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Fürstliche Forstverwaltung

06.03.2020

Wie es dem Wald mit Hilfe eines Pferds besser gehen soll

Kaltblut Donny zieht in diesen Tagen einen Spezialpflug durch den Wald in der Nähe von Diemantstein. Robert Schmidt hat den Pflug entwickelt.
Bild: Helga Egetenmeier

Plus Kaltblut Donny hat in dieser Woche einen Pflug durch die fürstlichen Wälder gezogen. Unsere Autorin war dabei und hat sich die Sache näher angeschaut.

Im Fürstlichen Wald in der Umgebung von Diemantstein zieht diese Woche ein Pferd einen Spezialpflug über den vermoosten Boden. Diesen Pflug hat Robert Schmidt entwickelt, der dem neunhundert Kilogramm schweren Kaltblut Donny den holprigen Weg durch den Fichtenwald weist. Mit ihrer schweißtreibenden Arbeit bringen sie in die dabei entstehenden Furchen 200.000 Tannensämlinge auf einer Fläche von zehn Hektar zur Aussaat. Schmidt ist Förster und Waldarbeiter aus dem Erzgebirge und hat sich die großflächige Verbesserung des Waldes zu seiner Lebensaufgabe gemacht und das, wie er sagt, „so ökologisch wie möglich“.

In diesen Teil des Wirtschaftswaldes der Fürst Wallerstein Forstbetriebe hat ihn Dr. Christian Wippermann gebracht, der als Geschäftsführer für den Forstbesitz verantwortlich ist. Er erzählt, dass dieser Fichtenreinbestand auf das Jahr 1967 zurückgeht, als ein Sturm eine Kahlfläche hinterließ. Sein Ziel ist jetzt, diesen Baumbestand durchzumischen, damit der Wald an Stabilität gewinnt. Dazu arbeitet er erstmalig mit Schmidt zusammen, um für die Holzgewinnung auch auf nachhaltige Forstwirtschaft zu achten.

Tannensamen werden mit Hilfe des Pferdes gesät

Denn die Aussaat der Tannensamen mit Hilfe des Pferdes ist ein Verfahren, das das Waldinnenklima schone, sagt Wippermann. Die beiden Nadelbaumarten geben sich durch ihre unterschiedliche Wurzeltiefe Stabilität und unterstützen sich bei der Wasser- und Nährstoffversorgung. Als Schattenbaumart gedeiht dazu die Tanne trotz wenig Licht gut unter den großen Fichten. Damit der Samen jedoch keimt, muss er auf den mineralhaltigen Lössboden aufgebracht werden, weshalb der Pflug nötig ist, um zuerst den moosbewachsenen Waldboden aufzureißen.

Wie es dem Wald mit Hilfe eines Pferds besser gehen soll

Die dabei entstehende Rinne dient auch der Zufuhr von Feuchtigkeit für den Sämling. Die Neubepflanzung, bei der Wippermann eigenen Angaben zufolge eine Verteilung von zwanzig bis dreißig Prozent Tanne und siebzig bis achtzig Prozent Fichte anstrebt, dient auch dem fließenden Übergang von einer Baumgeneration zur nächsten. Dadurch soll sich der Bestand erhöhen und es soll auch ein beständiger Bewuchs der Waldfläche gewährleistet sein, was dazu führe, dass mehr Fotosynthese erfolgen kann und somit mehr Kohlendioxid gebunden wird.

Dr. Christian Wippermann ist Geschäftsführer der Fürst Wallerstein Forstbetriebe. Sein Ziel ist es, den Baumbestand durchzumischen.

Früher, so erzählen Schmidt und Wippermann, wäre der Wald nicht überwiegend als Erholungsgebiet von Bedeutung gewesen, sondern als Arbeitsplatz. Heute würden nur noch wenige Menschen wissen, welcher Aufwand damit verbunden ist, damit Holz, dass zu Recht als CO2-Speicher geschätzt werde, letztendlich im Baumarkt und im Möbelhaus gekauft werden kann.

Für den privaten Forstbetrieb gehöre deshalb die Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels dazu, weshalb die Walderneuerung durch die Vorausverjüngung, also das Nachzüchten der neuen Generation vor der Herausnahme des Altbestandes, eine wichtige Investition in die Zukunft sei. „Wetter ist immer“, wie Schmidt dazu sagt. Ihm ist es wichtig, für die veränderten Umweltbedingungen Lösungen anzubieten und damit die Zukunft für die nächsten Generationen zu sichern.

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