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Ärztliche Versorgung

03.10.2019

Wie ist es um die Ärzte im Ries bestellt?

Gerade in den ländlichen Regionen ist es schwierig, Nachfolger für Mediziner zu finden. (Symbolbild)
Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa

Plus In Deiningen wird schon jetzt der Nachfolger für einen Mediziner gesucht, der erst in ein paar Jahren in den Ruhestand gehen will. Eine Bestandsaufnahme und gute Nachrichten.

In manchen ländlichen Regionen Deutschlands schrillen immer wieder die Alarmglocken. Es gibt dort zu wenig Hausärzte.

Es gelingt oft nicht, Mediziner adäquat zu ersetzen, wenn sie sich in den Ruhestand verabschieden – trotz vieler Bemühungen der Kommunen und der Kassenärztlichen Vereinigungen, die für die Bedarfsplanung zuständig sind. Im Landkreis Donau-Ries, der von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) im Hausärztebereich in die vier Planungsregionen Oettingen, Nördlingen sowie Donauwörth Nord und Süd eingeteilt ist, sieht es noch relativ gut aus.

So sieht die Regelversorgung für das Ries aus

Betrachtet man speziell das Ries, ergibt sich für die Region Nördlingen eine sogenannte Regelversorgung mit derzeit 2,5 Niederlassungsmöglichkeiten, sprich freien Arztsitzen. Der Raum Oettingen gilt als gesperrter Planungsbereich, was bedeutet, dass sich dort kein Hausarzt niederlassen kann. Im vergangenen Jahr hatten die Verantwortlichen der Stadt Oettingen zeitweise Sorge, die langjährige hausärztliche Praxis der Gebrüder Meyer am Zwinger nicht nachbesetzen zu können. Diese Befürchtung ist jedoch nicht eingetreten. Die Praxis wurde nach längerem Hin und Her von Nadejda Ceapa übernommen. Fritz und Thomas Meyer arbeiten noch abwechslungsweise in der Praxis mit.

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Auf Nachfolgersuche ist in Oettingen im fachärztlichen Bereich Dr. Karl Lill, der seit vielen Jahren im Oettinger Krankenhaus eine chirurgische Praxis betreibt und sich in absehbarer Zeit in den Ruhestand verabschieden will. Bis jetzt ist hinsichtlich der Nachfolge noch nichts in trockenen Tüchern. Allerdings gebe es einen Chirurgen aus Dinkelsbühl, der sich für die Praxis interessiere.

Nachfolgersuche für Chirurgen in Oettingen

Da sich die Räumlichkeiten innerhalb der Donau-Ries-Klinik befindet, ist damit auch das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) befasst. Dessen Vorstandsvorsitzender Jürgen Busse bestätigte gegenüber unserer Zeitung das Interesse des Chirurgen aus Mittelfranken, der in bisher einem medizinischen Versorgungszentrum beschäftigt war. Hausärztlich versorgt ist auch der Raum Fremdingen, Maihingen, Marktoffingen. In Fremdingen praktiziert nach wie vor Dr. Vasile Vranau und in Maihingen hat Dr. Visnja Maljak die Landarztpraxis des verstorbenen Allgemeinarztes Alfred Graf übernommen.

Gleiches gilt für Wallerstein. Dort hat der Hausarzt Dr. Wolfgang Müller seine Tätigkeit beendet und sich zuvor erfolgreich um eine Nachfolge bemüht. Mittlerweile führt Dr. Bettina Kehrle die Praxis in der Hauptstraße.

In Deiningen hat Dr. Siegfried Brauser nach Jahrzehnten seine Arzttätigkeit aufgegeben. Mit Dr. Udo Block ist noch ein weiterer Mediziner in der größten Gemeinde des Rieses niedergelassen, der nach Auskunft von Bürgermeister Wilhelm Rehklau weitere Jahre arbeiten wolle, obwohl er schon Mitte 60 sei. Deshalb gelte es, so Rehklau, sich bereits jetzt um eine Nachfolgeregelung zu bemühen, was er auch verstärkt tue.

Ähnlich ist die Situation in Möttingen. Dort praktiziert Angela Duck. Die Gemeinde wolle aber, wie Bürgermeister Erwin Seiler sagt, rechtzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen, wenngleich noch nicht absehbar sei, wie lange Duck noch arbeiten werde, sagt Seiler.

Keine größeren Probleme gibt es im Südries. In Amerdingen betreibt beispielsweise die Nördlinger Allgemeinärztin Dr. Claudia Völkl eine Hausartzpraxis mit einem verhältnismäßig großen Einzugsgebiet. Diese hat sie von Dr. Martin Rawer übernommen und mit der Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Johanna Pflugmacher, besetzen können.

Fazit: Derzeit ist die hausärztliche Versorgung im Ries noch gut, wobei die Betonung auf „noch“ liegt. Absehbar ist, dass sich in den nächsten Jahren einige der Mediziner in den Ruhestand verabschieden werden. Für eine Nachfolgeregelung in den Praxen seien sie zunächst selbst verantwortlich, sagt die KVB.

Allerdings haben auch die Kommunen ein Interesse nach adäquaten Nachfolgeregelungen, wie sie selbst immer wieder betonen.

Erst vor kurzem hat der Fremdinger Bürgermeister Frank Merkt ins Gespräch gebracht, im Rahmen von interkommunalen Zusammenschlüssen auch die medizinische Versorgung im Auge zu haben und bei Bedarf Lösungen zu erarbeiten – beispielsweise im Nordries.

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