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Nördlingen

02.12.2019

Wie schwierig ist es, Gewerbeimmobilien in Nördlingen zu vermieten?

Das Gebäude in der Deininger Straße 24 in Nördlingen ist seit einigen Monaten zu vermieten. Andere Gebäude in der Stadt stehen deutlich länger leer. Die Suche nach einem passenden Mieter ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
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Das Gebäude in der Deininger Straße 24 in Nördlingen ist seit einigen Monaten zu vermieten. Andere Gebäude in der Stadt stehen deutlich länger leer. Die Suche nach einem passenden Mieter ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus In der Nördlinger Innenstadt stehen einige Gebäude leer. Im Hintergrund gibt es derzeit Verhandlungen.

Wer an einem Samstagvormittag durch Nördlingen spaziert, sieht eine belebte Stadt. Die Menschen kaufen an den Marktständen ein, unterhalten sich am Kriegerbrunnen, bummeln durch die Geschäfte. Doch man sieht auch, dass das eine oder andere Gebäude in der Innenstadt leer steht. Die RN haben nach Antworten einer wohl schwierigen Angelegenheit gesucht - und teilweise gefunden.

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Die Häuser am Marktplatz, wo früher einmal Müller und Pisko waren. In der Deininger Straße gab es einmal Geschäfte für Schmuck oder Kleidung. Wenn im kommenden Jahr City-Sport aus der Löpsinger Straße aus- und kein Nachfolger einzieht, könnte auch diese Fläche erst einmal leer stehen. Wie steht es um den Leerstand in Nördlingen?

Susanne Vierkorn vom Stadtmarketingverein beurteilt die Situation nicht dramatisch: „Es gibt viele Sachen, bei denen sich im Hintergrund gerade etwas tut. Man sieht zwar, dass etwas leer steht, aber für Involvierte ist es kein Leerstand. Es ist nur noch nicht spruchreif.“ Teilweise würden Gebäude derzeit zum Verkauf angeboten. Wenn eine Immobilie ein halbes Jahr lang leer stehe, sei das keine lange Zeit. Ein Mieterwechsel sei so normal wie bei regulären Wohnungen, es würden immer Geschäfte gehen und neue kommen. Dass die Verkaufsfläche von City-Sport frei wird, sieht Vierkorn nicht so sorgenvoll, wie die Tatsache, dass ein Fachgeschäft aufhöre. „Zwei kompetente Einzelhändler gehen. Solche inhabergeführten Geschäfte haben einen Mehrwert, so etwas wollen wir.“

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Vierkorn sieht Nördlingen als lebhaften Ort

Vierkorn bewertet die Innenstadt als lebhaften Ort, auch wenn es manchmal ruhigere Tage gebe. „Die Leute bewegen sich in der Stadt, es gibt Fachgeschäfte, es ist alles da, was man braucht. Nördlingen ist eine lebenswerte Stadt, das sieht man an den Zuzügen“, sagt Vierkorn. Die Stadt tue auch viel dafür, es gebe Aktionen, ein vielfältiges Kulturprogramm, Bänke, auf denen die Leute sitzen könnten. Die Bar von Valentino Giaracuni in der Baldinger Straße oder das indische Lokal brächten neues Leben nach Nördlingen. In anderen Städten gebe es deutlich größere Probleme. Einen wirklichen Leerstand sieht sie in dem früheren Müllergebäude. Das betreut das Maklerbüro Leitz-Wilke, genauso wie einige andere Immobilien in der Stadt. Es wollte keine Stellungnahme abgeben.

Noch nicht so lange sind einige Immobilien in der Deininger Straße frei, beispielsweise die Fläche des Bekleidungsgeschäftes Miller & Monroe oder das Gebäude in der Deininger Straße 24, wo früher Schmuck verkauft wurde. Um dessen Vermietung kümmert sich die Firma Von Poll Immobilien. Judith Ernst ist Inhaberin der Niederlassung des Unternehmens in Nördlingen. Sie äußert sich zur Vermietung von Gewerbeimmobilien in der Stadt: „Man braucht schon mal einen langen Atem, um einen Mieter für mehrere Jahre zu finden. Es gibt Leerstand in der Innenstadt. Die Leute stehen nicht bei jeder freien Immobilie Schlange.“

Fehlende Parkplätze oder langsames Internet machen es schwierig, Mieter zu finden

Das hänge unter anderem mit fehlenden Parkplätzen sowie der langsamen Internetgeschwindigkeit zusammen. Teilweise hätten aber auch Eigentümer sehr konkrete Vorstellungen bezüglich der Nutzung ihrer Immobilie. „Dann wird es manchmal eng mit der Auswahl“, sagt Ernst.

Oberbürgermeister Hermann Faul sagt, er sehe die Situation durchaus kritisch. „Der allgemeine Trend in den Innenstädten, Leerstände ertragen zu müssen, wird sich über kurz oder lang auch in Nördlingen niederschlagen. Bisher haben wir das großteils vermeiden können“, sagt Faul und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein. Durch den Grundsatz „Innen vor außen“ versuche man bereits, vorrangig die Flächen in der Innenstadt zu besetzen. Doch da viele Läden zu klein seien, sei es beispielsweise schwer, große Ketten in die Stadt zu bekommen. Grundsätzlich gebe es in Nördlingen einen hohen Zuzug sowie eine geringe Arbeitslosigkeit. „Nördlingen ist attraktiv“, betont der Oberbürgermeister.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Es sind

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