Weniger fürs Geld

Weniger fürs Geld
Kommentar Von Martina Bachmann
26.04.2019

Da sollen die Bürger im Landkreis Donau-Ries also über mehr Geld verfügen als ihre Nachbarn. Und sie sollen auch deutlich mehr im Portemonnaie haben, als noch vor knapp 20 Jahren. Das zumindest haben die Experten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung errechnet. Doch wer mit den Riesern spricht, bekommt oft zu hören, dass sie selbst einen ganz anderen Eindruck haben: Dass die Summen vielleicht steigen mögen, dass man dafür aber auch weniger bekommt.

Ihr Gefühl trügt die Menschen nicht. Ein Beispiel: Während die Einkommen in 16 Jahren um „nur“ 22 Prozent anwuchsen, sind die Wohnkosten explodiert: Zwischen 2008 und 2018 stiegen die Mieten im Kreis laut der Internetplattform Immowelt im Schnitt um 68 Prozent, die Immobilienpreise sogar um 93 Prozent. 1000 Euro für eine Wohnung in Nördlingen, inklusive Nebenkosten, sind nicht mehr ungewöhnlich. Wer also die von den Experten berechneten rund 2000 Euro Einkommen zur Verfügung hätte, müsste folgerichtig die Hälfte davon allein fürs Wohnen aufwenden.

Das Thema beschäftigt die Menschen, sie fordern Lösungen von der Politik. Eine Idee kam diese Woche von der PWG: Die Parteifreien um OB-Kandidat David Wittner wollen neue Erbbau-Grundstücke ausweisen. Ein Vorstoß, über den der Stadtrat und die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung nachdenken sollten.

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