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Nördlingen

17.07.2019

Wenn Roboter Gefühl haben oder Macarena tanzen

Stefan Wieser ist Teamleiter für Robotik am TCW in Nördlingen und zeigt einen Roboterarm, der fühlt, wenn er von einem Menschen berührt wird. So kann mit dem Roboter präzise gearbeitet werden.
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Stefan Wieser ist Teamleiter für Robotik am TCW in Nördlingen und zeigt einen Roboterarm, der fühlt, wenn er von einem Menschen berührt wird. So kann mit dem Roboter präzise gearbeitet werden.

Am Tag des Offenen Labors stellen Mitarbeiter des TCWs ihre Arbeit vor. Manche Roboter spüren, wenn ein Mensch ihn anfasst. Andere können sogar tanzen.

Der kleine rot-weiße Roboter sitzt. Dann steht er langsam auf und sagt: „Lass uns tanzen.“ Und der Roboter tanzt. Er tanzt Macarena, macht die Tanzbewegungen aus dem Video zum Lied von Los del Río nach. „Damit können wir junge Leute für Robotik begeistern“, sagt Stefan Wieser, Teamleiter Robotik am Technologie Centrum Westbayern (TCW) in Nördlingen.

Gestern fand dort das sogenannte Offene Labor des Hochschulzentrums Donau-Ries statt, es wurden Einblicke in die Arbeit der Wissenschaftler gewährt. Josef Wolf ist Geschäftsführer des TCW und erläutert, was dort geleistet wird: „Wir stellen Produktionslösungen für regionale Firmen her und das in Verbindung mit Robotik. Den Betrieben wollen wir Lösungen anbieten, die ihnen direkt bei ihrer Arbeit helfen.“

Dazu sei die Hochschule in der Forschung und das TCW in der Realisierung sowie der Konstruktion tätig. Die Hochschule mit dem Studiengang Systems Engeneering bilde die Arbeitskräfte aus, die in der Zukunft an den Maschinen lernen und arbeiten werden, sagt Wolf.

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Der Roboter stoppt, wenn er einen Menschen berührt

Stefan Wieser steht neben einem Roboterarm, der über ein gewisses Gefühl verfügt: „Wenn ich den Roboter hier anfasse, schlagen die Werte aus, der fühlt mich“, zeigt Wieser. So könne man Arbeiten ausführen, bei denen man sage: „Ich bräuchte mal eine dritte Hand.“ Denn von diesem Arm gehe keine Gefahr aus. Wieser zeigt auf die Roboter hinter ihm, sie sind eingezäunt. „Der wiegt 600 Kilo, wenn der einen erwischt, hat man eine schwere Verletzung. Dieser hier hält an, wenn er einen trifft.“

Doch diese Sensibilität ist nicht nur ein Schutzfaktor, sondern kann auch genutzt werden. Wieser zeigt auf ein kleines Getriebe: „Manche Roboter fahren das Zahnrad stur an einen Punkt hin und wenn etwas im Weg ist, geht es kaputt.“ Der gefühlvolle Roboter merke den Widerstand. Entsprechend programmiert drehe der Roboterarm solange das Zahnrad, bis es in die entsprechende Vorrichtung passe. Das sei beispielsweise bei Montageprozessen nötig.

Andere Roboter bringen ganze Regale zu Arbeitern

Einer der eingezäunten Roboter ist mit einem 3D-Scanner ausgestattet. Florian Knie macht ein duales Studium und arbeitet am TCW. Er sagt, dass ein Roboter üblicherweise immer eine genaue Anweisung benötige, beispielsweise, um ein Teil hochzuheben. In einem Film zeigt er, wie der Scanner eingesetzt werden kann: In einer Kiste sind bunte Schokoladentafeln verteilt, der Roboter greift sich präzise ein weißes Täfelchen heraus. Durch den Scanner könne der Roboter das Teil holen, das er benötige, sagt Knie.

Ein anderer Roboter hat die Form eines Kartons und fährt auf dem Boden herum. „Das ist ein führerloses Transportfahrzeug, sagt Wieser. Diese Roboter würden bei Logistikunternehmen zum Einsatz kommen, beispielsweise wenn ein Arbeiter eine größere Bestellung bearbeiten müsse: „Der fährt unter ein Regal und bringt das dann zu dem Arbeiter, der sich die benötigten Teile rausnehmen kann.“ Der Roboter fahre wieder zurück und bringe das nächste Regal mit den gesuchten Produkten. Und wenn ihm jemand im Weg sei, bleibe er einfach stehen. Nur tanzen, das kann dieser Roboter nicht.

Dieser Roboter tanzt Macarena

Am TCW in Nördlingen wurden am Tag des Offenen Labors verschiedene Roboter gezeigt. Dieser Roboter wird weniger in der Industrie verwendet, tanzt aber dafür Macarena.
Video: Jan-Luc Treumann
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