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Nördlingen

19.01.2021

Wie Unternehmen im Landkreis Donau-Ries das Thema Home-Office regeln

Eine Frau im Home-Office. Unternehmen aus dem Landkreis Donau-Ries bieten ihren Mitarbeitern vermehrt die Möglichkeit an, von daheim aus zu arbeiten.
Bild: Fabian Strauch/dpa (Symbol)

Plus Zahlreiche Unternehmen und Behörden im Landkreis Donau-Ries haben den Betrieb in der Pandemie ganz oder teilweise auf Home-Office umgestellt. Ein Arbeitsmodell auch für eine Zeit nach Corona?

Video-Liveschalten mit dem heimischen Bücherregal im Rücken statt Konferenzen von Angesicht zu Angesicht im Büro. Die Pandemie hat zahlreiche Menschen im Landkreis Donau-Ries ins Home-Office getrieben. Wir haben lokale Unternehmen und Behörden gefragt, welche Folgen das für sie hat.

Die Oettinger Brauerei führt keine Liste darüber, wie viele ihrer Mitarbeiter sich coronabedingt im Home-Office befinden. Gut 440 Menschen arbeiten am Standort in Oettingen, davon rund 300 in der Produktion und Logistik. Dort, sagt Geschäftsführerin Pia Kollmar, sei Home-Office selbstverständlich keine Option. Wo es die Aufgaben am Arbeitsplatz, aber auch die Gegebenheiten zu Hause erlauben, biete das Unternehmen die Möglichkeit des Home-Office an. „Corona hat unserer Digitalisierung und technischen Ausrüstung definitiv einen Schub verpasst“, sagt Kollmar. Das Wichtigste bei einer Brauerei passiere jedoch noch immer vor Ort.

Sparkassen-Vorsitzender: "Nutzen das Home-Office, wo es nur möglich ist"

Ähnlich ist die Situation bei Varta. Am Standort in Nördlingen wird vor allem produziert, sodass „den Mitarbeitern in der Produktion die Möglichkeit des Home-Office verständlicherweise nicht geboten werden kann“, sagt Unternehmenssprecher Christian Kucznierz. Dort, wo im Büro keine Sicherheitsabstände eingehalten werden können, seien Mitarbeiter ins Home-Office gegangen. „Als internationales Unternehmen sind für uns dezentrale und digitale Kommunikation seit vielen Jahren geübte und bewährte Praxis.“

Bei der Sparkasse Dillingen-Nördlingen arbeiten momentan rund 40 der insgesamt 100 Beschäftigten im Home-Office. „Wir nutzen diese Methode, wo es nur möglich ist“, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Schwarzbauer. Er betont auch: „Durch die Pandemie ist im Bereich der Digitalisierung ein Quantensprung passiert.“ Schwarzbauer hätte diese rasante Entwicklung vor zwei bis drei Jahren noch nicht für möglich gehalten, wie er sagt. Personalchefin Heidi Nitbaur fügt an: „Natürlich gibt es auch Situationen, wo Kunden den persönlichen Kontakt brauchen.“ Diese Begegnungen fänden jedoch unter strenger Einhaltung aller geltenden Infektionsschutz-Maßnahmen statt. Die Sparkasse möchte die Möglichkeit zum Home-Office derweil auch nach der Pandemie anbieten.

Auch die Behörden im Landkreis sollen Home-Office ermöglichen

Auch die Behörden im Landkreis sind von der Regierung angehalten, ihren Beschäftigten die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Unlängst erreichte unsere Redaktion jedoch per anonymem Brief die Beschwerde, die Stadt Nördlingen unternehme zu wenig, um Mitarbeitern das Home-Office zu ermöglichen. Die Stadt weist diese Vorwürfe auf Nachfrage jedoch entschieden zurück. Für jeden Mitarbeiter, der Bedarf angemeldet habe, sei eine positive Lösung gefunden worden, sagt Pressesprecherin Christina Atalay.

Die Mitarbeiter der Stadt arbeiten in insgesamt 17 Liegenschaften. Bereits im Frühjahr seien dort strenge Hygienemaßnahmen getroffen worden. In der Behörde sind derzeit rund zehn Prozent der vorhandenen Bildschirmarbeitsplätze auf Home-Office umgestellt. Grundsätzlich sei die Stadt – auch in Zukunft und unabhängig von der Corona-Pandemie – bemüht, die Zahl der Home-Office-fähigen Arbeitsplätze weiter zu erhöhen, heißt es in einer Mitteilung. Die Digitalisierung der Verwaltung sei jedoch ein „sehr umfänglicher Prozess“, der nicht nur eine funktionierende Internetverbindung zwischen Home-Office und Stadt voraussetze. Gerade ältere Akten stünden beispielsweise „fast ausschließlich in Papierform zur Verfügung“.

Im Landratsamt Donau-Ries arbeiten fünf Prozent der Mitarbeiter von daheim aus

Es erfolge eine „intensive Prüfung“, welche Arbeitsplätze bereits jetzt in die eigenen vier Wände verlagert werden könnten, sagt Atalay. „Es wird in einer Verwaltung aber auch immer Arbeitsplätze geben, die nicht für das Home-Office geeignet sind.“ Beispielsweise im Bereich Brandschutz, Wasserversorgung oder Ausweis- und Passwesen.

Ortswechsel. Im Landratsamt Donau-Ries arbeiten derzeit weniger als fünf Prozent der Mitarbeiter von zu Hause aus. So nutzen diese Möglichkeit der Personalstelle zufolge etwa 50 Mitarbeiter an einem oder mehreren Tagen in der Woche. „Sicherlich wird durch die anhaltende Pandemie auch die Anzahl der Home-Office-Arbeitsplätze weiter ausgebaut werden“, teilt Pressesprecherin Gabriele Hoidn auf Anfrage mit. Nach der Pandemie könnte ein großer Teil der Arbeitsplätze im eigenen Heim außerdem noch weiter genutzt werden. Am heutigen Mittwoch berät die Behörde erneut darüber, wie es mit Home-Office im Landratsamt weitergehen soll.

Die Video-Konferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer war bis zum Redaktionsschluss am Dienstagabend noch nicht beendet. Aus einem Beschlussvorschlag geht aber hervor: Arbeitnehmer sollen einen Anspruch auf das Arbeiten von zu Hause bekommen. Zumindest dort, wo es möglich ist.

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