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Glaube

16.02.2018

Weltweite Gerechtigkeit

Hanns Hoerschelmann sprach beim evangelischen Aschermittwoch in Dürrenzimmern.
Bild: Benninger

Beim evangelischen Aschermittwoch in Dürrenzimmern sprach dieses Jahr Hanns Hoerschelmann. Was er angesichts knapper werdender Ressourcen fordert

Das Referat eines namhaften Geistlichen, gemeinsamer Gesang mit dem Posaunenchor Dürrenzimmern und ein abschließendes Segensgebet, das schätzen die Besucher des evangelischen Aschermittwochs nach den lauten Faschingstagen. Unter dem Motto „Befreit durch Gottes Gnade – Berufen zur Gerechtigkeit“ hat das Evangelische Bildungswerk Donau-Ries in diesem Jahr ins Gemeindezentrum Dürrenzimmern eingeladen. Dort ist es „gute Tradition, sich zu treffen und gemeinsam in die Passions- und Fastenzeit einzusteigen“, begrüßte Bildungswerk-Geschäftsführerin Christa Müller die Gäste. Darunter vor allem Pfarrer und ehrenamtlich Tätige aus dem Dekanat, aber auch stellvertretenden Landrat Reinhold Bittner.

Der diesjährige Referent Hanns Hoerschelmann leitet seit 2014 mit seiner Frau das evangelische Missionswerk Neuendettelsau und betrachtete das letztjährige Thema „Gerechtigkeit“ diesmal aus der globalen Perspektive unter dem Motto: „Gerechtigkeit und Entwicklung“. Dabei bezog sich der vor 52 Jahren in Kiel Geborene auf die Themenschwerpunkte der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Mai 2017 in Windhuk/Namibia. Dem alle sechs Jahre stattfindenden höchsten Entscheidungsgremium der Kirchengemeinschaft gehören derzeit weltweit 145 Einzelkirchen an.

„Christen haben von Gott den Auftrag, dass sich die empfangene Gnade in ihrem täglichen Handeln widerspiegeln soll – auch im weltweiten Miteinander der Menschen“, so Hoerschelmann. Diese Aufgabe nehme die „Mission EineWelt“ mit den Partnerkirchen und -organisationen in vielen Teilen der Welt wahr. Der Direktor stellte die Grundlagen dieser Zusammenarbeit anhand von zehn Thesen vor, deren Ziel Gerechtigkeit und Ermöglichung von guten Lebensbedingungen auf der ganzen Welt sind.

So sei Entwicklung kein biblischer, sondern ein normativer Begriff, sagte Hoerschelmann. Während beispielsweise bei manchen Völkern noch die Harmonie von Dorfgemeinschaften im Vordergrund stehe, werde bei uns bei „Entwicklung“ zuerst an stetig wachsenden Wohlstand gedacht, so der Pfarrer.

Doch im Hinblick auf knapper werdende Ressourcen sowie aktuelle ökologische und soziale Global-Herausforderungen, weisen die Inhalte eines ausschließlich auf materielle Werte ausgerichteten Pfades in den Industrienationen in Sackgassen. Darum seien diese herausgefordert, einen Weg vorzuleben, der zukünftigen Generationen weltweit einen lebenswerten Planeten hinterlasse. So versuche auch der evangelische Entwicklungsdienst einen Prozess der Befreiung von Hunger, Armut, Krankheit und ungerechten Machtstrukturen in Gang zu bringen. Denn nachhaltige Entwicklung sei nicht ohne weltweite Gerechtigkeit möglich, so Hoerschelmann. Und so schaffe auch die Partnerschaftsarbeit der evangelischen lutherischen Kirche weltweite Pilotprojekte mit Freiräumen.

Letztendlich könne aber auch jeder Einzelne mit mehr ökologischem Verhalten zu einer „Entwicklung“ beitragen, so der Pfarrer, schließlich reiche bereits „volle Genüge“ (aus der Lutherübersetzung) zu einem guten Leben und brauche keinen Überfluss. Dafür müsse aber auch eine Umkehr im Denken oder mehr politischer Widerstand möglich werden, schloss der Referent.

Die folgende kurze Diskussion leitete die Vorsitzende des Bildungswerkes, Sabine Karl, und nach dem gemeinsamen Abendlied wurden die Gäste mit dem Segensgebet verabschiedet.

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