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Zugverkehr

06.07.2020

Wie geht es mit der Hesselbergbahn weiter?

Eine Analyse hat ergeben, dass die mögliche Anzahl der Fahrgäste der Hesselbergbahn die wichtige Schwelle von 1000 Personen überschritten hat. Damit hat sich der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Technologie des Kreistags beschäftigt.

Plus Es kostet vermutlich Millionen, die Schienen und Bahnhöfe wieder nutzbar zu machen. Wer sich an eine solche Investition wagt, ist fraglich. Trotzdem soll die Idee verfolgt werden.

Eine neue Analyse für die Hesselbergbahn zwischen Nördlingen und Wassertrüdingen hat ergeben, dass 1020 Personenkilometer pro Streckenkilometer möglich sind (wir berichteten). Diese Zahl ist wichtig, denn nur bei 1000 Kilometer, die ein auf der Strecke zugestiegener Fahrgast insgesamt zurücklegt, prüft der Freistaat Bayern, ob eine einmal für den Personenverkehr stillgelegte Strecke auch wieder aktiviert werden kann. Der Grund dafür, dass eine neue Analyse diese Marke überschritten hat, sind wachsende Einwohnerzahlen, mehr Arbeitsplätze und zwei neue Bahnhalte, die – sollte die Personenbahn jemals wieder fahren – gebaut werden sollen.

Nachdem die erste wichtige Hürde nun genommen wurde, soll es weitergehen. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Technologie des Landkreises haben die Kreisräte die Entscheidung getroffen, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft beauftragt wird, zu klären, welche weiteren Schritte nun anstehen.

Für die Hesselbergbahn wären große Investitionen nötig

Problematisch ist nach Meinung der Kreisverwaltung bei der Strecke zum einen, dass sie nicht auf einen regelmäßigen Schienenverkehr ausgelegt ist. Der künftige Betreiber dieser Zugverbindung müsste also ordentlich Geld in die Hand nehmen, um die Schienen, Bahnhöfe, Bahnübergänge und Brücken zu sanieren.

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Auch die Strecke zwischen Donauwörth und Nördlingen müsste optimiert werden. Denn das Potenzial der Hesselbergbahn-Strecke wurde unter der Voraussetzung errechnet, dass der Zug aus Donauwörth schneller fährt und damit potenziellen Passagieren Richtung Wassertrüdingen den Anschluss ermöglicht. Dafür müsste am Gleis gearbeitet werden.

Ebenfalls berücksichtigt, aber nicht realisiert, sind neue Bahnhöfe in Hainsfarth und im Gewerbegebiet von Nördlingen-Nord. Auch das kostet Geld. Und schließlich muss die Strecke nicht nur modernisiert, sondern auch unterhalten werden. Der Landkreis – zuständig für den ÖPNV – müsste dann den Zubringerverkehr mit Bussen sicherstellen.

Der Busverkehr hätte das Nachsehen

Eines war den Kreisräten klar: Gemeinden und auch der Landkreis können eine solche Investitionssumme – im Gespräch sind Zahlen zwischen 2,5 und 15 Millionen Euro – nicht stemmen. „Da steht noch einiges an Arbeit vor uns“, sagt Kreisrat Gottfried Hänsel (CSU), der der Strecke aber durchaus Charme abgewinnen könnte. Allerdings müsse klar sein, dass der Busverkehr dann das Nachsehen habe. Schließlich gelte der Grundsatz „Schiene hat Vorrang“.

Eva Lettenbauer, die zusammen mit ihren Kollegen der Grünen die neue Analyse angeschoben hatte, forderte, dass jetzt alle Ebenen zusammenarbeiten, um das Projekt weiterzubringen.

Landrat Rößle rechnete dagegen vor, dass ein Bus auf dieser Strecke etwa 25 Liter Diesel brauchen würde. „Die Diesellok braucht 100 Liter, es müssten also viermal so viel Personen mitfahren als mit dem Bus, damit sich das alles auch ökologisch rechnet.“ Ob diese Rechnung den aktuellen Verbrauchswerten von modernen Loks entspricht, wusste im Kreisgremium niemand. Die Strecke nach Wassertrüdingen ist nicht elektrifiziert.

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