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Personennahverkehr

02.08.2020

Wie gut ist der Bahnbetreiber Go-Ahead?

Bald auch in der Region unterwegs: Züge des britischen Betreibers „Go Ahead“. In Baden-Württemberg sind die Eisenbahnen schon auf den Schienen, es gab zuletzt einigen Unmut wegen Personalmangels, Unpünktlichkeit und technischer Probleme.
Bild: Sommer, dpa

Plus Politiker der Region fürchten, dass die Verbindung Aalen – Donauwörth in der Zukunft Probleme bekommen könnte. Für diese Annahme gibt es gute Gründe.

Ab dem Winterfahrplan 2022 soll auf der Bahnlinie von Aalen nach Donauwörth (Riesbahn) das private Eisenbahnunternehmen Go-Ahead unterwegs sein und den Fugger-Express der Deutschen Bahn ablösen. Bereits seit Juni vergangenen Jahres betreiben die Briten mit ihrer Tochter Go-Ahead Baden-Württemberg im Nachbarbundesland unter anderem die Strecke von Stuttgart nach Aalen.

Im „Ländle“ sind sowohl die Fahrgäste als auch die politisch Verantwortlichen in der Landesregierung und den Landkreisen höchst unzufrieden mit den Leistungen von Go-Ahead. Technische Probleme, Personalmangel und vor allem unpünktliche Züge sind massive Ärgernisse. Vor diesem Hintergrund ist man jetzt auch auf der östlichen Ostalb und im Donau-Ries-Kreis besorgt, dass Ähnliches auch mit Go-Ahead Bayern passieren könnte, wenn das Unternehmen in gut zweieinhalb Jahren zwischen Aalen und Donauwörth unterwegs sein wird.

Erste Bedenken kamen aus Bopfingen

Erst vor kurzem hatte der Bopfinger Bürgermeister Gunter Bühler einen Vertreter von Go-Ahead Bayern sowie Kommunalpolitiker der an der Strecke liegenden Kommunen eingeladen, um die Bedenken zu diskutieren. Beim bayerischen Ableger des britischen Unternehmens hofft man, dass sich ab 2022 die Probleme im östlichen Ostalbkreis und in Nordschwaben nicht wiederholen werden, erklärte Pressesprecher Winfried Karg. Es sei noch mehr als zwei Jahre Zeit, sich auf die Übernahme der Strecken in Bayern gut vorzubereiten.

Wie gut ist der Bahnbetreiber Go-Ahead?

Bedenken hat aber nicht nur Bühler. Auch dem Nördlinger Oberbürgermeister David Wittner sind die Schwierigkeiten im Nachbarbundesland nicht verborgen geblieben. In einem Schreiben an die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer äußert Wittner „große Sorge“, dass Go-Ahead Bayern auch die Riesbahn nicht problemlos betreiben könnte. Der Oberbürgermeister bat deshalb in seinem Brief das Ministerium um entsprechende Auskünfte und Erläuterungen, wie man sich in München den künftigen Zugbetrieb vorstelle.

Besorgt ist auch der Harburger Bürgermeister Christoph Schmidt. Ihm gehe es vor allem darum, dass die Züge zwischen Aalen und Donauwörth so pünktlich unterwegs seien, dass Pendler die Fernzüge in Donauwörth erreichen. Gerade am Haltepunkt im Stadtteil Hoppingen würden zahlreiche Bahnreisende aus dem nördlichen Ries einsteigen, um entweder nach Donauwörth zur Arbeit zu fahren oder dort die Fernverbindungen zu erreichen.

Pünktlichkeit ist das wichtigste Kriterium

Pünktlichkeit ist für den Zweiten Donauwörther Bürgermeister Josef Reichensberger ebenfalls das wichtigste Kriterium des künftigen Bahnbetreibers, um die überregionalen Anschlusszüge am Bahnhof der Großen Kreisstadt nicht zu verpassen. Die Ärgernisse von Fahrgästen in Württemberg dürften sich in Bayerisch-Schwaben nicht wiederholen, sagte Reichensberger unserer Zeitung.

Der Sitz von Go-Ahead Bayern ist in Augsburg. Für den Bahnbetrieb im Freistaat werden Züge im weiß-blauen Design bestellt. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben rund 400 Arbeitsplätze schaffen. Für das „Los 1“ der „Augsburger Netze“, zu dem neben weiteren Strecken die Verbindung von Aalen über Bopfingen und Nördlingen nach Donauwörth gehört, würden etwa 140 Lokführer und die gleiche Anzahl an Kundenbetreuern benötigt. Go-Ahead setzte sich im europaweiten Ausschreibungsverfahren der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) für Verkehrsleistungen in den Augsburger Netze gegenüber den Mitbewerbern durch, darunter die Deutsche Bahn.

Von Dezember 2022 bis Dezember 2034 soll der britische Eisenbahnbetreiber neben Schwaben auch in Franken unterwegs sein. Bereits ab Ende 2021 werden die Briten das sogenannte „E-Netz Allgäu“ übernehmen. Die Strecke von München über Memmingen nach Lindau am Bodensee wird gerade elektrifiziert.

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