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Debatte

13.09.2019

Wie lange bleibt das Nördlinger Hallenbad zu?

Das Nördlinger Hallenbad in der Gerhart-Hauptmann-Straße soll in den kommenden Jahren saniert und erweitert werden. Eine lange Schließzeit hätte bittere Folgen für den Schwimmverein – Vorsitzender Jürgen Zucker fürchtet um den Nachwuchs.
Bild: Martina Bachmann

Am Mittwoch beginnt die diesjährige Hallenbad-Saison in Nördlingen. Doch wie geht es weiter, wenn das Bad umgebaut und erweitert wird? Die Schließung und ihre Folgen.

Der Sommer mag dieses Wochenende noch einmal kurz vorbeischauen. Doch dass er eigentlich dem Herbst schon Platz gemacht hat, merkt man in Nördlingen auch daran, dass das Freibad schließt und das Hallenbad öffnet. An diesem Sonntag, 15. September, können die Wasserbegeisterten ein letztes Mal auf der Marienhöhe ihre Bahnen ziehen. Ab Mittwoch, 18. September, kann man im Hallenbad schwimmen. Das soll in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden (wir berichteten). Und angesichts dieser Tatsache stellt sich nicht nur manchem Hobbyschwimmer die Frage, wie lange er in Zukunft wohl auf das Becken unter Dach verzichten muss.

Bei einem Gespräch hinter verschlossenen Türen ging es vor kurzem genau um diese Frage, beteiligt waren daran unter anderem der erste Vorsitzende des Schwimmvereins Nördlingen, Jürgen Zucker, und der OB-Kandidat der Grünen, Wolfgang Goschenhofer. Sie berichten, dass bei dieser Veranstaltung eine Zahl genannt wurde, die sie irritierte: Bis zu zwei Jahre könnten die Badegäste wegen der Bauarbeiten auf ein Hallenbad in Nördlingen verzichten müssen. Zucker fürchtet vor allem um den Schwimm-Nachwuchs des Vereins.

Training in Heidenheim kostet Zeit und Geld

Mit den Jugendlichen könne man durchaus für das Training nach Heidenheim ausweichen, das koste allerdings Zeit und Geld. Doch für die Sechs- bis Zwölfjährigen gebe es keinen anderen Platz zum Trainieren: „Da werden viele den Verein verlassen.“ Ein paar Monate könnte man das überstehen – doch zwei komplette Hallenbad-Saisonen seien zu viel. Die Vertreter der Stadt hätten zugesagt, ihr Bestes zu versuchen, um die Zeit kürzer zu halten, so Zucker.

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Goschenhofer sagt, mit der jetzt anstehenden Auswahl des Architekten und der Fachplaner stelle man die Weichen, wie der Bau und die Erweiterung des Hallenbades ablaufen. Er ist selbst Bauingenieur und schlägt vor, das Projekt in zwei Teile zu untergliedern – die Sanierung des bestehenden Bades und den daran anschließenden neuen Anbau. Vereinfacht gesagt sieht Goschenhofers Plan so aus: Erst den Neubau fertigstellen, dann den für die Badegäste freigeben, dann den Altbau sanieren.

Genau das müsste man dem Architekten und den Fachplanern zur Aufgabe machen. „Ich bin zu 100 Prozent der festen Überzeugung: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt der Grünen-Stadtrat. Würde das Hallenbad zwei Jahre nicht zur Verfügung stehen, hätte das nicht nur Auswirkungen für den Schwimmverein, sondern auch für den Versehrtensport, die DLRG, die Schüler und die Hobbyschwimmer.

Hallenbad Nördlingen: Noch gibt es keine Planung

Das Team von Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel wird die Baustelle Hallenbad betreuen. Er sagt: „Keiner will, dass das Hallenbad zwei Jahre geschlossen ist.“ Zwei Jahre seien „indiskutabel“, man wolle die Existenz des Schwimmvereins nicht gefährden. Allerdings kann Sigel derzeit auch nicht sagen, wie lange die Besucher auf das Nördlinger Bad verzichten müssen. Noch gebe es keine Planung, kein Raumprogramm – das müsse erst mit der Regierung von Schwaben abgestimmt werden. Dazu kämen ausstehende politische Entscheidungen des Stadtrates.

Das Gremium müsse entscheiden, was das Bad bieten soll, sagt Sigel. „Unser Ziel ist es, die Schließzeit so kurz wie möglich zu halten.“ Mit einer europaweiten Ausschreibung werden nun ein Architekt und mehrere Fachplaner gesucht, die Ergebnisse müsse der Stadtrat bestätigen.

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