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Astronomie

19.03.2015

Wenn die Sonne sich verdunkelt

Hobby-Astronom Matthias Haschka aus Benzenzimmern freut sich auf die Sonnenfinsternis.
Bild: Jan Kandzora

Matthias Haschka ist seit mehr als 30 Jahren Hobby-Astronom. Die heutige Sonnenfinsternis verfolgt er auf der Marienhöhe in Nördlingen. Obwohl er sagt, dass das woanders eigentlich noch besser ginge.

Manchmal, wenn auch nicht oft, findet es Matthias Haschka schade, dass das Ries nicht Spitzbergen ist. Auf der norwegischen Inselgruppe ist es schweinekalt und unwirtlich; die Temperaturen klettern selten mal aus dem Minusbereich heraus. Spitzbergen ist größer als Kroatien, hat aber nur etwa 2000 Einwohner, die am morgigen Freitag immerhin prima die Sonnenfinsternis beobachten können. „In Spitzbergen wird die Sonne um 100 Prozent verdeckt sein“, sagt Haschka, und man hört ihm an, dass die Vorstellung ihn fasziniert.

Im Ries hingegen wird der Neumond die Sonne nur um etwa 75 Prozent verdunkeln, und auch das nicht sofort. Es wird dennoch ein ziemliches Schauspiel am Himmel geben, das in der Region ab 9.30 Uhr zu sehen sein soll. Doch erst eine Stunde später, sagt Haschka, werde es sich voll entfalten. Haschka wird die Sonnenfinsternis natürlich beobachten, so wie er so ziemlich jede Sonnenfinsternis der letzten 35 Jahre beobachtet hat. Wie viele es genau waren, weiß er nicht. Wohl an die 20. Haschka begeistert sich für Astronomie, seit er als 15-Jähriger einen Sternschuppennacht erlebte. Heute ist er 49 Jahre alt und arbeitet als Abteilungsleiter eines Maschinenbauers in Nördlingen. Die Astronomie ist all die Jahre seine Leidenschaft geblieben. Auf dem Dach seines Einfamilienhauses in Benzenzimmern steht ein gewaltiges Fernrohr, Mitte der 1990er war Haschka Mitgründer der „Rieser Sternfreunde“.

Die haben für morgen und übermorgen eine größere Aktion geplant, denn nicht nur die Sonnenfinsternis steht an, sondern am Samstag auch ein weiteres astronomisches Ereignis: Der Jupiter-Mond Io lässt seine Schatten über die Oberfläche des Jupiters wandern. Am Freitag werden sich die Sternfreunde am Nördlinger Freibad Marienhöhe treffen und Teleskope für die Öffentlichkeit aufstellen, damit diese die Sonnenfinsternis beobachten kann. Das geht nur mit Sonnenfilter gefahrlos. „Man sollte auf gar keinen Fall nur mit einem Fernglas in die Sonne gucken“, warnt Haschka. „Sonst macht man sich die Augen kaputt.“ Wer die Sonnenfinsternis ohne Teleskop anschauen will, sollte dazu eine Spezialbrille verwenden. Ohne eine solche Brille mit einer dünnen Folie, die nur einen winzigen Bruchteil von Licht durchlässt, verbrennt die Netzhaut. Im schlimmsten Fall droht die Erblindung.

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Auch sonst ist die Sonnenfinsternis nicht ganz ungefährlich. Die Stromversorger machen sich Sorgen darüber, dass es zu einem „Blackout“ kommen könnte, da Solaranlagen von einem auf den anderen Moment keinen Strom mehr liefern, sobald sobald die Sonne hinter dem Mond verschwindet. Der Netzbetreiber Amprion etwa hat vorsorglich angekündigt, dass neun Mitarbeiter über das Netz wachen sollen. Normalerweise sind es nur zwei.

Public Viewing Sofern das Wetter mitspielt, laden die „Rieser Sternfreunden“ am Freitag ab 9 Uhr auf der Marienhöhe zum gemeinsamen Beobachten der Sonnenfinsternis ein. Interessierte können sich kurzfristig unter www.rieser-sternfreunde.de informieren.

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