne zu machen, sondern über die Runden zu kommen.“ Bisher hätte in Nördlingen noch kein Geschäft wegen Corona geschlossen. Auch neu eröffnete oder übernommene Läden hätten mit guten Ideen und Engagement trotz der schwierigen Zeit Fuß fassen können. Trotzdem halte „jeder die Luft an“. „Ich hoffe, dass ich nach diesem Jahr durch die Innenstadt gehe und noch jedes Geschäft da ist“, sagt sie. In dieser Zeit sei es umso wichtiger, sich das Positive bewusst zu machen, betont die Vorsitzende. „Vielleicht kehren wir dieses Jahr gezwungenermaßen zurück zu der Besinnlichkeit, die die Adventszeit früher geprägt hat. Denn eines ist klar: Egal, was kommt, Weihnachten fällt nicht aus.“

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