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Bauprojekt

29.01.2015

Wenn vom Stein nur noch die Hälfte übrig ist

Die Fassadensanierung des Reimlinger Tors wurde in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellt.
Bild: Bachmann

Fassadensanierung des Reimlinger Tors wurde im Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt

Von Martina Bachmann

Nördlingen Mit dem Frost kommen die Schäden. Und zwar dann, wenn zuvor Wasser in die porösen Suevitsteine in den Eckpfeilern des Reimlinger Tors eingedrungen ist. Das gefriert bei Minustemperaturen zu Eis, das Volumen vergrößert sich – und kleine Stückchen des Steins werden weggesprengt, wie Johannes Hauke vom Ingenieurbüro Strohm erklärt: „Frost hat viel Kraft.“ Insgesamt sei etwa die Hälfte aller Steine der Eckpfeiler beschädigt. Einige wenige seien sogar nur noch halb so groß wie ursprünglich, sagt Hauke im Gespräch mit unserer Zeitung: Statt 40 Zentimetern seien sie noch 20 Zentimeter dick. „Die Standsicherheit ist aber immer gegeben“, beruhigt der Fachmann. In der Sitzung des Bauausschusses des Nördlinger Stadtrates stellte Hauke am Mittwochabend das Projekt Fassadensanierung Reimlinger Tor vor. Rund 780000 Euro soll es kosten.

Der Turm selbst stamme aus dem 14. Jahrhundert, erklärte der Diplomingenieur den Räten, der Vorbau wurde später fertiggestellt. Bereits früher hätten die Fachleute um die Besonderheiten des Suevits, der auch Schwabenstein genannt wird, gewusst und deshalb eine Putzschicht zu seinem Schutz aufgetragen. Doch einer seiner Vorgänger, so erklärte Hauke, habe es wohl schöner gefunden, die Natursteine frei zu legen – und so indirekt die Schäden von heute verursacht. 1961 sei das Reimlinger Tor zuletzt saniert worden. Und damals seien die Arbeiten am Vorbau nicht gut ausgeführt worden – deshalb müsse man da jetzt ebenfalls ran. Noch genau untersucht werden müsse das Dach des Tores selbst.

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Wie berichtet, sollen die Arbeiten am Tor heuer durchgeführt werden. Für den Aufbau des Gerüstes soll es im Februar für zwei Wochen gesperrt werden. Danach könnten die Verkehrsteilnehmer wieder durchs Tor fahren – bis das Gerüst wieder abgebaut werde. Hauke erklärte den Stadträten im Ausschuss, dass eine sogenannte Materialplattform Teil des Gerüsts sein werde. Sie werde in Richtung Stadtmitte aufgebaut. Für Autos müsse der Weg zur Münzgasse für die Zeit der Sanierungsarbeiten gesperrt werden – um Platz für einen Container oder Arbeitsmaterial zu haben.

Früher standen Bottiche mit Salz im Tor

Thomas Mittring, Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste, bedauerte in der Sitzung, dass der markante Schwabenstein immer mehr zurückgedrängt werde. Diplomingenieur Hauke erklärte, dass der nur bei kleinen Ausbesserungen verwendet werde. Man habe keinen Suevit-Steinbruch in der Nähe und es gehe um die Frostsicherheit: „In Innenflächen wäre das kein Problem.“ Markus Hager (Stadtteilliste) fragte nach der Optik der Sanierung. Hauke antwortete, er wolle möglichst wenig vom alten Putz wegnehmen. CSU-Fraktionsvorsitzende Dorothea Gaudernack und der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Wolfgang Goschenhofer, begrüßten, dass die für die Sanierung eingeplant Summe eher großzügig gerechnet sei - im Falle böser Überraschungen. Georg Schabert (PWG) merkte an, dass das Reimlinger Tor eines der meist befahrenen ist, das Salz sei wohl auch ein Problem. Allerdings, so Hauke. Und früher habe man sogar die Bottiche mit Salz ins Tor gestellt.

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