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Schwimmen

07.04.2018

Wie geht es mit dem Almarin weiter?

Die 1500 Plätze bei der Aktionswoche im Almarin waren bereits am zweiten Tag belegt, eine vierstellige Zahl an Interessenten stand auf der Warteliste. Nun hoffen die Schwimmbadfreunde in der Region, dass die Verantwortlichen eine Lösung für einen dauerhaften Betrieb des Hallenbads finden.
Bild: Szilvia Izsó

Die Organisatoren werten die Aktionswoche in Mönchsdeggingen als vollen Erfolg. Über die Zukunft des Hallenbads herrscht noch immer Unklarheit. Welche Szenarien es gibt.

So richtig kann Rolf Bergdolt noch immer nicht fassen, was er und die anderen Helfer in Mönchsdeggingen geschafft haben. Auch am Freitag sind wieder hunderte Schwimmer ins Almarin gekommen, um die vorerst letzten Tage im Hallenbad auszunutzen. Mehr als 11000 Stunden haben die Ehrenamtler aufgebracht, um die Aktionswoche zu realisieren. „Körperlich bin ich jetzt auch ziemlich am Ende“, gibt Bergdolt zu. Doch es wartet weitere Arbeit auf ihn und seine Kollegen: Nun müssen sie darum kämpfen, dass ihre Anstrengungen nicht umsonst waren.

Ein Treffen einiger Bürgermeister umliegender Gemeinden vergangenen Sonntag im Almarin brachte kein Ergebnis (wir berichteten). Zwar zeigten sich manche Rathauschefs interessiert, doch andere blieben skeptisch ob der Zukunft des Schwimmbads.

In den Sozialen Medien machen deshalb zahlreiche Nutzer ihrem Ärger Luft. Manche schimpfen auf ihre Gemeinde, weil nicht ein Vertreter der Einladung der Ehrenamtler gefolgt sei und sich das wiedereröffnete Almarin angesehen habe, andere nehmen den Landkreis in die Pflicht, das Hallenbad zu retten und Kindern und Vereinen somit das Schwimmen zu ermöglichen.

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Landrat Stefan Rößle betont im Gespräch mit unserer Zeitung erneut, dass es nicht in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises falle, den Betrieb des Almarins zu finanzieren. Bis das von Rößle in Aussicht gestellte Infozentrum für den „Unesco Global Geopark“ realisiert werden könnte, dürften Jahre vergehen – außerdem müsste zunächst der Kreistag zustimmen.

Bewegung gibt es immerhin in den Gemeinden. Einige Bürgermeister gaben den Bitten ihrer Bürger nach und sahen sich das Almarin gemeinsam mit ihrem Gremium im Laufe der Aktionswoche an. Laut Michael Gumpp, der die Idee zur Aktionswoche hatte, ist die Resonanz der Gemeindevertreter erfreulich. Acht Kommunen hätten positive Absichtserklärungen abgegeben, sich an einem zukünftigen Betrieb des Almarins beteiligen zu wollen, dazu komme die Gemeinde Mönchsdeggingen, die laut Gumpp auch bereit sei, einen überproportionalen Anteil an der Finanzierung des Almarins zu leisten. Favorisierte Variante, um das Schwimmbad dauerhaft zu betreiben, ist ein sogenannter Zweckverband. Gemeinden würden sich dabei sowohl Mitspracherecht am Almarin als auch ein mögliches Defizit teilen – so würde das Risiko für alle Beteiligten möglichst gering gehalten.

Landrat Rößle schlägt vor, den skeptischen Gemeinden eine Beteiligung mit einem Jahr Probebetrieb des Almarins pünktlich zum Schuljahresbeginn im September schmackhaft zu machen. Sie müssten sich nur ein Jahr finanziell beteiligen, ohne Zwang auf eine Mitgliedschaft im Zweckverband. Während dieser Zeit könnte außerdem weiter am Konzept des Infozentrums für den Geopark gearbeitet werden, so Rößle.

Die Mitglieder des Fördervereins wollen jedoch lieber eine verbindliche Zusage der Gemeinden. Auf einer Infoveranstaltung wollen sie den umliegenden Kommunen in spätestens vier Wochen ein Konzept vorlegen, das als Grundlage für die Entscheidung der Gremien dienen soll. „Es ist verständlich, dass die Bürgermeister Transparenz und belastbare Zahlen wollen, bevor sie eine Entscheidung treffen“, sagt Michael Gumpp. Rolf Bergdolt stellt schon jetzt in Aussicht, dass das jährliche Defizit „erheblich geringer“ ausfallen würde als in der Vergangenheit – in den letzten Betriebsjahren hatte das Almarin teils 200000 Euro Verlust gemacht. Mittlerweile seien einerseits die Stromkosten deutlich niedriger, außerdem könne etwa mit einem modernen Kassensystem bei den Personalkosten massiv gespart werden, erläutert Bergdolt. „Früher sind Pumpen und Filteranlagen den ganzen Tag durchgelaufen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. Mit der neu eingebauten Steuerungsanlage werde der Einsatz an den Bedarf angepasst, auch das spare viel Energie.

Mit dem Verlauf der Aktionswoche sind die Organisatoren voll zufrieden. „Geil“, sagt Bergdolt. „Das war der Hammer“, stimmt ihm Michael Gumpp zu. Die Stimmung sei jeden Tag super gewesen. Bevor sich die Mönchsdegginger der Zukunft ihres Bades widmen können, steht der Abbau an. Am Sonntag geht die Aktionswoche zu Ende, in den darauf folgenden Tagen wird das Wasser aus dem Becken gelassen. Danach gilt der Fokus der Planung für einen dauerhaften Betrieb. Könnte das Almarin überhaupt im September dafür bereit sein, wie der Landrat vorschlägt? Das sei schwer zu sagen, meint Bergdolt. „Aber wenn man sich anschaut, was wir in den letzten zwei Monaten geschafft haben ...“ "Bayern

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